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Vokabel-Quiz in Fläming-Platt

Spaß beim Vortragen der Geschichten in Mundart Vokabel-Quiz in Fläming-Platt

„Platt konnt ick eher reen als Deutsch“, sagte Ruth Zieke in ihrer Mundart. Schon als kleines Mädchen hatte sie zu Hause ausschließlich Flämingplatt gesprochen und erst in der Schule Hochdeutsch reden und schreiben gelernt.

OEHNA. . Die 87-Jährige ist eine der drei Muttersprachlerinnen, die Freitagabend in Oehna zum Platt-Abend Geschichten in der Fläming-Mundart vortrugen.

Sprechen kann sie es bis heute. „Vor allem viele Ältere im Dorf nutzen die Sprache noch, um sich zu unterhalten“, bestätigte auch Dorothea Frontschak, die dort vorlas. Eingeladen zum Plattabend in Wittes Lokal hatte wie im Vorjahr der Oehnaer Heimatverein.

Vorsitzende Heidelore Schrank möchte damit Interessierten Gelegenheit geben, dem Fäming-Platt zu lauschen, solange es noch eine Generation gibt, die es sprechen kann. „An diesem Abend wollen wir uns nicht hochwissenschaftlich damit beschäftigen, sondern es wäre einfach schön, das Platt so lange wie möglich in unserer Erinnerung zu halten“, sagte sie zur Begrüßung der Gäste.

Vor allem Freunde und Nachbarn aus Oehna waren gekommen, aber auch ein paar Jüterboger und Besucher aus den Nachbarorten. „Das Vokabel-Quiz im vergangenen Jahr war schon sehr lustig, darum wollte ich in diesem Jahr auch wieder dabei sein“, meinte Kathrin Bruckbauer, die zu den jüngeren Gästen zählte. „Dadurch wenigstens ein paar Wörter Fläming-Platt zu lernen, ist ja auch nicht schlecht“, sagte sie. Das heitere Raten der Vokabeln erfolgte an diesem Abend wieder per Ankreuzen auf Zetteln. Auf denen waren zwanzig, für viele völlig fremdartige Begriffe zu lesen. Drei Übersetzungsvorschläge waren ebenfalls angegeben und machten das Ratespiel doch sehr lehrreich. Ob „Hanschke“, „Duse“ oder „Bollen-Piepe“, die Wörter der fast ausgestorbenen Sprache machten dem Publikum jede Menge Spaß. Die überlieferten Geschichten von „Münchows Fritzen“, die Karl-Heinz Niendorf aufgeschrieben hat, am allermeisten. Schnell findet man sich auch ohne Platt zu sprechen in die Sprache hinein und versteht beinahe jedes Wort. Die witzigen Anekdoten des Jüterbogers Julius Emil Münchow, der in der Mönchenstraße von 1868 bis 1928 gelebt haben soll, waren der Höhepunkt des Abends. Karl-Heinz Niendorf hatte sie schon oft gehört und erzählt bekommen und mehrere davon in Platt aufgeschrieben.

Mehr als zwei Stunden lang verbrachten die Gäste mit der alten Sprache. Insgeheim hoffte an diesem Abend wohl jeder, dass das Platt noch eine ganze Weile dem Fläming so lebendig erhalten bleiben wird. „Mal sehen, wie es noch wird. In der Grundschule in Werbig gibt es ja die erste Möglichkeit für Kinder, es wieder zu lernen“, hofft Heidelore Schrank, die bald wieder zu einem Platt-Abend einladen wird. (Von Kathrin Burghardt)

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