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Teltow-Fläming Von der Handspritze zum 19-Kilo-Spreizer
Lokales Teltow-Fläming Von der Handspritze zum 19-Kilo-Spreizer
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08:23 27.08.2015
Benjamin Ritz versucht sich am hydraulischen Spreizer.    Quelle: Gudrun Ott
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Wünsdorf

 Sechs Monate dauerten die Vorbereitungen, bevor die Freiwillige Feuerwehr Wünsdorf am Sonnabend ihr großes Jubiläumsfest feiern konnte. Zehn Führungskräfte der Wehr bildeten das Festkomitee, hatten Wettkämpfe und ein buntes Bühnenprogramm organisiert. „Das Besondere aber war die Einladung an die Besucher zum Mitmachen“, sagt Ortswehrführer Silvio von Lützow.

Denn wer wollte, konnte an einem Schrottauto seine Geschicklichkeit mit dem hydraulischen Rettungsspreizer und einem modernen Hebel- und Brechwerkzeug beweisen, das von den Feuerwehrleuten „Halligan Tool“ genannt wird. Benjamin Ritz versuchte sich daran. Der 15-Jährige von der Jugendfeuerwehr aus Neu Seddin hielt zum ersten Mal solche Gerätschaften in der Hand und simulierte die Rettung eines eingeklemmten Kraftfahrers. „Es war nicht einfach. Ich hatte schon damit zu kämpfen, die Geräte überhaupt zu halten“, erzählte der junge Feuerwehrmann später. Das Gewicht des Spreizers schätzte er dabei auf zehn Kilo. Er lag knapp daneben. „Das war ein 19-Kilo-Spreizer“, korrigierte Stefan Kricke und lobte: „Gut gemacht.“

Kricke, stellvertretender Stadtwehrführer von Zossen, fungiert bei der Wünsdorfer Wehr als Zugführer und Ausbilder. Gemeinsam mit Feuerwehrmann Marcus Krieg stand er Benjamin Ritz zur Seite. Die Wünsdorfer Feuerwehr zeigte zum Jubiläum ihr Können mit mehreren Einsatzvorführungen und auch bei der technischen Hilfeleistung.

Der Vormittag gehörte den Wettkämpfen. Bei der 12. Stadtmeisterschaft der Stadt Zossen kämpften zehn Männermannschaften, eine Frauenmannschaft, drei Jugendmannschaften und eine Kindermannschaft um die besten Plätze. Beim Kreisausscheid Ü-40 „Löschangriff nass“ traten sechs Männermannschaften und eine Frauenmannschaft gegeneinander an. „Alle waren sehr engagiert“, sagte Stadtwehrführer Manfred Marek. „Ich bin sehr zufrieden.“

 Jugendwartin Mandy Heidemann nennt den großen Geburtstag ein „super Jubiläum“. Sie schwärmt von der guten Ausbildung, die junge Leute in Wünsdorf bekommen. „Unsere Erwachsenenwehr besteht etwa zur Hälfte aus ehemaligen Mitgliedern der Jugendwehr. Da komme auch ich her, habe mit sieben Jahren angefangen“, so die Jugendwartin.

 Sie berichtet von den logistischen Problemen, wenn etwa 23 Kinder zu Wettkämpfen gefahren werden müssen. „Manch andere Wehren können aber überhaupt nicht fahren, weil sie zu wenige Kinder haben. Unsere Probleme seien Luxusprobleme, sagt man uns immer.“

Im Oktober werden acht Kinder aus der Zwergenmannschaft die Jugendmannschaft verstärken. „Wir waren von Beginn an eine starke Wehr“, weiß Rolf Benter.

Der 76-Jährige ist schon 55 Jahre bei der Feuerwehr, war über viele Jahre ihr Wehrleiter und gehört heute der Alters- und Ehrenabteilung an. 1913, als Bauern noch die Verantwortung trugen und jeder eine Woche Vorspanndienst hatte, wurde die erste Handdruckspritze angeschafft. Nach 1945 hat Berufsfeuerwehrmann Erich Adamek die Wehr aufgebaut. Ihm zu Ehren trägt die Feuerwache seinen Namen.

Brigitta Langner erinnerte sich an die Zeit, da sie den Knopf der Sirene gedrückt und den Feueralarm ausgelöst hat. „Der Knopf befand sich quasi vor meiner Haustür“, sagt sie. Heute übernimmt die 76-Jährige freitags in den Stunden der Ausbildung der Feuerwehrmänner den Küchendienst. Wenn Rolf Bentler über die vergangenen Jahre nachdenkt, kommt er zu dem Schluss: „Die Technik ändert sich, was bleibt, ist die Bereitschaft zum Helfen.“

Von Gudrun Ott

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