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Wachsende Stadt plant ihre Zukunft

Ludwigsfelde Wachsende Stadt plant ihre Zukunft

Wie soll die Stadt Ludwigsfelde mit ihren vielen Verkehrswegen und -belastungen in naher Zukunft aussehen? Wie kann die rasant wachsende Kommune im Schatten eines Großflughafens lebenswert bleiben? Über solche Fragen diskutierten Rathauschefs und Stadtplaner mit Bürgern.

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Bürgermeister Andreas Igel (l.) im Gespräch mit Bürgern, die sich am Montagabend an der Planungsdiskussion beteiligten.

Quelle: Wagner/Stadt

Ludwigsfelde. Was braucht die Autobauerstadt Ludwigsfelde, wenn dort in naher Zukunft mehr als 30 000 Menschen leben? Das interessierte etwa 80 Menschen aus der Kernstadt und aus den Ortsteilen. Sie diskutierten am Montagabend mit Männern und Frauen aus dem Rathaus und mit Stadtplanern der Potsdamer Firma Complan. Dabei ging es um Infrastruktur, lärmminderndes Grün und Umweltfragen, um Verkehrslösungen, Gestaltungsvorschläge und Wohnungswünsche. Im Sommer hatte es wie berichtet die Premiere eines solchen „Insek-Marktplatzes“ gegeben, wobei Insek für Integriertes Stadtentwicklungskonzept steht. Mit dem ersten derartigen Leitfaden hatte Ludwigsfelde mehrere Millionen Euro für die Entwicklung seiner Neuen Mitte bekommen, jetzt wird dieses behördlich geforderte Konzept fortgeschrieben.

Öffentliche Diskussionen mit Planern haben Tradition

Solche öffentlichen Diskussionen mit Planern haben in Ludwigsfelde mittlerweile Tradition, es gibt sie seit Mitte der 1990er Jahre. Die prominenteste Veranstaltung war der Besuch von Prinz Charles in der Stadt, der sich bekanntlich auch für Architektur interessiert. Damals suchte die Stadt eine Lösung für ihre Autobahn-Teilung, später für den Bau eines Stadtzentrums. Beides ist geschafft beziehungsweise fast geschafft, jetzt geht es um das Leben im Schatten eines Großflughafens, um die Möglichkeiten, die dessen Umfeld bietet, und um die Bedingungen, um den Ort trotz allen wirtschaftlichen Aufschwungs als lebenswert zu erhalten. Seit Beginn der Ludwigsfelder Insek-Planungen 2008 nimmt die Bevölkerungszahl unerwartet zu, im Oktober lebten 25 426 Menschen in der Stadt. Zurzeit wird die Prognose laufend nach oben korrigiert.

Fahrradboxen am Bahnhof geplant

Stadtplaner Benedikt Vos von Complan findet es schön, dass so viele Leute da waren: „Das zeigt doch, dass es die Ludwigsfelder interessiert, um was für konkrete Projekte es jetzt geht.“ Das sind unter anderem die künftige Wegeführung vom Zentrum zum Karl-Marx-Platz, die Einrichtung von Fahrradboxen am Bahnhof oder der Aufbau einer Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. „Außerdem haben Bürger selbst Vorschläge gemacht, die von anderen gleich aufgegriffen wurden“, sagt Vos. Einer davon ist ein Seniorentreff zu ebener Erde.

Wohnraum fehlt

Handlungsbedarf wird bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums, bei besseren ÖPNV-Verbindungen, einem besseren Kontakt zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen oder bei der Sicherung von Fachkräften im Ort gesehen. Die Lenkungsgruppe aus Verwaltungsangestellten und Complan-Mitarbeitern sichtet jetzt die Ergebnisse des Abends, in wenigen Wochen sollen sie vorliegen und dann öffentlich vorgestellt werden. Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sagte nach dem Abend: „Mit dem Feedback und der Bürgerbeteiligung bin ich außerordentlich zufrieden. Und ich bin froh, dass Einwohner aller Bevölkerungsschichten dabei waren.“ Wie er zu Jahresbeginn erklärt hatte, ist ihm der Grundsatz der Transparenz bei allen Entscheidungen wichtig. Kommunale Vorhaben sollen sowohl von den ehrenamtlichen Politikern als auch von den Bürgern mitgetragen werden.

Was ist Insek?

Beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) geht es um Themen, die für eine Stadt bedeutsam sind.

Dazu gehören Innenstadtbereiche/Ortsteile, Wohnen/Siedlungsentwicklung, Wirtschaft/Arbeit, Grün/Umwelt, Infrastruktur, Kommunalfinanzen oder Tourismus/Freizeit/Kultur.

Ein solches Konzept ist Leitfaden einer Kommune und Grundlage zur Bewilligung von Fördermitteln.

Von Jutta Abromeit

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