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Vier Generationen unter einem Dach

Märtensmühle Vier Generationen unter einem Dach

Vom Kind bis zu den Urgroßeltern leben in Märtensmühle unter einem Dach. Das Modell Großfamilie funktioniert gut. Sogar viel besser, als es sich Carina und Stefan Gellenthin einst vorstellten. Sie wollten nur vorübergehend ins elterliche Haus einziehen, als sie aus der Ferne heimkehrten. Doch jetzt wollen sie das Mehrgenerationenhaus nicht mehr missen.

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Das Wohnhaus in Märtensmühle, in dem vier Generationen leben.

Quelle: Margrit Hahn

Märtensmühle. Das Modell der Großfamilie gibt es noch – auch wenn es so nicht geplant war. Seit fünf Jahren wohnen vier Generationen einer Familie in Märtensmühle unter einem Dach.

Carina Gellenthin und ihr Mann Stefan haben sechs Jahre in Frankfurt am Main gewohnt und hatten Sehnsucht nach Familie und Freunden. Für sie stand immer fest: Wenn sie das zweite Kind erwarten, ziehen sie zurück nach Märtensmühle. Sie wollten sich ein eigenes Haus bauen und zogen 2011 vorübergehend ins Haus ihrer Eltern Elke und Bernd Gellenthin und ihrer Großeltern Christa und Fritz Steinicke. Nie wären sie auf die Idee gekommen, dass dies für immer sein könnte. „Ich dachte immer, mit so vielen Leuten unter einem Dach – das kann nicht gut gehen. Außerdem wollte ich meinem Mann nicht die ganze Familie aufzwingen“, sagt Carina Gellenthin. Deshalb hatten sie und ihr Mann mit den beiden Kinder Jaron und Oscar etwas Eigenes geplant. Doch bis dahin wurde der alte Boden entrümpelt, wo die junge Familie einzog.

Monatelang Bad und Küche geteilt

Ein halbes Jahr lang haben sich die vier Generationen ein Bad und eine Küche geteilt. Dabei stellte die 33-Jährige fest, dass es gar nicht so schlecht ist, dass alle unter einem Dach wohnen, wenn nur jeder seine eigene Küche und sein eigenes Bad hätten. Auch ihr Mann Stefan fand die Idee gut.

Carina Gellenthins Bruder ist vor einigen Zeit ausgezogen und ihre Schwester studiert in Weimar Architektur. Somit war genügend Platz im Bauernhaus.

Feiertage und Geburtstage werden seitdem zusammen gefeiert und am Wochenende essen alle gemeinsam – Punkt 12 Uhr. Meist kochen Oma Christa oder Mutter Elke. „Alle paar Jahre gibt es ein ordentliches Gewitter hier im Haus aber nachtragend ist zum Glück keiner“, sagt Vater Bernd, der auf dem Grundstück einen Reifendienst betreibt.

Im Oktober kommt das dritte Kind

Carina Gellenthin ist froh, dass sie wieder in Märtensmühle wohnt . „Wir wollten, dass die Kinder im Grünen aufwachsen. Hier haben sie viele Freunde und das Schöne an einem Mehrgenerationenhaus ist, dass immer einer da ist“, sagt die zweifache Mutter, die im Oktober ihr drittes Kind bekommt.

Carina Gellenthin (r) mit ihren Kindern, Eltern, Großeltern und ihrer Schwester Katja

Carina Gellenthin (r.) mit ihren Kindern, Eltern, Großeltern und ihrer Schwester Katja

Quelle: Margrit Hahn

„Wenn die jungen Leute im Urlaub sind, ist es ziemlich ruhig im Haus, dann fehlt was“, sagt Elke Gellen­thin, die als Erzieherin im Woltersdorfer Kindergarten arbeitet. Ihr ist wichtig, den jungen Leuten nicht reinzureden. Und ihr gefällt es, dass trotz großer Familie, alle ihren Hobbys nachgehen können. Sie tanzt Line-Dance und singt mit ihrem Mann im Woltersdorfer Kirchenchor. Carina Gellenthin spielt im Posaunenchor und der siebenjährige Jaron ist Fußballer beim Ruhlsdorfer BC.

Gemeinschaftsentscheidungen bei Dach- und Fassadenfarbe

Bei wichtigen Entscheidungen, wie beim Anstrich des Hauses oder bei der Dachfarbe dürfen alle mitreden. Nachdem das Haus auf Wunsch von Christa Steinicke geputzt war, stellte man fest, dass das Dach farblich nicht passt. „Wir sind dann mit meinen Eltern umhergefahren und haben uns Dächer angeschaut und entschieden, dass die Dachsteine Grün sein müssen“, berichtet Elke Gellenthin.

Zum 87. Geburtstag wurde Christa Steinicke mit einem Gedicht überrascht. Darin heißt es: „Hier bei dir pulsiert das Leben, bist von Kindern heut umgeben . . . du schaust stillvergnügt aufs Jetzt das man häufig unterschätzt und in diesem Augenblick, liegt dein ganzes Lebensglück.“ Genauso sieht es Christa Steinicke: „Dem gibt es nichts hinzuzufügen.“

Von Margrit Hahn

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