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Viel Moos fürs Moor

Renaturierung des Rauhen Luchs Viel Moos fürs Moor

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) besuchte am Freitag das Rauhe Luch bei Ruhlsdorf (Gemeinde Nuthe-Urstromtal). Das Verlandungsmoor soll im Rahmen des Moorschutzprogramms des Landes renaturiert werden. Insgesamt gibt es mehr als 500 Waldmoore in Landesbesitz, gerettet werden sollen.

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Hier wurde einst Torf gestochen und das Moor degradiert. Marek Rothe (r.) zeigt Minister Jörg Vogelsänger (2.v.l.) das Rauhe Luch.

Quelle: Hartmut F. Reck

Ruhlsdorf. Es ist eine Jahrhundert-, wenn nicht gar eine Jahrtausendaufgabe: die Renaturierung des Moores im Rauhen Luch nördlich von Ruhlsdorf und westlich von Liebätz. Zwei Meter ist es in den vergangenen zwei Jahrhunderten abgesackt wegen der Torfgewinnung, systematische Entwässerung und Melioration.

Das Land Brandenburg hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses inzwischen auch als europäisches FFH-Gebiet ausgewiesene Moor zu retten. Aber wie lange dauert so etwas? „Wir gehen von einem Millimeter pro Jahr aus“, sagte Marek Rothe, Leiter der Landeswaldoberförsterei Belzig. Das wäre ein Zentimeter in zehn Jahren, zehn Zentimeter in 100 Jahren, ein Meter in 1000 Jahren. Also hätte man in 2000 Jahren den ursprünglichen Zustand wieder erreicht. Aber was sind schon 2000 Jahre bei einem 13 000 Jahre alten Moor? Und irgendwann muss man damit anfangen, was auch nicht ganz billig ist. Es gibt mehr als 500 Waldmoore in Brandenburg, die überwiegend im Eigentum des Landes sind. Zu deren Renaturierung wurden bereits 1,4 Millionen Euro ausgegeben, in diesem Jahr kommen laut Moorschutzprogramm 900 000 Euro dazu.

Viel Moos fürs Moor also, aber das hat seinen Grund, wie Rothe und seine Kollegen am Freitag Landwirtschafts- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) anschaulich bei einer Exkursion durchs Rauhe Luch erläuterten. So ist das Moor ein bedeutender Wasserspeicher und der größte Kohlendioxid-Speicher nach Holz und Grünland.

Hintergrund

Das Moor im Rauhen Luch entwickelte sich vor etwa 13 000 Jahren. Zunächst setzte sich dort Vulkanasche ab, später in der Eiszeit schmolz ein Gletscher ab.

Im 19. Jahrhundert wurden Entwässerungsgräben zur Nuthe hin gelegt zur intensiven Torfnutzung.

Unter Naturschutz wurde das Moor 1937 gestellt und 2002 als FFH-Gebiet gemeldet.

 

Was das Wasser betrifft, so hat das Moor derzeit wenig zu speichern, weil es kaum geregnet hat. Um aber den Regen, wenn er denn fällt, auch zugeführt zu bekommen, werden mehrere Maßnahmen getroffen: Angrenzende Waldbestände werden durchforstet. Durch die Entnahme von Kiefern wird weniger Wasser verbraucht und mehr Niederschlagswasser erreicht den Boden. Das erreicht man zweitens auch durch den Waldumbau, indem Laubbäume einen Teil der Kiefern ersetzen. Und drittens werden auf dem Moorkörper selbst Kiefern, Birken und Buschwerk entfernt, um auch dort den Wasserverbrauch zu verringern. Weiterhin werden Entwässerungsgräben verplombt, um das Wasser im Moor zu halten.

„So etwas nennt man auch vorbildliche Waldbewirtschaftung“, sagte Minister Vogelsänger. Doch die kostet nicht nur Geld. Dadurch verzichte das Land langfristig auf 65 bis 70 Euro pro Hektar und Jahr wegen geringerer Holzerträge.

Von Hartmut F. Reck

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