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Waldblick durchbricht 200-Euro-Schallmauer

Weiter steigende Bodenpreise Waldblick durchbricht 200-Euro-Schallmauer

Die Bodenrichtwerte, nach denen sich die Kaufpreise von Grundstücken richten, gehen im Norden des Landkreises Teltow-Fläming durch die Decke. Käufer haben offensichtlich keine Angst vor dem Fluglärm.

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Grundstücke in Mahlow-Waldblick sind teuer.

Quelle: Christian Zielke

Luckenwalde. Die Bodenpreise heben ab, besonders in Flughafennähe. Sie gehen immer steiler nach oben, und in Mahlow-Waldblick haben sie die Schallmauer durchbrochen und den Richtwert von 200 Euro pro Quadratmeter erreicht.

„Der Fluglärm ist für viele Menschen kein Grund, dort kein Haus hinzustellen“, sagt Teltow-Flämings Beigeordneter und Planungsdezernent Detlef Gärtner (SPD). „Im Norden des Kreises ist richtig viel Bewegung bei den Bodenpreisen“, sagt er, aber auch im ländlichen Süden gingen sie teilweise in die Höhe. „Wenn die Preise zum Beispiel von fünf auf sechs Euro steigen, sind das auch 20 Prozent mehr“, meint Anett Thätner, Leiterin des Kataster- und Vermessungsamtes in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Sie stellte nun gemeinsam mit Gärtner und Carola Prokopp, zuständig im Katasteramt unter anderem für die Bodenrichtwerte, die Ergebnisse des Gutachterausschusses vor. Er legt jeweils zu Jahresbeginn aufgrund der im Vorjahr erfolgten Grundstücksverkäufe die Bodenrichtwerte fest.

Demnach steigt das Niveau der Kaufpreise für Baugrundstücke weiter. Ursache dafür ist das gestiegene Kaufinteresse, weil in Zeiten niedriger Zinsen die Kredite billig sind und es sich mehr lohnt, in Beton zu investieren anstatt das Geld auf dem Sparbuch verschimmeln zu lassen. So stieg die Zahl der genehmigten Bauanträge für Ein- und Mehrfamilienhäuser im vergangenen Jahr auf 713 im Landkreis. 2014 waren es noch 511 und 2013 nur 386.

Spitzenreiter waren die Gemeinden Blankenfelde-Mahlow mit 163 (2014: 110) und Ludwigsfelde mit 151 (99), gefolgt von Großbeeren mit 90 (71), Rangsdorf mit 83 (60) und Zossen mit 73 (55) genehmigten Bauanträgen.

Weiter im Süden nehmen die Zahlen zwar deutlich ab, erleben aber bis auf Nuthe-Urstromtal mit 7 (2014: 15) und Niederer Fläming mit 2 (4) Bauanträgen, eine Steigerung. Dort liegt Luckenwalde mit 42 (24) deutlich vorn, gefolgt von Am Mellensee mit 35 (22) und Jüterbog mit 17 (12) genehmigten Bauanträgen. Weitere Zahlen: Trebbin 39 (31), Baruth 6 (4), Dahme 3 (3) und Niedergörsdorf 2 (1).

Ein zusätzlicher Anreiz, noch im ersten Halbjahr 2015 ein Grundstück zu kaufen, war die Erhöhung der Grunderwerbssteuer in Brandenburg von fünf auf 6,5 Prozent zum 1. Juli. So wurden noch im Juni fast doppelt so viele Käufe registriert wie in jedem einzelnen Vormonat. Dagegen gingen die Käufe in den Folgemonaten drastisch nach unten.

Insgesamt wertete der Gutachterausschuss etwa 2800 Grundstückskäufe aus. Das waren etwa 100 mehr als im Vorjahr. Darunter befanden sich 860 selbstständige Baugrundstücke (2014: 650), davon 545 im Berliner Umland und 315 im sogenannten „weiteren Metropolenraum“.

Am teuersten erwies sich erneut das Wohnbauland im Norden von Mahlow. In Waldblick wurde die 200-Euro-Marke erreicht, nach 170 Euro im Vorjahr. Im Roten Dudel stieg der Bodenrichtwert von 150 auf 160 Euro, im Mahlow-Zentrum von 140 auf 150 Euro. Diesen Wert erreicht auch Ludwigsfelde-Zentrum. Besonders gefragt ist der neue Wohnpark Ahrensdorfer Heide. Hier gab es allein 96 Grundstückkäufe und der Bodenrichtwert stieg von 115 auf 125 Euro. Und selbst der Wohnpark Seestücke in Siethen – lange Zeit wenig nachgefragt – erreichte 135 Euro gegenüber 90 und 70 Euro in den Vorjahren.

Von insgesamt 450 Bodenrichtwerten wurden vom Gutachterausschuss 112 angehoben, davon genau die Hälfte, also 56 im Berliner Umland und 56 im weiteren Metropolenraum.

Die positive Entwicklung, dessen ist sich Detlef Gärtner sicher, „wird sich Stück für Stück gen Süden vorarbeiten und dies vor allem dank der guten Verbindungswege B 101 und B 96“. Und wem es im Norden in der Nähe des Flughafens zu laut werde, der könne ja in den Süden ziehen und im Norden verkaufen. Nachfrage sei ja zur Genüge da. Allerdings relativierte Gärtner diese Ansicht: „Man kann nicht dem Problem des Fluglärms entgehen, indem man einfach weiter wegzieht.“

Von Hartmut F. Reck

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