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Von Bewegung und Ankommen

Die Filmemacherin Barbara Högl lebt in Blankensee Von Bewegung und Ankommen

Die Filmemacherin Barbara Högl lebt seit einem Jahr im alten Pfarrhaus in Blankensee. Sie hat sich in der Vergangenheit für verhaltensauffällige Kinder eingesetzt und Filme über sie gedreht. Am Freitag wird ihr Dokumentarfilm über den Maler Max Liebermann in der Friedensstadt in Glau gezeigt.

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Barbara Högl zeigt am Freitag in Glau ihren Film über den Maler Max Liebermann.

Quelle: Margrit Hahn

Blankensee .    Barbara Högl ist Filmemacherin, Autorin und Projektentwicklerin. Am Freitag wird im Frieda-Müller-Haus in der Friedensstadt Glau ihr Film „Der Garten des Malers – Auf den Wegen Max Liebermanns“ gezeigt. Es ist die Annäherung an einen großen Künstler, den Maler Max Liebermann. Ein Bilder- und Zeitspaziergang, eine Filmerzählung von großer poetischer Kraft.

„Zweieinhalb Jahre Dreharbeiten stecken in dem Film“, berichtet Barbara Högl. Im vergangenen Jahr wurde er fertig. Zur Zeit bereitet die 72-Jährige weitere Filmprojekte vor: „Die Themen kommen auf mich zu. Alle meine Filme berichteten bisher über Dinge, die mir besonders nah und wichtig waren. So wird es auch künftig sein, es ist wie ein persönliches Markenzeichen.“ Barbara Högl wohnt seit gut einem Jahr in Blankensee. Ihre Biografie liest sich spannend, ist voller Auf- und Umbrüche. „Ich war kaum in Wuppertal geboren, als ich mit meiner Mutter und drei älteren Geschwistern in die Nähe von Köthen evakuiert wurde“, erzählt sie, „herauskatapultiert zu sein aus sicheren Bezügen, ist ja für viele, die wie ich noch im Krieg geboren sind, eine prägende Erfahrung. Ich hab mein Leben von Anfang an in Bewegung erlebt.“

Erste Lebensjahre auf dem Dorf, Schulzeit bis zur Mittleren Reife in Suhl, eine Gärtnerlehre in Erfurt, kurz vor dem Mauerbau mit dem späteren Ehemann Hans-Ludwig Högl in die BRD gewechselt. Dort in Essen, München, Wiesbaden und Frankfurt gelebt. „Das war nicht einfach, wir mussten uns fürs Überleben ziemlich anstrengen“, berichtet Barbara Högl. Wie ist es, in so vielen Berufen gearbeitet zu haben wie Revisionsarbeiterin, Offsetdruckerin, Zuschneiderin, Konditoreiverkäuferin, Propagandistin . . .? Barbara Högl lacht: „Lehr- und Wanderjahre. Mich hat nach einer Weile gar nichts mehr erschreckt.“

Das Ehepaar hatte sich eine selbstständige Existenz als Versicherungs- und Immobilienmakler aufgebaut, als Hans-Ludwig Högl mit 32 Jahren bei einem Verkehrsunfall starb. Barbara Högl führte das Geschäft zunächst allein weiter, ehe sie mit ihren zwei Kindern nach Westberlin zog.„Ein Tapetenwechsel“, sagt sie, „und in Berlin, wo alle Menschen die selben Ost-West-Erfahrungen hatten wie ich, fühlte ich mich wohl.“ Erst war sie „die aus dem Osten“, später bei Besuchen in der DDR „die aus dem Westen“. Die Grenze ging mitten durch die Familie.

Sie baute in Westberlin eine Künstleragentur auf, wo sie   ganz gezielt Ost- und Westkünstler managte. 1994 verkaufte sie die Agentur, als andere Aufgaben anstanden. Sie gründete eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Rädel (Lehnin), arbeitete für verhaltenssauffällige Kinder, war Vorsitzende eines Vereins und entwickelte eine Zeitschrift für die Thematik ADS/ADHS. „Dann sagte eines Tages Professor Doktor Opp von der Uni Halle, man müsse Filme machen über die auffälligen Kinder. Die würden ja nur als Problemfälle wahrgenommen, nicht mit ihren Stärken“, erzählt Barbara Högl, „da hab ich sofort den Arm hochgerissen. Das lag mir so am Herzen! Und ich wurde Filmemacherin.“ 1998 wurde an der Universität Jena der erste Film „Störfälle? Die viel zu (un)aufmerksamen Kinder“ gezeigt.

Im Jahr 2007 bekam sie unter anderem für ihre ambitionierten Filme von Bundespräsident Horst Köhler den Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Thematisch ist Barbara Högl in ihrer Filmarbeit weitergegangen. Dann zog es sie raus aus Berlin. Sie stieß in Blankensee auf das alte Pfarrhaus. „Da war ich endlich am richtigen Platz angekommen“, sagt sie, „die viel gerühmte Anonymität der Stadt kann ich entbehren. Ich liebe es, die Menschen in meiner Umgebung wahrzunehmen – und selbst wahrgenommen zu werden.“

Info: „Der Garten des Malers. Auf den Wegen Max Liebermanns“ wird am 12. Juni um 19 Uhr im Frieda-Müller-Haus in der Friedensstadt Glau gezeigt.

Von Margrit Hahn

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