Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Vor 25 Jahren kehrte die S-Bahn zurück
Lokales Teltow-Fläming Vor 25 Jahren kehrte die S-Bahn zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 21.08.2017
Katharina Schiller, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, hat mit ihrem Team die Ausstellung zusammengestellt. Quelle: Christian Zielke
Blankenfelde-Mahlow

Es gibt Ereignisse, die vergisst man sein Leben lang nicht. Rainer Pannier war Anfang der 1960er Jahre Dienstvorstehervertreter am Bahnhof Mahlow. In der Nacht zum 13. August 1961 riss ihn ein Anruf aus dem Schlaf. „Es hieß, ich soll sofort ins Büro kommen“, erinnert sich der 80-Jährige.

Pannier schwang sich aufs Fahrrad. Als er in Mahlow ankam, warteten neben seinem Vorgesetzten ein Transportpolizist und ein Stasi-Offizier mit einem Brief des Ministers, dass die Verbindungen nach Westberlin abgeschnitten werden sollten. Kurz darauf traf ein Bauzug ein. Rainer Pannier, sein Vorgesetzter und die Uniformierten fuhren weiter zur Stadtgrenze nach Lichtenrade. Rainer Pannier musste hilflos mit ansehen, wie Arbeiter das Gleis abbauten. „So etwas vergisst man sein Leben lang nicht“, sagt er.

Das Gefühl der Ohnmacht lässt Rainer Pannier bis heute nicht los

Ein junger Schlosser, der die Anweisung hatte, die Schienen zu demontieren, habe ihn gefragt, was passiert, wenn er sich weigert. Er habe nur auf den bewaffneten Stasi-Mann gezeigt und gesagt, dass das wohl keine gute Idee sei. Und dann im Flüsterton. „Aber du kannst ja langsam machen.“

Das Gefühl der Ohnmacht hat Rainer Pannier bis heute nicht vergessen. Innerhalb einer Nacht waren Mahlow und Blankenfelde von Westberlin abgeschnitten. Sein Bruder lebte damals in Schöneberg. Auf dessen Sterbebett habe er ihm versprochen, alles zu tun, damit die S-Bahn eines Tages wieder fährt.

31 Jahre später war es soweit. Rainer Pannier war dabei, als am 31. August 1992 der erste S-Bahn-Zug von Lichtenrade nach Mahlow fuhr. Der Bahnsteig sei voller Menschen gewesen, auf dem Platz vor dem Bahnhof feierten Berliner und Mahlower ein großes Volksfest.

Ausstellung erinnert an die Rückkehr der Bahn – und ihre Ursprünge

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow erinnert an diesen historischen Tag vor 20 Jahren mit einer Ausstellung. In ihrem Büro packt Hauptamtsleiterin Katharina Schiller die Informationstafeln aus, die gerade aus der Druckerei gekommen sind. Auf vier Leinwänden wird die Geschichte der Bahn in Blankenfelde und Mahlow erzählt – von den Anfängen der Militäreisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts über die Kriegs- und Nachkriegszeit bis zur deutschen Teilung, als der Gleis-
stummel zwischen Blankenfelde und Mahlow zur Nebenbahn wurde. Noch heute erinnern sich viele an den „Blauen Bock, den kleinen Triebwagen, der zwischen beiden Orten pendelte.

Im Vorfeld der Ausstellung hatte die Gemeinde aufgerufen, Bilder und andere Erinnerungen an das S-Bahn-Jubiläum zur Verfügung zu stellen. „Wir waren überrascht, wie viel zusammen gekommen ist“, sagt Katharina Schiller. Es gebe regelrechte S-Bahn-Freaks, die selbst den kleinsten Fahrkartenschnipsel aufbewahrt haben.

Bahn-Freak Michael Wedel aus Mahlow hatte die Idee zur Ausstellung

Michael Wedel ist einer von diesen Freaks. Der Mahlower hatte die Idee zu der Ausstellung und wird zur Eröffnung eine Rede halten. Vor 20 Jahren zog er aus Berlin ins Umland. Die S-Bahn in die Stadt sei damals einer der Hauptgründe für den neuen Wohnort gewesen. „Ohne die Bahn hätte sich Blankenfelde-Mahlow nicht so entwickelt“, ist er sicher, „mittlerweile wünsche ich mir, dass der Boom nachlässt.“

Daran glaubt Rainer Pannier nicht. Er ist überzeugt, dass das südliche Berliner Umland weiter wachsen wird. Um den Zuzug zu bewältigen, setzt er sich seit vielen Jahren für die Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf ein. Erste Ideen dazu gab es schon Anfang der 1990er Jahre. Ein einzelner Ingenieur bei der damaligen Reichsbahn habe das verhindert. „Wenn ich daran denke, werde ich heute noch wütend“, sagt Pannier. Er hofft, dass das Land Brandenburg in diesem Jahr das Signal für den Weiterbau gibt. Längst sprächen nicht mehr nur historische Gründe dafür. In Zukunft, ist er sicher, wird die S-Bahn unverzichtbar sein.

Von Christian Zielke

Warum geht in Nächst Neuendorf nicht, was in Dabendorf geht? fragt Detlef Siwek. Der Gehweg entlang der Dabendorfer Goethestraße darf auch von Radfahrern benutzt werden. So zeigt es ein Verkehrszusatzschild an. Eine gleich lautende Regelung will Siwek auch für den Bürgersteig an der B 246 in seinem Ort auf den Weg bringen.

18.08.2017

Wenn übergeordnete Behörden seit 15 Jahren nicht reagieren, greift Großbeeren zu drastischen Mitteln: Wird an der Pendlerstrecke Osdorfer Straße mit 10000 Fahrzeugen täglich nicht endlich was gemacht, droht der Bürgermeister mit dem Sperren dieser Strecke, um Staus auf der B101 und den Zufahrten zu provozieren.

20.08.2017

Jennifer Fröhling ist nach Kanada ausgewandert. Jetzt ist die Luckenwalderin zurück und hat Dennis Shorty mitgebracht. Gemeinsam mit dem indianischen Künstler vermittelt sie in der Kreisstadt das Verständnis für Kunst und Kultur der Ureinwohner Kanadas. Am Samstag sind beide im „Waldidyll“ zu erleben.

17.08.2017