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Wahabs großer Traum von der Profi-Karriere

Flüchtlingsjunge möchte Fußballer werden Wahabs großer Traum von der Profi-Karriere

Vom Sandplatz in Afghanistan ins Bundesligastadion – das ist der Traum von Wahab Rahimi. Der 16-Jährige aus Afghanistan lebt seit drei Monaten in Blankenfelde und träumt von einer Karriere als Fußballer. Beim BSC Preußen darf er sich schon ein bisschen wie sein Vorbild Cristiano Ronaldo fühlen.

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Wahab Rahimi lebt mit seinen Eltern und drei Schwestern im Blankenfelder Übergangswohnheim.

Quelle: Foto: Zielke

Blankenfelde. Ein Ball reicht aus, um dem Alltag einer Flüchtlingsunterkunft zu entfliehen – zumindest für eine Zeit. Wahab Rahimi streckt die Nase in die wärmenden Strahlen der Wintersonne, zieht sich die Jacke aus und tritt gegen das runde Leder. Wenn er es will, landet der Ball in seinem Nacken oder balanciert auf dem Fuß. Der 16-Jährige wirkt wie ein glücklicher Junge und er ist es auch. „Wenn ich Fußball spielen kann, geht es mir gut“, sagt Wahab Rahimi.

Der Platz an der Blankenfelder Rembrandtstraße ist eigentlich zu klein, die Tore gehen ihm gerade mal bis zur Hüfte und doch verbringt er dort jede freie Minute, denn Wahab ist ehrgeizig. Er möchte Fußballer werden. „Hertha BSC wäre gut“, sagt er. Sein Herz schlägt in Wahrheit für einen anderen Verein: Bayern München. Das auszusprechen fällt ihm schwer, denn der 16-Jährige lernt gerade noch die deutsche Sprache. Seit Dezember lebt er im Übergangswohnheim in Blankenfelde. Im vergangenen Sommer machten seine Eltern sich mit Wahab und seinen drei Schwestern auf den Weg von Afghanistan nach Europa. Vater Barat Mohammed musste als Mitglied der afghanischen Armee um sein Leben fürchten. „Die Taliban haben mich bedroht“, sagt er. Dazu die Aussichtslosigkeit, dass sich im Heimatland endlich etwas zum Guten wenden könnte. „Ich möchte, dass meine Kinder eine gute Zukunft haben“, sagt der 53-Jährige. In Afghanistan haben viele die Hoffnung darauf aufgegeben. Wegen der guten Nachrichten aus Deutschland habe man sich auf den Weg nach „Germany“ gemacht. „Ich hoffe, dass meine Kinder hier das Leben können, das sie sich wünschen“, sagt Barat Mohammed Rahimi. Seine drei Töchter arbeiten in der Unterkunft mit, die älteste hilft im Büro des Sozialarbeiters aus. Und dann ist da sein Sohn Wahab, der alles dafür tut, um Fußballprofi zu werden. Drei Mal in der Woche geht er zum Training des BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow. Er trägt dort das Trikot mit der Nummer 19, dabei darf er offiziell noch gar nicht spielen. „Wir haben den afghanischen Fußballverband gefragt, ob sie ihn freigeben“, sagt Mirko Schult, der Vorsitzende des BSC. Kommt nach 30 Tagen keine Reaktion, darf Wahab Rahimi in Deutschland Fußball spielen. Bis dahin muss er am Spielfeldrand zusehen, wie seine Mannschaftskollegen die Tore schießen.

„Für ein Freundschaftsspiel durfte ich einmal auf den Platz“, sagt er. Dass er gleich zwei Tore geschossen hat, macht ihn immer noch stolz. Auch sein Trainer Ulf Zabel schwärmt: „Wahab ist ein sehr netter Kerl, der sich unglaublich viel Mühe gibt“, sagt er. Nur bei der Kondition gebe es noch Nachholbedarf. Trotz aller Verständigungsschwierigkeiten habe sich Wahab gut in die Mannschaft integriert. Vorbehalte gegen ihn gebe es nicht. „Die Jungs sind neugierig und wollen ihn kennenlernen“, sagt Ulf Zabel. Noch sei der neue in der Mannschaft ein bisschen schüchtern, aber wenn es mit der Sprache klappt, dann klappt auch der Rest. „Man merkt ihm an, dass ihm der Sport viel Spaß macht“, sagt sein Trainer.

Wahab Rahimi ist nicht der einzige Flüchtling, der beim BSC Preußen spielt. Im Januar hatte der Verein die Flüchtlinge zu sich eingeladen. „Wir wollten sie einfach ein bisschen kicken lassen, danach haben wir bei einer Cola zusammengesessen“, sagt der Vorsitzende Mirko Schult. Die ganze Aufregung um die Flüchtlinge hält er für übertrieben. „Wenn man sich vorstellt, dass es einem so geht, wäre man auch froh, wenn man aufgenommen wird“, sagt er.

Spricht man Wahab Rahimi auf sein neues Leben in Deutschland an, fällt immer wieder das Wort „Danke“. Die deutschen Fußballplätze seien ganz anders als in seiner alten Heimat. Dort musste eine Betonfläche oder ein Sandplatz reichen. Wahab möchte so schnell wie möglich deutsch lernen und wieder zur Schule gehen. Und eines Tages möchte er in der Bundesliga spielen – als der deutsche Cristiano Ronaldo, sein großes Vorbild. „Er hat eine einzigartige Technik und eine tolle Persönlichkeit.“

Von Christian Zielke

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