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„Vintage“ als Inbegriff der Romantik

Dahmeland-Fläming „Vintage“ als Inbegriff der Romantik

Sommerzeit ist Hochzeitszeit. Und diesen Sommer feiern die Paare in der Region laut Hochzeitsplanerin Stefanie Frädrich am liebsten im „Vintage“-Stil. Klassische Spitze, viele Blumen und Naturelemente verleihen der Feier etwas romantisch Verträumtes. Wie der Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, verriet die Weddingplanerin im MAZ-Interview.

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Stefanie Frädrich aus Großziethen berät Paare bei der Planung ihrer Hochzeitsfeíern.

Quelle: Josefine Kühnel

Dahmeland-Fläming. Stefanie Frädrich (36) aus Großziethen ist Hochzeitsplanerin. Seit 2013 hilft sie Paaren aus der Region, ihren großen Tag zu planen. Im MAZ-Interview gibt sie einen Einblick in ihren Berufsalltag und Tipps für eine gelungene Feier.

Wie kamen Sie auf die Idee, Hochzeitsplanerin zu werden?

Meine Jobs bei der Bank und später im Büro-Management füllten mich nicht aus, deshalb suchte ich eine Alternative. Beim Recherchieren fand ich die IHK-zertifizierte Ausbildung zur Hochzeitsplanerin. Nachdem ich bei meiner eigenen Hochzeit kurz vorher so viel Spaß bei der Organisation hatte, dachte ich, das wäre genau das Richtige.

Wie haben Sie denn geheiratet?

Ich hatte 2013 eine Vintage-Hochzeit. Aber damals war die noch nicht so stark im Trend wie jetzt. Deshalb war es deutlich schwieriger, passende Dekoration zu finden. Wir haben daher einfach viel selbst gebastelt und in verschiedenen Läden gestöbert.

Und warum ist das Motto beliebt?

Weil das Altmodische-Verspielte und die ganzen Blumen für viele der Inbegriff der Romantik sind. Gern wird in einer Scheune geheiratet, um die Verbindung zur Natur zu verstärken. Das Florale, Ländliche hat etwas Verträumtes und passt wunderbar zu Hochzeiten.

Und wer keine Scheune will?

Manche Paare mieten sich ein Schloss, was natürlich sehr kostspielig ist. Viele feiern auch in Restaurants – am liebsten an den Sommersamstagen im Grünen am Wasser.

Laufen die Feiern immer noch ab wie früher mit Kaffee, Torte und Herzbettlaken?

Diese Bettlaken- oder Holzscheitspiele wollen kaum noch Paare. Aber generell sind die Feiern noch recht konservativ. Manchmal denke ich, hat das Brautpaar Angst, sonst etwas falsch zu machen.

Wie viel Vorlaufzeit braucht die Hochzeitsplanung?

Etwa ein Jahr.

Das ist ein großer Zeitraum. Wie oft sehen sie das Paar währenddessen?

Nachdem das Konzept besprochen wurde, suche ich einen geeigneten Ort. Das ist so das erste wichtige Treffen. Für weitere Absprachen telefonieren wir und es gibt noch so vier bis fünf Treffen, bei denen dann alles andere besprochen wird.

Und wie berechnet sich Ihr Honorar über diese lange Zeit?

Ich kalkuliere vorab nach Stundenaufwand ein festes Honorar unabhängig von den Gesamtkosten für die Hochzeit.

Wie planen Sie eine Hochzeit?

Zuerst frage ich, was dem Brautpaar wichtig ist und wie es sich den großen Tag vorstellt. Dann schlage ich ein individuelles Konzept vor. Das beinhaltet den Ort, die Einladungen, die Dekoration, die Hochzeitstorte, Gastgeschenke und das Programm.

Begleiten Sie das Brautpaar bei allen diesen Erledigungen?

Je nach Kundenwunsch, aber bei den Floristen und bei der Auswahl der Hochzeitstorte bin ich immer dabei, weil die wichtig für das Gesamtbild am Hochzeitstag sind.

Wer kümmert sich lieber um die Vorbereitungen, die Braut oder der Bräutigam?

Traditionell eher die Bräute.

Wollen die Ihnen manchmal das Zepter aus der Hand nehmen?

Wir arbeiten ja zusammen. Tatsächlich helfen aber die Mütter häufig gern mit. Einigen Brautpaaren ist das nicht so lieb, da muss ich dann durchsetzen, dass sie die Organisation der Feier uns überlassen.

Brauchen Bräutigame auch mal Hilfe?

Ja, vor allem bei der Auswahl der Anzüge. Gerade die Jüngeren haben teilweise noch nie einen getragen.

Wie viel Geld muss ich für eine Hochzeit einplanen?

Es kommt immer darauf an, was man alles haben möchte. Aber so ungefähr zwischen 130 bis 160 Euro pro Gast kann man für die Location mit Bewirtung rechnen. Die Torte kostet etwa 2,50 Euro bis 6,50 Euro pro Gast und einen DJ gibt es ab 500 Euro. Ein nicht zu unterschätzender Posten ist der Fotograf. Den gibt’s ab etwa 100 Euro pro Stunde.

Also ist eine kleine Hochzeit generell günstiger?

Nicht unbedingt. Die Kosten für DJ, Fotograf und das Programm bleiben ja gleich. Und Restaurants werden normalerweise nach Mindestumsatz gemietet. Bei mehr Gästen lässt sich der einfacher erreichen. Wenn das nicht der Fall ist, muss die Differenz als Miete gezahlt werden.

Gibt es auch mal Zoff mit der Braut?

Je näher die Hochzeit rückt, umso sensibler werden die Bräute. Aber bei drohenden Streits versuche ich durch etwas Abstand die Situation zu beruhigen und dann zu klären.

Wurde bei einer ihrer Hochzeiten schon mal jemand stehen gelassen?

Nein, zum Glück nicht!

Der Bundestag hat entschieden, dass die Ehe für alle eingeführt werden soll. Wie finden sie das?

Na super! Bei der Ehe steht doch die Liebe im Vordergrund, egal ob zu Frau oder Mann.

Haben Sie noch einen Tipp, für zukünftige Ja-Sager?

Das Wichtigste auf jeder Hochzeit ist die Atmosphäre. Und die überträgt sich vom Brautpaar auf die Gäste. Ist das Paar entspannt, sind es alle und es wird automatisch ein unvergesslich schöner Tag.


Von Josefine Kühnel

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