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Wahlsdorfs Unterwelt

Manfred Kranz erforscht die Kellergewölbe eines früheren Gutshofes Wahlsdorfs Unterwelt

Nicht mehr nur oberirdisch gibt es in Wahlsdorf etwas zu entdecken. Neben Schwimmbad, Kreativbude, Gutshaus und – ab Sommer – Flachsmuseum gibt es in dem Örtchen neuerdings die „Katakomben“.

WAHLSDORF. . Den Geheimnissen dieser Kellergewölbe ist der Wahlsdorfer Manfred Kranz auf der Spur. Ihn zieht es immer wieder in die unterirdischen Gänge, über die er schon fiel herausgefunden hat.

Ein altes Foto im Gutsstall, aufgenommen 1930 vom Kirchturm aus, zeigt, dass der Gutshof früher ein Vierseitenhof war – teilweise sogar unterkellert. Die Kellerräume wurden im Laufe der Jahrzehnte unterschiedlich genutzt. Einst befand sich dort unten das Wasserwerk und die Schulküche nutzte die dunklen kühlen Räume, um Lebensmittel zu lagern.

Zu Gutsherrenzeiten beherbergten die Gewölbe sogar eine Schnapsbrennerei. „Allerdings wurde mit den Kellerräumen auch Schindluder getrieben“, berichtet Manfred Kranz, „einige wurden bei Baumaßnahmen zugeschüttet und vieles wurde herausgerissen. Der Heimatverein will die Katakomben von Wahlsdorf, wie sie scherzhaft genannt werden, erhalten.“

Jüngst hat er Besucher zu einer Erkundungstour mitgenommen. Der Jüterboger Ortschronist Henrik Schulze war schon lange interessiert, einen Blick in das Kellergewölbe zu werfen. Manfred Kranz führt ihn, seine Frau Angela und Freunde zu einem Brunnen, der 45 Meter tief gemauert ist. „Wir wissen nicht genau, wie die Arbeiten damals ausgeführt wurden. Fest steht, dass Otto Schwietzke, der letzte Gutsbesitzer ziemlich modern war. So ließ er damals ein Windrad auf dem Brunnen bauen, damit man das Wasser nicht mehr per Muskelkraft hochziehen musste“, erklärt der Wahlsdorfer Geschichtsinteressierte.

Andere „Kellerbesucher“ hätten schon angeboten, mit einer Bergsteigerausrüstung in den Brunnen zu klettern, der über einem Durchmesser von zweieinhalb Meter und unterschiedliche Podeste verfügt, um ihn bis zum Grund zu erkunden. Ohne dies muss der Blick mit der Taschenlampe in die Tiefe ausreichen. Die Leuchte lohnt sich – dann erkennt man mindestens auch die Schnaps-Fläschchen, die Manfred Kranz als Überraschung in den Katakomben deponiert hat, um an deren Geschichte als Schnapsbrennerei zu erinnern.

Teilweise sind die Kellergänge nur in gebückter Haltung zu passieren. Der Wahlsdorfer Manfred Walter schlägt vor, die unterirdischen Gänge touristisch noch besser zu vermarkten: „Vielleicht sollte man auf elektrisches Licht und Taschenlampen verzichten und lieber Grubenlaternen für den Rundgang anbieten.“

Henrik Schulze ist beeindruckt – vor allem von der Bauqualität. „Die Becken sind so gut gemauert, dass nicht ein Tropfen Wasser entweicht. Da ziehe ich heute noch den Hut“, sagt der Jüterboger Ortschronist. (Von Margrit Hahn)

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