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Veterinäramt ordnet Rückgabe von Spitzen an

Zossen Veterinäramt ordnet Rückgabe von Spitzen an

Auf großes Unverständnis stößt das Vorgehen des Veterinäramtes Teltow-Fläming bei Tierschützern: Nachdem sieben illegal aus Polen eingeführte Hunde in ein Zossener Tierheim gebracht worden waren, hat das Amt die Rückgabe der Tiere angeordnet.

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Krank, nicht geimpft und illegal eingeschleust: Spitze aus Polen.

Quelle: Aktion Tier

Zossen. Der Verein „Aktion Tier – Menschen für Tiere“, er ist Träger des Zossener Tierheims, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Veterinäramt des Landkreises Teltow-Fläming: Das Amt hatte am Montag die Herausgabe der einige Tage zuvor illegal aus Polen importierten sieben Spitze aus dem Tierheim in Zossen angeordnet. Die weder gechippten noch gegen Tollwut geimpften und kranken Tiere waren am Abend des 7. November im Kofferraum eines polnischen Kleintransporters vom Zoll entdeckt worden. Noch am selben Abend hatte das Veterinäramt Teltow-Fläming die sechs Welpen und eine ausgewachsene Spitz-Hündin eingezogen und im Zossener Tierheim und Tierschutzzentrum der „Aktion Tier“ untergebracht.

„Wir halten diese Vorgehensweise für rechtswidrig“

Die Mitarbeiter des Tierheims, die sich seitdem aufopferungsvoll um die kranken Hunde gekümmert hatten, waren geschockt, als diese auf Anweisung des Veterinäramtes nun wieder herausgegeben werden sollten. „Wir hatten das Amt im Vorfeld in einem Fax sehr deutlich darauf hingewiesen, dass wir diese Vorgehensweise für rechtswidrig halten“, sagt Ursula Bauer, Diplombiologin und Leiterin der Geschäftsstelle des Vereins „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ in Berlin. Ungeachtet dessen habe eine Vertreterin des Veterinäramtes Teltow-Fläming die offensichtlich kranken Spitze am Montag für transportfähig gehalten und sie an den angeblichen Lebensgefährten der angeblichen Besitzerin übergeben. Damit wurde die Anweisung verbunden, die Tiere zurück nach Polen zu bringen.

Ob der Mann dieser Aufforderung gefolgt ist und die Hunde wirklich zurückgebracht hat, wurde nach Kenntnissen des Vereins „Aktion Tier“ vonseiten des Veterinäramtes offenbar nicht weiter überprüft. Möglicherweise wurden die Tiere inzwischen in Deutschland verkauft. Was aus den sieben Hunden wurde, ist bisher unklar. Am Freitag konnte das Veterinäramt Teltow-Fläming auf MAZ-Nachfrage noch keine Stellungnahme zu der Situation abgeben.

Veterinäramt setzt falsches Signal

„Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagt Ursula Bauer. „Wir wollen dieses Vorgehen nicht so stehen lassen – es wird nun von einem Anwalt geprüft, welche rechtlichen Schritte gegen das Veterinäramt unternommen werden können.“ Der Verein wolle deutlich zeigen, dass diese Vorgehensweise seinem Verständnis von Tierschutz widerspreche.

„Es ist ein ganz schlechtes Signal, was das Veterinäramt damit setzt“, meint Bauer. Dessen Vorgehen müsse allen kriminellen Hundehändlern wie eine Einladung erscheinen, denn selbst, wenn sie beim Transport erwischt würden, drohten ihnen zumindest im Landkreis Teltow-Fläming keine rechtlichen Konsequenzen. „Allein aufgrund der illegalen Einfuhr und dem Verstoß gegen korrekte Transportbestimmungen hätten die Verantwortlichen mit einem Bußgeld bestraft werden müssen“, sagt Bauer. Doch dazu kam es nicht. „Die Tiere wurden ihnen ohne Konsequenzen wieder ausgehändigt.“

Seuchengefahr ist noch nicht gebannt

Bei den Spitzen handle es sich um wertvolle Hunde, die zwischen 1200 und 1700 Euro pro Exemplar einbringen würden. „Deshalb liegt für uns der Verdacht des Handels mit den Spitzen nahe, was sicher der Grund dafür ist, dass sich die angeblichen Besitzer angestrengt haben, die Tiere zurückzubekommen“, sagt Bauer. Um die Hunde mache man sich große Sorgen. Sie litten an Giardien, einem Darmparasit, der schlimmen Durchfall und Erbrechen verursacht, sowie an Bindehautentzündung. Am Tag der Herausgabe sei es zwei Welpen besonders schlecht gegangen. „Der schlechte Zustand ließ auf die Haltung der Tiere in Polen schließen – dort wurde es absolut versäumt, sie tierärztlich zu versorgen“, sagt Bauer.

Dass die Hunde außerdem mit einer Seuche infiziert seien, hätte zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht ausgeschlossen werden können. Zwar sei der Schnelltest auf die meist tödlich verlaufende Seuchenkrankheit Parvorirose bei ihrer Unterbringung im Tierheim negativ ausgefallen; eine Seuchengefahr könne jedoch laut Bauer erst nach mehreren Tests sicher ausgeschlossen werden. „Dass die Tiere angesichts dieser Gefahr möglicherweise weiter durch Deutschland transportiert werden, ist unverantwortlich“, sagt die Biologin.

Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Amt Teltow-Fläming hält der Verein für unmöglich. „Wir möchten keine Erfüllungsgehilfen sein, die das Veterinäramt dabei unterstützen, unseres Erachtens rechtswidrige Zustände zu legalisieren.“

Von Christina Koormann

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