Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Verkauf von Immobilie gestoppt
Lokales Teltow-Fläming Verkauf von Immobilie gestoppt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:05 29.09.2017
Die Suche nach einem von der Gemeindevertretung akzeptierten Käufer für die Immobilie in der Haupstraße 7 geht weiter. Quelle: fotos (2): Frank Pechhold
Mellensee

Der Verkauf der Immobilie an der Mellenseer Hauptstraße 7 an Oguz Kurt ist geplatzt. Diese Entscheidung fiel Mittwoch im nicht öffentlichen Teil einer Sondersitzung der Gemeindevertretung Am Mellensee. Die Fraktionen SPD und UWG hatten den Verkaufsstopp für das Grundstück mit Jugendclub, leerer Verkaufshalle, einsturzgefährdeter Scheune gefordert.

Gerüchte heizten die Stimmung in dem mit 55 Bürgern völlig überfüllten Sitzungsraum spürbar auf. Auf Facebook und in Mails war vor einer Fleischfabrik und den damit verbundenen Belastungen gewarnt worden. „Deshalb hat sich die Situation so zugespitzt“, sagte Marcus Gottlob, Vorsitzender der Gemeindevertretung, der MAZ. Die Verwaltung habe Feuer bekommen, wie er es noch nie erlebt habe.

Neun Bewerber haben sich auf Ausschreibung gemeldet

„Warum wird so viel Geld für ein Leitkonzept ausgegeben, wenn man bei der erst besten Gelegenheit dagegen verstößt?“ fragte Christine Barthel mit Blick auf die Entwicklung des Tourismus. Nicole Gebauer hielt eine Fleischfabrik in der Nachbarschaft von Fischhof, Draisinenbahn und Eiscafé für nicht förderlich. Beifall erhielt Christa Zernick für ihre Anregung, eine öffentliche Einwohnerversammlung zu diesem Thema einzuberufen.

„Wir können uns erst eine Meinung bilden, wenn wir das Konzept genau kennen“, so Fraktionschef Lutz Lehmann (CDU). Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) sagte, die Wohnungsbaugesellschaft am Mellensee (WVM) benötige den Verkaufserlös, um den Bau von acht neuen Wohnungen in Klausdorf, Bahnhofstraße 17, zu finanzieren. Deshalb habe man das Grundstück ausgeschrieben. Neun Bewerber hätten sich gemeldet. Nach intensiver Prüfung sei am Ende nur Oguz Kurt übrig geblieben. Kurt habe sein Projekt im Ortsbeirat Mellensee vorgestellt. Alle Ortsbeiratsmitglieder hätten zugestimmt. „24 Stunden später habe ich mir Asche aufs Haupt gestreut und die Entscheidung bereut“, so Ortsbeiratsmitglied Erhard Bischert (UWG).

Friedland: „Nun haben wir das Objekt weiter am Hals.“

„Es wird Zeit, die Katze aus dem Sack zu lassen“, sprach Babett Kolberg den anwesenden Bürgern aus dem Herzen. „Hier soll auf gar keinen Fall eine Fleischfabrik entstehen, wo 24 Stunden am Tag gearbeitet wird“, so Oguz Kurt, Geschäftsführer der BFW Berliner Fleischwaren GmbH. Vielmehr gehe es um einen Betrieb, in dem von 6 bis 15 oder 16 Uhr große Fleischstücken in kleine für Bratwurst und Burger zerlegt werden. Pro Tag kämen ein oder zwei Lkws, so der Fleischermeister und Kaufmann. Er wolle mit seiner Familie nach Mellensee ziehen, das Haus sanieren und darin wohnen. Der Jugendclub könne so lange bleiben, bis der neue fertig sei. Danach seien Bäckerei und ein Laden mit Grundnahrungsmitteln geplant.

Kurz darauf wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. „Die Gemeindevertreter haben beschlossen, dass der Bürgermeister dem Verkauf der Immobilie nicht zustimmen darf“, sagte WVM-Geschäftsführerin Ilona Friedland der MAZ. Darüber sei sie außer sich. „Nun haben wir das Objekt weiter am Hals.“ Friedland zufolge solle sie eine neue Ausschreibung vorbereiten und der Gemeindevertretung vorlegen.

Von Frank Pechhold

2011 konnte Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) noch auf die Unterstützung der CDU rechnen. Damit ist es nun vorbei. Aus Unzufriedenheit über Rochers Amtsführung und die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung wollen die Christdemokraten 2019 mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen ums Rathaus gehen.

29.09.2017

Nach mehr als sechs Jahren juristischer Auseinandersetzungen zieht die Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow einen Schlussstrich unter das Projekt Rathaus. Rechtsanwalt Matthias Dombert hatte zuvor für den vom Oberlandesgericht vorgeschlagenen Vergleich geworben. Schuld an dem millionenteuren Debakel möchte niemand sein.

05.04.2018
Teltow-Fläming Dahmeland-Fläming - Die letzten Bäcker

Die Zahl der Verkaufsstellen, an denen man Brot und Brötchen kaufen kann, nimmt zu. Dahinter stehen aber vor allem Discounter und Ketten. Die Zahl der traditionellen Bäcker hat sich in der Region Dahmeland-Fläming in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Und es werden wohl noch weniger werden, sagt Obermeister Wolfgang Müller. Trotzdem sieht er Chancen für die Branche.

29.09.2017