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Teltow-Fläming Vorsicht, Knöllchenfalle!
Lokales Teltow-Fläming Vorsicht, Knöllchenfalle!
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19:04 26.07.2013
Luckenwalde

Renate Schibbe hatte es eilig. Als die Luckenwalderin im März ihren Wagen in der Saarstraße vor dem Luckenwalder Krankenhaus parkte, übersah sie das Parkschild am Straßenrand.Wer seinen Wagen dort abstellt, muss eine Parkscheibe ins Auto legen. "Ich war so aufgeregt, ich habe nicht daran gedacht", erzählte sie. Ihr Mann war schwer krank, wie sich später zeigte, hat er Krebs. Sie wollte ihn so schnell wie möglich in die Notaufnahme bringen. Als sie das Gebäude verließ, fand sie einen Strafzettel an ihrer Frontscheibe. Zehn Euro Verwarngeld.

Die Summe ist eine Kleinigkeit, ärgerlich ist trotzdem. Vor einem Krankenhaus sollte es Reglementierungen wie diese nicht geben, findet Renate Schibbe. Vor allem, wenn es dort ohnehin nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen gibt. "Die Menschen haben dort anderes im Kopf." Tatsächlich gibt es laut Ordnungsamt nur wenige Orte in Luckenwalde, an denen Autofahrer häufiger ein Knöllchen kassieren, als vor der Klinik.

Rund 50000 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr an Falschparkern verdient. In diesem Jahr waren es bereits 37.000 Euro. Meist werden sie dort zur Kasse gebeten, wo Parkscheiben Pflicht sind, neben dem Krankenhausparkplatz unter anderem auch in der Zinnaer und in der Rudolf-Breitscheid-Straße sowie am Markt und am Nuthefließ. "Dort, wo es keine Einschränkungen beim Parken gibt, können wir schließlich auch keinen Strafzettel verteilen", sagte Amtsleiterin Anette Wolters.

Die Knöllchen unter dem Scheibenwischer, für Autofahrer sind sie ein Ärgernis. Herbert Busse aus Kleinbeeren, der gestern seine Mutter im Luckenwalder Krankenhaus besuchte, sieht das allerdings anders. 40 Jahre lang sei er mit dem Lkw durch die Republik gefahren. "Wenn da ein Wagen falsch in der Kurve stand und man kam nicht vorbei, war das nicht lustig", sagte er. Schlimmer sei es noch, wenn Autofahrer eine Feuerwehreinfahrt blockieren. "Was da alles passieren kann, so etwas muss abgestraft werden", sagte Herbert Busse.

Unverständlich findet der Rentner hingegen Aktionen wie diese: Wenn die Kehrmaschine an einem Donnerstagmorgen etwa durch die Goethestraße fährt, folgen die Leute vom Ordnungsamt dem Lkw. Rund fünf Strafzettel verteilen sie bei einem solchen Kehreinsatz. "Wenn man jemanden behindert, ist ein Strafzettel in Ordnung", befand Herbert Busse, "Das scheint mir aber reine Abzocke." Für die Parkenden sei das kein Problem, die kennen die Zeiten, sagte Anette Wolters. Wenn es sich nicht gerade um Pendler von außerhalb handelt, die ihr Auto am Bahnhof abstellen.

Von Marion Schulz

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