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Vorhang auf für die große Show

Symphonic Pop Orchestra Vorhang auf für die große Show

Das Symphonic Pop Orchestra spielt am Wochenende wieder auf. Es könnten die letzten Auftritte des Ensembles in Trebbin werden. In diesem Jahr gibt es eine Mischung aus Klassik und Pop auf die Ohren der zahlreichen Zuschauer. Ein Besuch bei der Generalprobe.

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Farbenprächtig, harmonisch, unterhaltsam – beim Symphonic Pop Orchestra wird aus dem Vollen geschöpft.

Quelle: sPromo (2)

Thyrow. Eine füllige Frau hat es sich an ihrem geöffneten Wohnungsfenster gemütlich gemacht und genießt den guten Ausblick auf das Treiben. Denn nebenan im Clauerthaus probt das Symphonic Pop Orchestra für die beiden großen Auftritte am Freitag und Sonnabend in Thyrow. Noch ist Mittagspause, Besteck klappert, vereinzelt erklingt ein Instrument, Schlagzeuger Diego verhandelt mit Orchestergründer und Dirigent Frank Hollmann wegen einer kleinen Pausenverlängerung. Bassist Tobias Kabiersch holt sich noch einen Kaffee. Und erzählt dann ganz entspannt, dass er schon seit 2006 und damit von Anfang an bei diesem großen Orchesterprojekt von Hollmann und Sängerin Marion Pagels, die sich auch um das Management kümmert, dabei ist. „Ich mag die Energie, mit der Marion und Frank das alles am Leben erhalten“, sagt er. Und lobt seine Kollegen, von denen rund 60 an diesem Tag hochkonzentriert proben, wenn sie nicht gerade in der Pause die Gelegenheit für entspannte Gespräche suchen: „Es sind alles super Musiker.“

Leute, die sich vornehmlich im Klassikbereich bewegen und für renommierte Orchester spielen, aber auch Jazzer oder Musiker wie Kabiersch, der unter anderem bei „Stars in Concert“ auftritt. „Wir machen genau diesen Brückenschlag zwischen Klassik und Pop“, beschreibt er die Idee hinter dem Orchester. „Pop meets Classic“ heißt denn auch das große Showprogramm, mit dem nun wieder an zwei Abenden in einem großen, regensicheren Zelt weit mehr als 2000 Besucher begeistert werden soll. Es wird Tanzperformances geben von Showtänzern und Breakdancern, eine Lasershow und zahlreiche Sänger, von denen einige aus der Region stammen – wie die Macher Frank Hollmann und Marion Pagels, deren perfekte Interpretation von „Wuthering Heights“ von Kate Bush sicher einer der Höhepunkte der Abende werden wird.

Marcel Stadler lebt mittlerweile auch in Trebbin. Und wird seine neue Heimat mit einer textlich angepassten Version von „New York, New York“ besingen. „Es ist schon etwas Einzigartiges, mit so einem großen Orchester auftreten zu können“, ist er, der seit frühester Kindheit singt, selbst Shows entwickelt, voller Vorfreude. Doch er steht in wenigen Tagen nicht nur gemeinsam mit seinem Mann auf der Bühne, Stadler ist auch Produktionsleiter der großen Shows, für die es noch einige Karten gibt. Gerade war er selbst dran in der Probe im Clauerthaus, gönnte sich danach nur eine kurze Pause mit weiteren logistischen Absprachen und muss gleich wieder los nach Thyrow, wo er den Zeltaufbau mit überwacht, selbst die Bauzäune mit ablädt und aufstellt. Eigentlich ist er Gastronom und kümmert sich deshalb auch um das Catering für die Besucher, die sich am Freitag und Sonnabend in Thyrow nicht wie in einem schnöden Bierzelt fühlen sollen, sondern die eine gediegene Atmosphäre mit Tischchen und Tanzfläche und Open-Air-Lounge erwartet.

