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Teltow-Fläming Vielversprechender Auftakt im Künstlerhaus
Lokales Teltow-Fläming Vielversprechender Auftakt im Künstlerhaus
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00:24 08.03.2018
Künstlerhaus-Direktorin Anne Frechen und Carlos Cárdenas im Gespräch mit den zahlreichen Gästen. Etwa 50 Besucher waren zum Saisonauftakt gekommen. Quelle: Uwe Klemens (2)
Wiepersdorf

Das Tempo, mit dem das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf am Sonntag Nachmittag in die Veranstaltungssaison 2018 startete, ist ungeachtet des seit langem im Hintergrund laufenden Ringens um die Offenhaltung des Hauses, vielversprechend. Die erst Anfang Februar angereisten Stipendiaten haben sich kaum die Zeit zum Kofferauspacken gegönnt, sondern machten sich sogleich an die Umsetzung ihrer Ideen.

Mit der Autorin Rina Schmeller, den Malerinnen Marianne Gielen und Sibylle Prange sowie dem Komponisten Carlos Cárdenas präsentierten sich am Sonntag Künstler alle drei mit der Vergabe von Stipendien geförderten Kunstgattungen in der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Gartensaal“ der Öffentlichkeit.

Traurige Fahrt im „Großen Wagen“

„Der große Wagen“ wird später einmal vielleicht der Titel des Romans sein, dessen erstes Kapitel Rina Schmeller erstmals öffentlich vorstellte. Sucht überhaupt, Alkoholabhängigkeit und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen ist der Themenkreis des Romans, von dem es vor vier Wochen nicht mehr als eine Skizze im Hinterkopf gab, erzählte die 31-Jährige. Auf vier miteinander verwobenen Erzählebenen lässt Schmeller Leser und Zuhörer teilhaben am Schicksal ihrer Protagonisten, die Geschwister sind, sich aber dennoch, vielleicht auch gerade deshalb, nicht helfen können. „Das Ende“, so Schmeller,„soll ambivalent bleiben.“ Dass es kein gutes sein wird, zeigt sich bereits im ersten Kapitel.

Themen die Treue gehalten

Ihren nach Wiepersdorf mitgebrachten Themen haben auch Marianne Gielen und Sibylle Prange die Treue gehalten, wie sich in der Galerie mit ihren seither entstandenen Arbeiten zeigte. Die Schönheit der ländlichen Kargheit scheint Prange komplett in ihren Bann gezogen zu haben. Knorrige Bäume auf weiter Flur, marode Scheunen und verfallene Hallen oder einsam in der Landschaft stehende Erntetechnik hat sie zu ihren Motiven erkoren und in unzähligen in Mischtechnik gefertigten Miniaturen, kaum größer als Postkarten, für die Ewigkeit festgehalten. „Entdeckt habe ich alles auf meinen Spaziergängen, die ich fast täglich unternehme“, sagt die 47-jährige gebürtige Brandenburgerin. „Menschen bin ich dabei noch nicht begegnet. Und wenn, würde ich sie trotzdem nicht malen. Wahrscheinlich würden mir die Bilder dann zu lieblich.“

Weit ab von Lieblichkeit

Weit ab davon lieblich zu wirken, sind auch die großformatigen, abstrakten Arbeiten der Potsdamerin Marianne Gielen. Wer in ihren Bildern nach einem Ruhepunkt sucht, muss lange suchen. Bei ihren Besuchen auf dem Jüdischen Friedhof in Meinsdorf, muss es ihr ähnlich ergangen sein. Wer sich die Mühe macht, sich durchs scheinbare Wirrwarr düsterer Linien und greller Farbimpressionen zu tasten, kann beides entdecken: Die Schönheit und die Trauer.

Seine Arbeitsweise als Filmkomponist erläuterte der Kolumbianer Carlos Cárdenas anhand zweier, von ihm bereits vor Jahren vertonten Filme aus der Hochzeit des Avantgardismus. Er selbst verstehe sich dabei als Architekt, der die vorhandene Struktur des Films aufgreift und unterstützt. Man darf gespannt sein, was als nächstes in Wiepersdorf entsteht.

Von Uwe Klemens

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