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Vorfreude auf das Einheitsfest

Sperenberger Feuerwehrmann Florian Drillisch fährt nach Frankfurt am Main Vorfreude auf das Einheitsfest

Diesen Tag wird Florian Drillisch sein Leben lang nicht vergessen. Am 3. Oktober ist der Sperenberger Feuerwehrmann beim Festakt 25 Jahre Deutsche Einheit in Frankfurt am Main dabei. Der 26-Jährige ist eines von 14 Mitgliedern der offiziellen Brandenburger Bürgerdelegation. Für die Bürgerdelegation wurde er von Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) vorgeschlagen.

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Vorfreude auf den Festakt in Frankfurt am Main: Feuerwehrmann Florian Drillisch mit dem grünen Einheitsmännchen.

Sperenberg. Wenn Bundespräsident Joachim Gauck am 3. Oktober in Frankfurt am Main seine Festrede zu 25 Jahre Deutsche Einheit hält, dann sitzt Florian Drillisch unter den 1600 geladenen Gästen in der Alten Oper. Der im Wendejahr 1989 geborene Sperenberger gehört der 14-köpfigen Brandenburger Bürgerdelegation an.

Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) schlug Drillisch beim Land für die Bürgerdelegation vor, um sich für dessen ehrenamtliche Arbeit als Jugendfeuerwehrwart in Sperenberg zu bedanken. „Als mich der Bürgermeister gefragt hat, wusste ich nur, wohin es geht“, sagt der 26-Jährige. Nicht das kleine Ost-Frankfurt an der Oder, sondern das große West-Frankfurt am Main ist das Reiseziel. Dort wird am Wochenende die 1990 vollzogene Wiedervereinigung des seit August 1961 geteilten Deutschlands gefeiert. „Gut. Okay. Das nimmst Du mit“, dachte sich Drillisch. Vorige Woche ließ ihm der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schon mal ein kleines Begrüßungsgeschenk zukommen.

Hintergrund

Brandenburg entsendet eine 14-köpfige Bürgerdelegation zum Festakt „ 25 Jahre Deutsche Einheit“ nach Frankfurt am Main.

In der Alten Oper halten Bundespräsident Joachim Gauck und Bundesrats- und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am 3. Oktober vor 1600 geladenen Gästen die Festreden. Hessen hat in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat und richtet aus diesem Grund die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr unter dem Motto „Freiheit“ aus.

Der Bürgerdelegation gehören unter anderem der Sperenberger Florian Drillisch (26), die Mahlowerin Teresa Koch (24) und die Zeuthenerin Jennifer Struck (26) an. Teresa Koch engagiert sich ehrenamtlich in Sachen Frühförderung von Asylbewerber-Kindern. Jennifer Struck trainiert Fußball-Mädchen im SC Miersdorf/Zeuthen.

Per Paket traf eine grüne Kunststoff-Figur ein, die auf den ersten Blick wie die westdeutsche Version des ostdeutschen Ampel-Männchens aussieht. Das von dem Künstler Ottmar Hörl geschaffene, in limitierter Ausgabe produzierte Einheitsmännchen schreitet forsch voran und symbolisiert so den Fortschritt in Sachen Wiedervereinigung. „Das Einheitsmännchen kriegt einen Ehrenplatz. Vielleicht sogar in der Sperenberger Feuerwache.“ Dort verbringt Florian Drillisch viele freie Stunden. Seit 1999 ist er freiwillig bei der Feuerwehr. „Als ich 18 Jahre alt war, hieß es, dass Ralf Bergemann die Aufgabe als Jugendwart nicht mehr schafft.“ Einen Monat später stand Drillisch an der Spitze der Nachwuchslöschtruppe. Dieses Ehrenamt gab er Anfang 2015 an Christoph Höhn ab, „weil ich es aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben kann“. Der gelernte Mechatroniker ist im Auftrag der Luckenwalder Feuerwehrfahrzeug-Firma Rosenbauer manchmal Tage lang unterwegs. Bundesweit übergibt er Löschfahrzeuge an Firmenkunden. „Bei der technischen Einweisung zeige ich den Kameraden, wie ihr neues Auto funktioniert“.

Gerne teilt Florian Drillisch sein Fachwissen als Maschinist mit den Kameraden der Sperenberger Wehr. So oft es seine Zeit erlaubt, fährt er zu Einsätzen raus. Ein Einsatz bleibt ihm bis heute im Gedächtnis haften. In Kummersdorf-Alexanderdorf verunglückte eine junge Frau tödlich, als ihr Auto gegen einen Baum prallte. „So schnell kann das Leben vorbei sein“, dachte sich Drillisch damals. Nach solchen Einsätzen sitzen die Sperenberger lange im Gerätehaus zusammen. „Einen Seelsorger haben wir noch nie gebraucht, um das Geschehene zu verarbeiten“, sagt Drillisch. Bisher habe es genügt, gemeinsam über tragische Ereignisse zu sprechen, sich bei einem Bier oder einer Zigarette alles von der Seele zu reden. „Besonders in solchen Momenten merkt man, dass einer für den anderen da ist. Das ist ganz großer Teamgeist.“

Von Frank Pechhold

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