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Vom Papierkeller bis in Plattenküche

MAZ-Schulreporter Jüterbog Vom Papierkeller bis in Plattenküche

Bei einem Besuch in der Druckerei der MAZ in Potsdam haben die Schüler der Jüterboger Kastanienschüler einen Blick hinter die Kulissen der Zeitungsproduktion werfen dürfen. Die wichtigste Erkenntnis: Damit die MAZ jeden Tag im Briefkasten liegen kann, sind viele Menschen und beeindruckend große Maschinen nötig.

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In der „Plattenküche“ werden die Druckplatten unter Kunstlicht hergestellt.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog/Potsdam. Laut, schnell und unerwartet groß ist die Druckmaschine der MAZ in Potsdam. Das hatten die Schüler der Jüterboger Kastanienschule nicht geahnt, als sie am Dienstag einen Blick ins Innere der Zeitungsproduktion werfen durften. Vorher war Zeitung für sie vor allem raschelndes Papier mit vielen Fotos und Wörtern. Am Ende waren sie beeindruckt von der Zahl der Menschen und Maschinen, die dahinter stecken.

Lesekompetenz wird im Projekt unterstützt

Seit Anfang der Woche beschäftigen sich die Schüler der sogenannten Werkstufe der Förderschule für geistige Entwicklung intensiv mit dem Medium Zeitung im Projekt MAZ-Schulreporter. Für Lehrerin Viola Neumann ist das eine Gelegenheit, den Schülern kurze Texte näher zu bringen. „ Die Lesekompetenz ist bei unseren Schülern zwar sehr unterschiedlich, aber es werden trotzdem alle miteinbezogen. Es geht darum zu lesen und vor allem die Freude am Lesen zu wecken“, sagt sie.

Hunderte tonnenschwere Papierrollen stehen im „Papierkeller“ der MAZ-Druckerei am Fuß der mehrere Stockwerke hohen Druckmaschine

Hunderte tonnenschwere Papierrollen stehen im „Papierkeller“ der MAZ-Druckerei am Fuß der mehrere Stockwerke hohen Druckmaschine.

Quelle: Peter Degener

Da manchen der 16 bis 19 Jahre alten Förderschüler der Gruppe das Lesen ganz besonders schwer fällt, liegt ein Augenmerk auch auf den Fotos, die in der Zeitung abgedruckt werden. Im Unterricht schauen sich die Schüler während des Projekts vor allem den Lokalteil der Zeitung und den Internetauftritt www.MAZ-online.de an. „Sie kriegen dazu jeden Tag eine Aufgabe. Zum Auftakt in dieser Woche mussten sie zum Beispiel erkennen, wer der neue Bundespräsident sein wird“, erzählt Neumann diesen grundlegenden Ansatz des Zeitungslesens.

Geert Piorkowski  führte die Schüler durchs Verlagsgebäude und die Druckerei

Geert Piorkowski führte die Schüler durchs Verlagsgebäude und die Druckerei.

Quelle: Peter Degener

Doch bevor man die Zeitung in Händen halten kann, muss sie erst gedruckt werden. Mit Geert Piorkowski hatten die Schüler einen erfahrenen Journalisten als Führer durch Druckerei und Redaktionsräume. Der 64-Jährige lernte das Handwerk, als noch mit Bleisatz gedruckt wurde. Er war zuletzt Pressesprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums und ein Sprecher des Innenministeriums des Landes. Den Schülern öffnete er die Augen über die schwierige Aufgabe, wie ein Ereignis gedruckt und schließlich bis in die Briefkästen in Jüterbog und Luckenwalde gelangt.

Kilometerlanges Papierband rast durch die Druckmaschine

Vom Papierkeller, wo die großen Papierrollen am Fuß der mehrere Stockwerke hohen Druckmaschine lagern, bis in die „Druckplattenküche“ führte er die Schüler. In dem gelb beleuchteten Raum, der vor Tageslicht geschützt ist, werden die beschichteten Aluminiumplatten erstellt, die für den Vierfarbdruck jeder Zeitungsseite benötigt werden. Auf der Besuchergalerie erlebten die Schüler dann einen entscheidenden Moment. Das kilometerlange Papierband setzte sich in Bewegung und immer schneller flitzte die bedruckte Bahn durch die Maschine und spuckte nach kurzer Zeit 750 Zeitungen pro Minute aus.

Die Kastanienschüler vor der großen Druckmaschine

Die Kastanienschüler vor der großen Druckmaschine.

Quelle: Peter Degener

Nach einem kurzen Blick in die im Vergleich so stillen Redaktionsräume blieben noch viele Fragen: „Wie viele Bäume werden für die Zeitung gefällt?“, fragte die 18-jährige Patricia so kritisch, wie es ein Journalist tun würde. „Keiner“, sagte Piorkowski und erklärte, wie das durch Durchforstung von Wäldern und Recyclingpapier möglich ist. Die Schüler werden nun einen eigenen Artikel über das Erlebnis verfassen – für die ihre handgemachte Schülerzeitung „Kastanienblatt“.

Von Peter Degener

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