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Vom Flüchtling zur Pflegekraft

Blankenfelde Vom Flüchtling zur Pflegekraft

Als Christ hatte es Johnathan Murad in Pakistan nicht immer leicht, deshalb beschloss er vor zwei Jahren seine Heimat zu verlassen. Mittlerweile arbeitet der 26-Jährige im Haus Christo in Blankenfelde als Altenpflegehelfer. Anfangs waren nicht alle Bewohner davon begeistert, dass sie von einem Flüchtling betreut werden.

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Johnathan Murad (r.) unterstützt seit zwei Monaten das Team im Haus Christo in Blankenfelde.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Aufstehen, Essen geben, waschen, anziehen und zwischendurch ein nettes Wort – so sieht der Alltag von Johnathan Murad aus. Der 26-Jährige ist einer von mehr als 70 Beschäftigten, die in der Seniorenunterkunft Haus Christo in Blankenfelde arbeiten.

Seine Geschichte ist eine ganz besondere und beginnt im Jahr 2014, als Johnathan Murad beschloss, seine Heimat Pakistan zu verlassen. Als Christ war ihm das Leben in dem mehrheitlich muslimisch geprägten Land immer schwieriger geworden. „Ich habe mich verfolgt und nicht mehr sicher gefühlt“, sagt er. Auch wenn es ihm schwerfiel, sein bisheriges Leben aufzugeben, entschloss er sich, nach Deutschland zu kommen. Dort lebte er lange in Flüchtlingsunterkünften, zuletzt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf.

Kontakt über Pfarrer

Der Dahlewitzer Pfarrer Karsten Weyer war auf den jungen Pakistaner aufmerksam geworden, weil dieser in seiner Heimat eine Ausbildung zum Altenpfleger gemacht hat. So entstand der Kontakt zum Haus Christo in Blankenfelde – für dessen Leiterin Heidi Weinhold ein echter Glücksgriff. „Er hat sich sehr gut gemacht“, sagt sie. Nach einem Pflegebasiskurs absolvierte Johnathan Murad ein zweimonatiges Praktikum im Haus Christo.

„Es gab schon Vorbehalte am Anfang. Nicht alle Bewohner waren begeistert“, sagt Heidi Weinhold. Mit seiner einfühlsamen und freundlichen Art habe er sich schnell die Sympathie erarbeitet. Fachlich und menschlich funktioniert die Zusammenarbeit bestens, nur mit der Sprache hat der Pakistaner noch seine Probleme. „Deutsch ist wirklich schwierig“, sagt der 26-Jährige. Seine Kollegen sind angehalten, nur auf Deutsch mit ihm zu sprechen. Das habe sich bewährt, sagt die Leiterin des Haus Christo. Mindestens so schwierig wie die Sprache ist die Bürokratie in Deutschland. Trotz des großen Bedarfs an Pflegekräften hat die Ausländerbehörde Monate für die Arbeitsgenehmigung gebraucht.

Jeden Sonntag in die Kirche

Die Unterkunft in Wünsdorf hat Johnathan Murad mittlerweile verlassen. Er lebt nun bei einer Familie in Blankenfelde. In seiner neuen Heimat darf er endlich auch seine Religion frei ausleben. Jeden Sonntag geht er in die Kirche nach Dahlewitz. „Wir berücksichtigen das bei unserer Dienstplanung“, sagt Heidi Weinhold. Flüchtlinge als Modell für die Zukunft? Die Leiterin ist da vorsichtig. „Mehr als zwei gleichzeitig halte ich für schwierig wegen der Sprache.“

Unter den Kollegen führen die Verständigungsschwierigkeiten sogar hin und wieder zu positiven Effekten, findet Pflegerin Gisela Hesse. „Als Mann ist er zwischen den vielen Frauen ein guter Ausgleich. Er bringt das Schnatterteam auch mal zur Ruhe.“

Von Christian Zielke

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