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Teltow-Fläming Vierseithof macht wieder dicht
Lokales Teltow-Fläming Vierseithof macht wieder dicht
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00:36 19.03.2018
Das Hotel und Restaurant Vierseithof in Luckenwalde schließt zum Monatsende. Die Zukunft des Hauses ist derzeit ungewiss. Quelle: Fotos: Hartmut F. Reck (2)
Luckenwalde

Das Hotel und Restaurant „Vierseithof“ in Luckenwalde steht wieder vor dem Aus. Die zwölf Mitarbeiter wurden zum Monatsende gekündigt. Der Betrieb wird eingestellt.

Der Grund dafür liegt nicht in der Unwirtschaftlichkeit des Hotel- und Restaurantbetriebs, sondern an den Besitzverhältnissen. So müssen die Erwerber die Immobilie zurückgeben, obwohl sie sie vor gut zwei Jahren ordnungsgemäß gekauft hatten.

Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter

Der notariell beglaubigte Kaufvertrag wurde am 30. Dezember 2015 unterzeichnet, nachdem das Unternehmen schon seit zwei Jahren insolvent war. Käufer war Christian Kolbe, ein Immobilienkaufmann aus Berlin und Geschäftspartner von Rainer Bruns, der als Geschäftsführer der neuen Vierseithof Luckenwalde GmbH vor zwei Jahren Hotel und Restaurant übernahm und weiterbetrieb. Verkäufer war der Insolvenzverwalter der früheren Eigentümergesellschaft.

Immobilie war immer noch belastet

Das Problem: Die Immobilie war mit 190 000 Euro belastet. Einer der Gläubiger ist Maximilian Hägen, der mit seinem Berliner Immobilienunternehmen Haberent seinerzeit das Wohngebiet auf dem Volltuchgelände gebaut und den Vierseithof als exklusives Hotel und Restaurant saniert hat. Nach MAZ-Informationen versuchten die Vorbesitzer, den Verkauf durch den Insolvenzverwalter zu verhindern, unterlagen aber zweimal vor Gericht. Zudem hatte sich die Gläubigerversammlung kurz nach dem Notarvertrag gegen den Verkauf ausgesprochen. Aber Kolbe und Bruns gaben das höchste verbindliche Angebot ab und erhielten am 23. Januar 2016 den Zuschlag.

Das Restaurant im Vierseithof in Luckenwalde. Quelle: Hartmut F. Reck

Da die Immobilie nicht lastenfrei war, wurden in den Vertrag ein Zusatzvereinbarung aufgenommen, wonach innerhalb von zwei Jahren beide Seiten von dem Vertrag zurücktreten können, falls das Verfahren zwischen Insolvenzverwalter und Gläubigern nicht abgeschlossen ist. Bruns und Kolbe hatten diesen Passus längst verdrängt. Sie hatten nie vor, den Kauf rückgängig zumachen. „Warum auch?“, fragt Bruns. 2017 schrieb der Vierseithof bereits eine schwarze Null.

Verkäufer tritt vom Vertrag zurück

Dann der Schock: „Am 23. Februar kam ein Schreiben vom Insolvenzverwalter, dass er vom Vertrag zurücktritt“, berichtet Bruns. Die Begründung: Hägen habe die Schulden beglichen und ein höheres Angebot abgegeben, um wieder an den Vierseithof zu kommen.

Altbesitzer will sich nicht dazu äußern

Daraufhin suchte Bruns Hägen in Berlin auf. „Ich hatte ich nicht den Eindruck, dass er den Vierseithof wirklich weiterbetreiben will und die Mitarbeiter wollte er auch nicht übernehmen“, berichtet Bruns. Auf MAZ-Nachfrage antwortete Hägen, dass er aktuell keine Interviews zu diesem Thema gebe.

Rainer J. Bruns hat den Vierseithof seit zwei Jahren betrieben. Quelle: Hartmut F. Reck

„Mein Partner und ich sehen keine Chance, über juristische Schritte das Hotel weiterzubetreiben“, sagt Bruns sichtlich enttäuscht, „deshalb mussten wir allen Mitarbeitern zum 31. März kündigen und selber Insolvenz anmelden.“ Immerhin habe Kolbe hohe Forderungen an den Vierseithof. Er hatte 140 000 Euro investiert in eine neue Küche, Betten, Teppichboden, größere Fernsehgeräte, W-Lan, Musikanlagen, Pavillons im Innenhof und so weiter. Des Weiteren drohen Schadenersatzforderungen für gebuchte Übernachtungen und Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten.

Mitarbeiter arbeiten bis zum Ende durch

„Wir sind alle sehr traurig“, sagt Rainer Bruns, der besonders die Mitarbeiter lobt. Sie seien sehr tapfer und zögen den Betrieb bis zum Schluss durch. Rückblicken hoffe er, wenigstens etwas Leben in die Stadt gebracht zu haben mit den Kneipennächten, den Bar-Abenden und Jazz-Frühschoppen im Vierseithof.

Auf und Ab: Die Entwicklung des Vierseithofs

1782: Bau des Vierseithofs als Herrenhaus für einen Tuchfabrikanten mit Tuchfabrik und Wohnanlage für Arbeiter.

1997: Eröffnung des unter strengen Denkmalschutzauflagen restaurierten Vierseithofs als Hotel und Restaurant.

2012/2013: Insolvenz der Betreibergesellschaft und Übernahme durch Eigentümergesellschaft, die dann aber auch in Konkurs ging.

Dezember 2015/Januar 2016: Kauf und Übernahme durch Christian Kolbe und Rainer Bruns mit einem neuen Konzept.

Von Hartmut F. Reck

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