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Viele Ziele statt großer Visionen

Luckenwalde Viele Ziele statt großer Visionen

Acht weitere Amtsjahre stehen Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) nach ihrer Wiederwahl bevor. Für ihre dritte und letzte Amtszeit hat sie sich noch viel vorgenommen. Statt großer Visionen konzentriert sie sich auf viele Ziele, für die womöglich die Zeit und auch die finanziellen Mittel nicht reichen werden.

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Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) wurde am 24. September in ihre dritte Amtszeit als Luckenwalder Bürgermeisterin gewählt.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Die Bürgermeisterwahl ist schon ein paar Tage her. Diese Zeit bis zum Tag der Deutschen Einheit, hat die Wahlsiegerin und Amtsinhaberin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) genutzt, um sich vom Wahlkampfstress und dem seelischen Druck, der dabei auf jedem Kandidaten lastet, etwas zu erholen. „Ich bin glücklich und erleichtert“, sagt sie mit voller Zufriedenheit über den Wahlausgang, „und stelle fest, dass sich das Ergebnis homogen durch alle Wahlbezirke durchzieht.“ Bis auf zwei Wahllokale stimmten überall meist deutlich mehr als 50 Prozent der Wähler für sie. Auch freut sie sich darüber, dass sich die drei Kandidaten „keine allzugroßen Verletzungen beigefügt haben“.

Für Elisabeth Herzog-von der Heide (55) ist es klar, dass ihre dritte achtjährige Amtszeit, die ihr ab dem 4. Januar bevorsteht, auch ihre letzte sein wird. Nein, einen Nachfolger habe sie sich noch nicht ausgeguckt, „schließlich bin ich nicht angetreten, um in den kommenden acht Jahren in aller Ruhe meinen Schreibtisch aufzuräumen“, sagt sie mit ihrem typischen Sinn für Humor. Vielmehr gehe es ihr darum, die Dinge voranzubringen, die sie und ihre Mitarbeiter im Rathaus angeschoben haben, und darum, sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.

Visionen für letzte Amtszeit

Auf die Frage, welche Vision sie für ihre letzte Amtszeit habe, antwortet sie mit einer langen Liste an Vorhaben – und das ohne Anspruch auf Vollständigkeit: möglichst schnelle Lösung des Kitaplatz-Problems, mögliche Erweiterung des Schulkomplexes der Oberschule, Schulen in guten Zustand bringen, Sanierung des Wohngebiets Burg, Wohnungsbau dort, wo jetzt noch Industriebrachen sind, Tartanbahn im Stadion, Sole-Außenbecken an der Fläming-Therme, E-Mobilität, generationengerechte Infrastruktur, Nachnutzung für das alte Stadtbad, Mendelsohnhalle in Nutzung bringen, attraktive Unternehmen am Zapfholzweg und in der Industriestraße ansiedeln, vor Ort bleibende Flüchtlinge integrieren, indem man sie in Lohn und Brot bringt, und den Luckenwalder Boulevard „zum selbstständig schlagenden Herz der Stadt“ machen.

„Das ist vielleicht alles etwas kleinteilig“, gibt sie zu und schränkt auch gleich ein, dass für all das weder die Zeit noch die Mittel reichen dürften. Angesichts der deutlich gesunkenen investiven Schlüsselzuweisungen, die die Stadt vom Land bekommt – 2018 werden es rund 700 000 Euro sein – könne man noch nicht einmal alle Förderprogramme, die man eingeworben habe, kofinanzieren, dämpft Herzog allzugroße Erwartungen.

Was als erstes nach einer Lösung schreit, ist aus ihrer Sicht der Mangel an Kitaplätzen. Dabei müsse man jetzt schon die Entwicklung der Schülerzahlen im Blick haben, so Herzog-von der Heide. Das sei allerdings leichter, weil länger vorauszuplanen als im Kitabereich.

Günstige Wohnungen benötigt

Sogenannte Wachstumsschmerzen der Stadt, die durch den plötzlichen Bevölkerungszuwachs aufgrund von Zuzügen und Babyboom verursacht werden, betreffen auch den Wohnungsmarkt. „Wir brauchen 2500 Wohnungen im Niedrigpreissegment“, sagt die Bürgermeisterin, das heißt: sozialer Wohnungsbau für Rentner und Kleinverdiener. Zugleich müsse bestehender Wohnraum barrierefrei gestaltet und modernisiert werden.

Für private Häuslebauer herrsche zwar ein gutes Klima, doch es fehle an geeigneten Bauplätzen. So sei es ihr Ziel, mit Hilfe des Stadtumbauprogramms III vorhandene Industriebrachen so vorzubereiten, dass dort privater Wohnungsbau möglich sein wird, insbesondere rund um den Bahnhof.

Den Parkplatzmangel bekommt Herzog in ihrem Wohngebiet am eigenen Leib zu spüren. So suche man nach einer Regelung, das vorhandene Parkhaus auszulasten. Mit dem in Auftrag gegebenen Parkraumkonzept entstünden zwar keine zusätzlichen Parkplätze, aber zumindest soll das vorhandene Angebot besser ausgenutzt werden. „Wir können nicht jedes zweite Haus abreißen, um dort Parkplätze zu schaffen“, sagt sie.

Stadt-Umland-Wettbewerb

Mit Hilfe des gemeinsam mit Nuthe-Urstromtal und Trebbin gewonnenen Stadt-Umland-Wettbewerbs sollen im Bahnhofsbereich ein Fahrradparkhaus mit Ladestationen für Elektrofahrräder entstehen. Hinzu kommen Außenparkbereiche auf dem ehemaligen Gaswerkgelände.

Häufig verwendet die Bürgermeisterin die Floskel: „Da sollte man sich nicht nervös machen lassen.“ Das stieß vielen Zuhörern auch bei dem MAZ-Bürgermeister-Wahlforum auf. Ihre Gegner warfen ihr anschließend vor, damit dem allgemeinen Stillstand, den sie symbolisiere, Ausdruck zu geben. Darauf angesprochen winkt Elisabeth Herzog-von der Heide entschieden ab: „Nicht nervös machen lassen, heißt: Da läuft schon was.“

Von Hartmut F. Reck

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