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Wachpersonal in Heimen besonders gefordert

Gewalttaten unter Flüchtlingen Wachpersonal in Heimen besonders gefordert

In Flüchtlingsunterkünften ist es in den vergangenen Monaten häufig zu Gewalttaten unter den Bewohnern gekommen. Diejenigen, die als erste reagieren müssen, sind die Wachschutzleute. Viele sind nicht gut ausgebildet. Ein Blick in die Kreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming zeigt, das dass auch Konflikten führen kann.

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Quelle: Frank Pechhold

Dahmeland-Fläming. In den vergangenen Monaten häuften sich Meldungen über Gewaltausbrüche unter Flüchtlingen. Die Angst um die Sicherheit in Asylbewerberunterkünften wächst.

Tatsächlich sind die Gewalttaten in Flüchtlingsheimen im ersten Halbjahr des Jahres deutlich gestiegen. Nach Angaben von Susann Fischer, Sprecherin des Brandenburger Innenministeriums, haben sich Körperverletzungen und Bedrohungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Die Zahl der Körperverletzungen liege landesweit im mittleren dreistelligen Bereich. Als Gründe nennt Fischer die hohen Belegungszahlen zu Beginn des Jahres.

Regelmäßig Polizeieinsätze in Flüchtlingsheimen

Jetzt sind die Heime nicht mehr so überfüllt, dennoch rücken die Beamten nach Angaben von Ines Filohn, Polizeisprecherin der Direktion Süd, in regelmäßigen Abständen zu Einsätzen in Asylbewerberheimen aus. Sofern die Situation besonders gefährlich erscheint, empfehle die Polizei den zuständigen Landkreisen, das Sicherheitspersonal zu erhöhen.

Laut Kreissprecherin Heidrun Schaaf sei das in Dahme-Spreewald bislang in Luckau der Fall gewesen. Weil es dort Ärger um Lärmbelästigung zwischen Asylbewerbern und Anwohnern gebe, wurde ein zusätzlicher Wachmann eingestellt. Wie Teltow-Flämings Sozialdezernentin Kirsten Gurske (Linke) mitteilt, reagiere der Kreis vor allem mit Umzugsmanagement auf Konflikte. So seien bereits einige streitende Asylbewerber in unterschiedliche Heime gezogen.

Auch für Wachleute kann es gefährlich werden

Wenn es zu Konflikten kommt, wird das Wachpersonal stets zuerst damit konfrontiert. Ein Job, der gefährlich werden kann. Das bestätigt Andreas Binsker, Wachmann des Asylbewerberheims am Birkengrund in Ludwigsfelde. „Wenn die sich in der Wolle haben, stehen wir mit dem Rücken an der Wand“, sagt er. „Damit niemand mit dem Messer von hinten kommt.“ Mittlerweile sei es weitestgehend friedlich am Birkengrund, zu Beginn des Jahres habe es noch anders ausgesehen.

Unruhig wird es eher in den Abendstunden, dann hört Binsker häufiger Türenknallen und laute Diskussionen. Oft gehe es um Kleinigkeiten, die sich hochschaukeln. Ab 18 Uhr werden am Birkengrund zwei Wachmänner eingesetzt. Für Binsker sind das zu wenige. Im Fall des Falles ruft er die Polizei. Vorher versucht er, zu beruhigen. Geschützt ist er nur mit Sicherheitsweste und Pfefferspray.

Hintergrund

20. September/Waßmannsdorf: Sechs Asylbewerber prügeln sich.

22. Juli/Blankenfelde: Zwei Flüchtlings-Gruppen prügeln sich.

25. Juni/Genshagen: Messerstecherei im Heim mit sechs Verletzten.

3. Mai/Wünsdorf: Prügelei in der Erstaufnahmeeinrichtung.

30. April/Luckenwalde: Zwei Männer greifen Syrer und Polizisten an.

9. Februar/Niedergörsdorf: Heim-Besucher schlägt Wachmann.

27. Januar/Jüterbog: Somalier attackiert Mitbewohner und Wachschutz.

Andreas Binsker arbeitet seit 1993 in der Sicherheitsbranche. Er ist gut ausgebildet – weiß, wie er sich verhalten muss. Das Problem: Zur Hochphase der Flüchtlingsunterbringen mussten schnell viele Sicherheitskräfte eingestellt werden. „Manche wurden nur kurz geschult“, erzählt Binsker. „Wenn die nicht deeskalieren können, sondern sich in den Streit einmischen, spitzt sich die Lage eher noch zu.“

Um Asylbewerber und Angestellte zu schützen, testet der Landkreis Dahme-Spreewald das Präventionsprojekt „Sichere Flüchtlingsheime“ gemeinsam mit der Polizei. Dabei wird auch der Wachschutz darin geschult, zu schlichten und der Polizei bei Einsätzen vorab die nötigen Infos zu übermitteln.

Von Anja Meyer

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