Weiter geht’s. „Wo bleibt Diego?“, fragt Hollmann gerade, da kommt der Schlagzeuger durch die hintere Tür des Saales im Clauerthaus. Knapp stellt Hollmann nun den Sänger vor, Dirk Weidner, Songwriter und Chansonnier, der gerade mit Hollmann das Musical „Hauptmann von Köpenick“ gemacht hat. Weidner springt für den kurzfristig ausgefallenen Marcus Gorstein ein. „All night long“ von Lionel Ritchie singt Weidner nun. Das Orchester legt los, mit viel Energie, vom Sänger fällt sichtbar die erste Anspannung ab, er tanzt leicht dazu. Eine Musikerin ruft „Prima!“ nach diesem ersten Durchlauf. Hollmann ist sehr zufrieden: „Dirk, super!“, lobt der Maestro, der alle Noten für Musiker und Sänger arrangiert hat.

Das nächste Stück. Nun kommt Josephine Strauch dazu. Die 22-jährige Thyrowerin singt seit dem vergangenen Jahr für Hollmann. Eigentlich studiert sie Germanistik, aber schon als Kind begann sie mit einer klassischen Gesangsausbildung. Ihre Nachbarin erzählte ihr irgendwann von dem Chor „Symphonic Pop Voices“, noch so ein Hollmann-Projekt, eigens für die großen Shows im September gegründet. Mit Leichtigkeit und Charme singt sie gemeinsam mit Weidner „Four, five seconds“ von Rihanna. Wenig später schwärmt auch sie von der Chance, mit einem so großen Orchester auftreten zu können. „Ich freue mich schon sehr lange darauf“, sagt sie und räumt ein, dass sie allmählich vor den großen Auftritten dieser Tage nervös wird.

Immer größer wurde „Pop meets Classic“ in den vergangenen Jahren. Ein Event, mit dem Trebbin überregional werben könnte. Pagels und Hollmann werden von der Stadt durchaus unterstützt. Aber als ihnen für dieses Jahr der bisher genutzte Platz in Trebbin wegen angekündigter Bauarbeiten nicht mehr bereit stand, mussten sie selbst sehen, wo und wie es weitergehen kann. „Dadurch haben wir drei Monate verloren“, sagt Marion Pagels und beklagt Kommunikationsdefizite mit Verantwortlichen. Für sie und Frank Hollmann ist nun allmählich die Grenze des Machbaren erreicht, immer wieder, sagt sie, „müssen wir von vorne anfangen“. Deshalb suchen sie nun nach einem neuen Standort. Möglich, dass „Pop meets Classic“ im kommenden Jahr nicht mehr dort zu erleben ist. „Das macht uns traurig, denn diese Show kann sich in jeder Großstadt sehen lassen, aber die Stadt nutzt es nicht“, sagt Frank Hollmann enttäuscht. „Es ist ein Riesenprojekt und der finanzielle Aufwand ist enorm“, betont der Musiker Tobias Kabiersch. Er ist wie viele seiner Kollegen einfach gern dabei: „Viele halten sich die Termine von vornherein für ,Pop meets Classic’ frei oder räumen sich die frei.“

Der erste Konzertmeister Sergio George und Frank Hollmann kennen sich aus dem Friedrichstadtpalast, wo Hollmann seit 1983 wirkte. Dort hat er Arrangements für die großen Revuen geschrieben. „Er schreibt sehr schön“, lobt George den Dirigenten. Der muss während der Probe nun doch das eine oder andere Mal auf die von ihm arrangierten Noten beharren, er macht das mit Ruhe und einem Lächeln. „Bongbongbongginggang“, singt er modulierend und bewegt den Taktstock dazu. Einige Musiker machen sich kleine Zeichen in die Partitur. Weiter geht’s, nun mit „Music was my first Love“. Die Stimmung ist gelöst, die Vorfreude steigt. Die Frau am Fenster lauscht immer noch.

Info : Die Show „Pop meets Classic“ im Palastzelt hinter der Kulturscheune in Thyrow beginnt am Freitag um 19.30 Uhr und am Sonnabend um 19 Uhr. Infos und Tickets unter www.symphonic-pop.de

Von Karen Grunow

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