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Wachsender Leerstand im Zentrum

Jüterbog Wachsender Leerstand im Zentrum

Ein Viertel der Ladenflächen im Zentrum Jüterbogs steht derzeit leer und zwei weitere Einzelhändler haben die Aufgabe ihrer Geschäfte in den nächsten Wochen angekündigt. Selbst in prominenten Lagen wie dem Marktplatz geben Inhaber auf. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Selbst am Markt häuft sich der Leerstand. Dort befindet sich gerade das Kinderbekleidungsgeschäft „Mode für Minis“ im Ausverkauf.

Quelle: Foto: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Zahl leerer Schaufenster im Jüterboger Zentrum nimmt zu. Insgesamt 74 Einzelhändler gibt es laut Einzelhandels- und Zentrenentwicklungskonzept (EZEK) im sogenannten zentralen Versorgungsbereich, der den westlichen Teil der Jüterboger Innenstadt umfasst. Ihnen stehen mittlerweile 24 leere Ladenflächen gegenüber, womit der Leerstand ein Viertel der Geschäfte im Stadtkern betrifft. Und es haben sich bereits weitere Schließungen angekündigt, die sogar die prominente Lage rund um den Marktplatz betreffen. Auch im Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschuss war die Problematik zuletzt in mehreren Sitzungen Thema, wo Beunruhigung über die Situation geäußert worden ist.

Weitere Geschäftsaufgaben angekündigt

„Noch gibt es ein gutes Angebot, aber das Image der Stadt leidet unter dem Leerstand“, sagte Monika Nagel, verantwortlich für die Wirtschaftsförderung der Stadt. Fast immer seien es inhabergeführte Geschäfte, die aufgegeben werden. Demnach waren 2014 vier Ladenlokale geschlossen worden, die aber neue Nutzer gefunden hatten. 2015 und 2016 haben insgesamt drei Einzelhändler ihre Tätigkeit aufgegeben. Allein seit Dezember haben sich drei weitere Geschäftsaufgaben angekündigt.

Leerstehende Ladenlokale in Jüterbog

Leerstehende Ladenlokale in Jüterbog.

Quelle: Uwe Klemens

Nachdem Café „Am Markt“ hat nun auch beim benachbarten Kinderbekleidungsgeschäft „Mode für Minis“ der Ausverkauf begonnen. Das Modegeschäft „Belvia“ in der Zinnaer Straße hat ebenfalls seine Schließung zum Frühjahr angekündigt. Die Inhaber wollen sich nicht öffentlich äußern. Die Gründe für die Schließungen der vergangenen Monate und Jahre sind vielfältig.

Baustelle an der Ortsdurchfahrt ist ein Problem

Neben betriebswirtschaftlichen Ursachen – etwa den schweren Umsatzeinbußen über 20 Prozent durch die Baustelle entlang der Ortsdurchfahrt der B102 – wird der Anstieg von Gewerbemieten und bei einer Reihe älterer Inhabern die erfolglose Suche nach einem Nachfolger als Problem genannt. Hinzu kommen private Gründe wie schwere Krankheiten. Nicht von Inhabern geführte Filialen von Einzelhandelsketten lassen sich laut Wirtschaftsförderung kaum anlocken. Dafür ist trotz guter Kaufkraft der Jüterboger der Einzugsbereich der Stadt samt ihrem Umland zu klein.

Konzept für den Einzelhandel

Das City-Sterben ist kein rein Jüterboger Problem und von vielen Faktoren abhängig, die nicht vor Ort beeinflusst werden können.

Kommunen können die Attraktivität ihrer Zentren für Händler und Kunden verbessern, indem gute Rahmenbedingungen und Anreize zum Verweilen geschaffen werden.

Dazu dient das Einzelhandels- und Zentrenentwicklungskonzept (EZEK) der Stadt, das derzeit bearbeitet wird.

Besonders an der Pferdestraße und der Großen Straße reihen sich Schaufenster aneinander, in denen anstelle von Ware nur noch Topfpflanzen zu sehen sind. 14 Geschäfte stehen dort leer. Die Mönchenstraße und die Zinnaer Straße sind mit jeweils drei leeren Flächen noch sehr lebendig. Rund um den Markt sind derzeit vier Läden zu vermieten. Laut dem Händler Günther Kaim sind die leer gezogenen Läden oft in einem hervorragenden Zustand. „Man könnte sofort in viele Räume einziehen, aber gerade in der Pferdestraße wird das nicht passieren, bis die Bundesstraße erneuert worden ist“, sagt Kaim.

Von Peter Degener

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