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Vorzeige-Kommune bei Energieeffizienz

Trebbin Vorzeige-Kommune bei Energieeffizienz

Die Stadt Trebbin hat das Siegel „Energieeffizenz-Kommune“ bekommen – als zweite Kommune in Deutschland überhaupt. Am Wochenende gab es deswegen in Trebbin zum ersten Mal einen Energietag, ausgerichtet als Teil der Wirtschaftswoche Teltow-Fläming.

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Blick in die Sporthalle von Trebbin, die am Sonnabend als Standort des Energietags fungierte.

Quelle: Gerald Bornschein

Trebbin. Temperaturen am Gefrierpunkt und dichter Nebel rund um Trebbin, wer denkt dabei an den Klimawandel? Dass sich darum bereits viele Menschen auch in unserer Region Gedanken machen, zeigt der Energietag 2016 im Rahmen der Wirtschaftswoche Teltow-Fläming. Die Stadt Trebbin und der Landkreis hatten sich dafür entschieden, den Tag als Publikumsmesse rund um Technologien zur Modernisierung von Gebäuden sowie für eine energieeffiziente Zukunft zu gestalten. Viele Aussteller – überwiegend aus der Region – präsentierten sich am Sonnabend im Trebbiner Sportkomplex.

Sporthalle mit LED-Lampen

Es war ein passend gewählter Ort. Die Sporthalle ist bereits mit energiesparender LED-Technik bis hin zur Notbeleuchtung ausgestattet, berichtet Meister Marco Alisch vom lokalen Elektrobetrieb Hans-Peter Salzger. Das Unternehmen hat auch die Grundschule der Stadt energiesparend umgerüstet und Jalousien mit Präsenzmelder und Sensortechnik eingebaut.

Rückhalt des Bürgermeisters für Konzept wichtig

Die Wahl dieses Standorts für die Energiemesse kommt nicht von ungefähr, denn die Stadt ist in Sachen Klimaschutz Vorreiter im Landkreis. Das wurde nun mit einem offiziellen Siegel bestätigt, die Deutsche Energieagentur (Dena) verlieh der Stadt den Titel „Energieeffizienz-Kommune“. Nach Schenefeld in Schleswig-Holstein ist Trebbin damit die zweite zertifizierte Kommune in ganz Deutschland. Wie Dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp sagte, sei neben einem kohärenten Konzept auch der persönliche Rückhalt des Bürgermeisters wichtig.

Thomas Berger: Energieeffizienz in die Breite tragen

Bürgermeister Thomas Berger (CDU) freute sich sehr über die Anerkennung und hofft, die Energieeffizienz nun mehr in die Breite tragen zu können, denn „die Trebbiner sind auch immer stolz auf ihre Stadt“. Seine eigene Initialzündung in Sachen Klimaschutz hat er nach eigenem Bekunden erhalten, als er zum ersten Mal seine Enkeltochter auf dem Arm hatte und an deren Zukunft dachte.

Zehn E-Auto-Ladesäulen in Trebbin

Er dankte den engagierten Menschen in der Stadt, darunter auch dem ehrenamtlich Beauftragten für E-Mobilität, Hans Kurtzweg, der schon seit fünf Jahren nur noch „elektrisch unterwegs“ ist. Mit zehn Ladesäulen im Stadtgebiet verfügt Trebbin bezogen auf die Einwohnerzahl über achtmal mehr Säulen als Berlin, berichtete Kurtz­weg. Bis 2019 werde dieses kostenlose Angebot, das weniger als ein  Prozent der Straßenbeleuchtung ausmacht, aus dem Tourismusetat bezahlt. Projekte wie „Shoppen und Laden“ oder „Baden und Laden“ hätten gezeigt, dass sich damit Touristen anlocken lassen, bestätigte Berger.

Jeder kann sich an der Energiewende mit einem Beitrag beteiligen, wie eine Reihe von Messeständen zeigte. Julian Affeld von der Lokalen Agenda Kleinmachnow hatte die einfachste Solaranlage der Welt dabei. Einfach in die Steckdose gesteckt, produziert ein derartiges Modul für etwa 50 Euro im Jahr Strom.

Sondertarife für Trebbin

Mit „grünem Strom“ und Sondertarifen für Trebbin wirbt die EG Strom GmbH & Co KG, sie vertreibt Energie, die regional in Wind-, Solar- und Biogasanlagen erzeugt wird. Dass E-Mobilität auch Spaß machen kann, zeigte Heiko Fritzsche von Drivebar aus Thyrow mit elektrischen Crossbikes aus europäischer Fertigung.

Auch zum Thema energiesparendes Bauen und Wohnen fanden sich mehrere Anbieter. Michael Dischereit von Sparwärme.de aus Trebbin schwärmte vom Mehrwertehaus aus Blähton mit Photovoltaik-Anlage, Infrarot-Heizung und Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Auch die Spreewald-Energie GmbH vertreibt PV-Systeme mit einem sehr effizienten Speichersystem zur Gewährleistung des Eigenverbrauchs auch abends oder nachts.

Fotovoltaikanlagen auf kreiseigenen Dächern

Der Landkreis Teltow-Fläming war selbst mit Andreas Bleschke und Werina Neumann von seiner Klimaschutzkoordinierungsstelle vor Ort. Seit 2010 sorgen sie für Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit, koordinieren die Ausstattung von kreiseigenen Dächern mit Photovoltaik-Anlagen oder haben die Bibliotheken mit Energiemessgeräten zum Verleih ausgestattet. Auf der Messe hatten sie 30 Ausstellungstafeln mit persönlichen Erfahrungen zum Klimawandel von Grönland bis Amazonien aufgestellt.

Den Abschluss des Energietages bildete die Vorführung des Kinofilms „Leben mit der Energiewende 3.1“ mit einer Podiumsdiskussion, geleitet vom RBB-Journalisten Hellmuth Henneberg. Der Film ist auch online verfügbar. Mit „Power to Change“ ist ein weiterer Film zur Thematik am 21. Dezember im Luckenwalder Union-Kino angekündigt.

Von Gerald Bornschein

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