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Teltow-Fläming Vom Ghetto zum Himmel auf Erden
Lokales Teltow-Fläming Vom Ghetto zum Himmel auf Erden
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04:40 04.06.2016
Michael Bachmann verwaltet den Wohnpark seit 1999. Quelle: Zielke
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Mahlow

Wohl niemand baut freiwillig ein Ghetto – schon gar nicht Investoren aus dem Münchener Raum, die Mitte der 1990er Jahre an blühende Landschaften im Osten geglaubt hatten. Der Wohnpark Mahlow hatte viele Jahre mit dem Ruf des Ghettos zu kämpfen: schwierige Mieterklientel, hohe Fluktuation, dazu die enge Bebauung, die viele Mahlower lange die Nase rümpfen ließen.

1999 herrschte schlechte Stimmung

Als Michael Bachmann, der Geschäftsführer der Vivant den Wohnpark 1999 übernahm fiel ihm die schlechte Stimmung unter den Mietern auf. „Die Leute hatten immer das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie hier wohnen“, sagt der Wohnungsverwalter. Ein Kunstwerk brachte dann die Wende: Im Jahr 2000 malte ein Künstler die Mauer des hunderte Meter langen Parkhauses dunkelblau an, brachte Lampen an, die die Sternbilder symbolisieren und schrieb den Schriftzug „Himmel auf Erden“ in riesigen Buchstaben auf den Beton. Eine Mitarbeiterin der Wohnungsverwaltung hatte die Idee dazu.
Seitdem spricht kaum noch jemand vom Ghetto und viele Mieter geben mit Stolz an, dass sie im Himmel auf Erden leben. „Ich war mir der Größenordnung damals gar nicht bewusst“, erinnert sich Bachmann. Die Kunstaktion hatte einem ganzen Quartier ein neues Selbstbewusstsein gegeben.

Heute zu 100 Prozent ausgelastet

Natürlich, gibt Bachmann zu, habe es auch viele ganz unkünstlerische Veränderungen gegeben. „Wir haben immer sehr darauf geachtet, wer bei uns einzieht“, sagt der 54-Jährige. Lieber eine Wohnung ein paar Monate leer stehen lassen, habe er sich damals gesagt. Heute ist der Wohnpark zu 100 Prozent ausgelastet. 1250 Menschen wohnen dort. „Das sind zehn Prozent aller Mahlower“, betont der Verwalter stolz. Vieler der Mieter leben schon lange in Mahlow, es sind junge und alte dabei. „Wir haben den typischen MIttelbau“, sagt Bachmann. In der Mitte liegen auch die Mietpreise: zwischen 7,50 und 8,50 Euro pro Quadratmeter. Vor allem auf kleine Wohnungen – zu denen besteht das Quartier etwa 70 Prozent – müsse man schon mal ein paar Monate warten.

Heizungen werden erneuert

Vom kommenden Jahr an sollen die Heizungen in den Häusern erneuert werden. Rund fünf Millionen Euro wollen die Eigentümer investieren. Ziel ist es, den Energieverbrauch weiter zu senken. Schon durch kleinere Maßnahmen wie neue Pumpen und veränderte Einstellungen habe man 20 Prozent Energie eingespart. Durch Solarthermie und die Nutzung von Abluftwärme will man den Wohnpark noch effizienter machen.

Bachmann hofft auch auf eine Löstung des Parkplatzproblems. Er möchte den verkehrsberuhigten Bereich weiter erhalten, die Parkzeit allerdings auf zwei Stunden begrenzen. und hofft, dass er dafür eine Sondergenehmigung bekommt. Auch einen Umbau der unteren Etage des Parkhauses hält er für möglich. „Und wer weiß“, sagt er, „ob in Zukunft noch jeder ein Auto hat.“

Von Christian Zielke

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