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Verfahren eingestellt - gegen Geldauflagen

Nach Überfall auf DGB-Maikundgebung in Weimar Verfahren eingestellt - gegen Geldauflagen

Am 1. Mai 2015 hatten etwa 40 Rechtsextreme, auch aus Brandenburg, die Mai-Kundgebung des DGB in Weimar gestürmt und mehrere Menschen verletzt. Am Dienstag hat endlich der Prozess begonnen – und ist unter Auflagen gleich wieder eingestellt worden. Doch ein Angeklagter aus Zossen (Teltow-Fläming) ist nicht vor Gericht erschienen.

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Quelle: dpa

Weimar/Zossen. Zwei Jahre nach dem rechtsextremen Überfall auf eine DGB-Maikundgebung ist das Verfahren gegen fünf junge Männer eingestellt worden.

Die Angeklagten im Alter von jetzt 20 bis 22 Jahren müssen Geldauflagen in Höhe von 350 bis 650 Euro an das Kinderhospiz im thüringischen Tambach-Dietharz zahlen. Außerdem verfügte der Richter am Weimarer Amtsgericht am Dienstag die Zahlung von jeweils 100 Euro an den Nebenkläger, der bei dem Übergriff am 1. Mai 2015 durch Faustschläge verletzt worden war.

Auf die Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen hatten sich die Verteidiger und der Staatsanwalt in einem Rechtsgespräch mit dem Jugendrichter zuvor geeinigt.

Ursprünglich angeklagt waren sechs Männer im Alter von 20 bis 22 Jahren, die aus Sachsen, Brandenburg und Hessen stammen. Das Verfahren gegen einen Angeklagten aus Zossen (Teltow-Fläming) wird jedoch abgetrennt, da der 21-Jährige nicht zum Prozessauftakt erschienen war. Alle Angeklagten mussten sich vor einem Jugendstrafrichter verantworten, weil sie zur Tatzeit noch Heranwachsende waren.

Mai-Kundgebung gestürmt und Menschen attackiert

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Etwa 40 Rechte vor allem aus Sachsen und Brandenburg hatten am 1. Mai 2015 die Kundgebung des DGB überfallen. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Die Angreifer hatten auf der Kundgebung das Mikrofon an sich gerissen und rechte Parolen skandiert.

An der Attacke in Thüringen waren 17 Brandenburger beteiligt, laut Innenministerium je vier aus Baruth und Halbe, je zwei in Zossen, Königs Wusterhausen und Groß Köris, jeweils einer in Wildau , Storkow und Nauen. Ein Tatverdächtiger soll auch an dem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Zossen-Wünsdorf (Teltow-Fläming) beteiligt gewesen sein, der nur zwei Wochen später vorfiel.

Überreste vom Brandanschlag auf das geplante Erstaufnahmelager in Wünsdorf-Waldstadt

Überreste vom Brandanschlag auf das geplante Erstaufnahmelager in Wünsdorf-Waldstadt.

Quelle: Christian Zielke

Angst vor erfundenen Erinnerungslücken

Der stellvertretende Vorsitzende des DGB im Bezirk Hessen-Thüringen, Sandro Witt, kritisierte den späten Prozessbeginn. Es habe zu lange gedauert, bis sich die mutmaßlichen Täter verantworten müssten. Er befürchte, dass nun sowohl Angeklagte als auch Zeugen vor Gericht mit echten oder erfundenen Erinnerungslücken argumentieren könnten oder damit zu kämpfen hätten.

Von MAZonline

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