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Viele Probleme mit kleinen Lichtblicken im Dorf

Hohenahlsdorf Viele Probleme mit kleinen Lichtblicken im Dorf

Viele Kinder, kaum Leerstand, gute Verkehrsanbindung – die Symptome von Hohenahlsdorf lassen alles andere vermuten als die Diagnose demografischer Wandel. Trotz der positiven sozialen Struktur haben die 170 Einwohner einige Sorgen. Die sind vor allem baulicher Art und seit einigen Jahren von den zuständigen Ämtern unberührt.

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Das alte Feuerwehrhaus ist zu klein. Ortsvorsteher Thomas Grahl zeigt, dass sich die Fahrzeugtüren nur auf einer Seite öffnen lassen.

Quelle: Victoria Barnack

Hohenahlsdorf. Über das Potenzial seines Dorfes gibt es für Ortsvorsteher Thomas Grahl keine Diskussionen. „Die Dorfgemeinschaft funktioniert gut“, sagt er. Hohenahlsdorf kann eine solide, aktive Feuerwehr, einen Förderverein für das denkmalgeschützte Gutshaus und einen angrenzenden Park samt Spielplatz vorweisen, von dem andere Orte im Niederen Fläming nur träumen können. Trotzdem ist für ihn nicht alles Gold, was zumindest auf den ersten Blick glänzt. Denn vor allem baulich sieht Grahl gleich mehrere Punkte in Hohenahlsdorf, an denen Handlungsbedarf besteht.

Problem Verkehr

Größtes Problem des 170-Einwohner-Ortes ist seit vielen Jahren der Verkehr. Vor allem die vielen Lkw machen den Hohenahlsdorfern das Leben schwer. „Nach der Einführung der Lkw-Maut hat man sofort eine deutliche Zunahme gemerkt“, berichtet Grahl. Mehr als 3000 Fahrzeuge durchqueren den Ort inzwischen täglich – Tendenz steigend. Bis zu 600 davon werden dem Schwerverkehr zugeordnet. Im Bundesverkehrswegeplan findet Hohenahlsdorf keine Erwähnung mehr. Unter den Einwohnern des Dorfes herrscht deshalb Unverständnis und Verärgerung.

Auch die Gemeinde Niederer Fläming sieht das ähnlich. „Wir haben dem Landesbetrieb Straßenwesen klar gemacht, dass wir bauliche Maßnahmen erwarten, um die Reduzierung der Einfahrtsgeschwindigkeit in den Ort zu erreichen“, erklärt David Kaluza (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming. Ortsvorsteher Thomas Grahl plädiert beispielsweise für insgesamt drei Verkehrsinseln. Aktuell gibt es jedoch keine konkreten Planungen beim Landesamt.

Bauland gesucht

Ähnlich ist die Situation auch bei dem zweiten Problemkind in Hohenahlsdorf. Mehrere denkmalgeschützte Gebäude verunstalten nicht nur das Dorfbild. Sie nehmen laut Ortsvorsteher Thomas Grahl auch Platz weg, der als Bauland genutzt werden könnte. „Wir hatten Anfragen von jungen Familien, die kein Bauland finden“, berichtet er.

Ein gebürtiger Hohenahlsdorfer ist deshalb zum Beispiel nach Langenlipsdorf „abgewandert“. Bewohnbaren Leerstand gebe es im Dorf momentan nicht, so der Ortsvorsteher.

Dem Bürgermeister der Gemeindeist ist das Problem bereits aus anderen Ortsteilen bekannt. Die Ausweisung von Bauflächen im Dorfinneren soll deshalb im nächsten Jahr ein Arbeitsschwerpunkt der Gemeindeverwaltung sein. An den Außenrändern sollen die Dörfer möglichst nicht wachsen.

Ein erster Lichtblick

Auch für das alte Feuerwehrgebäude gibt es bereits einen ersten Lichtblick. Denn das steht auf der Prioritätenliste der Gemeinde im Jahr 2017. Eine Kostenschätzung und die Entscheidung zwischen Um- oder Neubau stehen jedoch noch nicht fest. Beide Varianten würden die Dorfgemeinschaft laut Grahl vorantreiben. „Wir haben Anfragen von Kindern, die gern wieder in eine Jugendfeuerwehr eintreten würden“, erzählt er. Momentan besteht die Wehr lediglich aus den 18 Mitgliedern der aktiven Abteilung.

Im Dorf leben derzeit mehr als 15 Kinder unter 10 Jahren. „Unser Vorschlag ist es, aus dem alten Gebäude einen Gemeinschaftsraum zu machen, in dem auch der Jugendclub und endlich wieder die Feuerwehrbekleidung Platz finden“, sagt Thomas Grahl. Neuigkeiten wird es allerdings erst im kommenden Jahr geben. Dann sollen entsprechende Fördermittel beantragt werden.

Von Victoria Barnack

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