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Waltersdorfer ärgern sich über Zerfall

Ruinöses Idyll Waltersdorfer ärgern sich über Zerfall

Der Zustand der Straßen in Waltersdorf ist erbärmlich. An ihren Rändern stehen außerdem viele verfallende Häuser mit maroden Dächern, von denen Ziegel ab und zu herabstürzen. Die Waltersdorfer ärgern sich darüber schon lange, wissen aber nicht, was das Übel an der Wurzel packen könnten.

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Leerstehendes Forsthaus brennt nieder

Die schnelle Eingreiftruppe von Waltersdorf ist immer dann zur Stelle, wenn im Dorf für Ordnung gesorgt werden muss.

Quelle: Uwe Klemens

Waltersdorf. „Das Leben in Waltersdorf könnte so schön sein, denn eigentlich ist unser Dorf ein fantastisches Plätzchen“, sagt Henri Kuhl. Eigentlich. Das stetige Sinken der Einwohnerzahl auf den derzeitigen Rekord-Tiefstand von 89 ist nur eines der Probleme, die den Ortsvorsteher seit langem bewegen. Die beiden größten Sorgen liegen buchstäblich auf der Straße und sind von jedermann schnell auszumachen.

„Der Zustand unserer Straßen ist katastrophal“, sagt Kuhl und weist auf die holprige Kopfsteinpiste rings um den Anger, die dem Begriff „Straße“ schon lange nicht mehr gerecht wird. Die immer größer und schwerer werdenden Landmaschinen und Transporter der Agrargenossenschaft hat Kuhl als Hauptverursacher für die Schäden ausgemacht. Dass das in den 1990er Jahren für den Kanalbau herausgerissene Pflaster im südlichen Straßenbereich bis heute nicht wieder eingebaut wurde, sondern die Strecke unbefestigt blieb, macht die Situation noch schlimmer.

Kulisse, wie aus einem Katastrophenfilm

Wirklich düster wird es jedoch, wenn man – trotz Stolpergefahr – beim Dorfbummel den Blick links und rechts schweifen lässt. Die Fassadenfront hat nicht nur etliche Löcher, sondern erweckt an einigen Stellen sogar den Eindruck einer Kulisse für einen Katastrophenfilm.

„Fünf Grundstücke sind es, über die sich das ganze Dorf ärgert, weil sie zwar alle einen Besitzer haben, sich aber niemand davon um das Objekt kümmert“, sagt Kuhl. „Wessi-Manier“ nennt der Ortsvorsteher die Ignoranz der Grundregel, dass Eigentum verpflichtet.

Ortsvorsteher Henri Kuhl ärgert sich seit langem über den Zustand der sich selbst überlassenen Grundstücke

Ortsvorsteher Henri Kuhl ärgert sich seit langem über den Zustand der sich selbst überlassenen Grundstücke.

Quelle: Uwe Klemens

Denn alle Besitzer erwarben die Grundstücke in den 1990er Jahren, wohnen aber in den alten Bundesländern. „Wahrscheinlich hat damals der eine oder andere gepokert, dass der Großflughafen in unsere Region kommt und sich mit den Grundstücken Geld verdienen ließe“, so Kuhl weiter.

Die Träume vom Geld hat das Flatterband verdrängt

Der Traum vom schnellen Geld ist verflogen. Heute flattert Absperrband vor zusammenfallenden Mauern und verfaulenden Sichtschutzzäunen. Ein das Schild weist Eltern darauf hin, dass spielende Kinder selbst Schuld sind, wenn ihnen dort ein Dachstein auf den Kopf fällt. Ungepflegte Grünflächen und nicht gekehrte Fahrbahnränder vor den Grundstücken, sorgen für einen Schmuddel-Anblick.

„Das haben die Waltersdorfer nicht verdient“, sagt Kuhl. Zum Glück hat sich unter den Einwohnern eine schnelle Eingreifgruppe gebildet, die immer zur Stelle ist, wenn Hilfe gebraucht wird. Mit Harke, Besen und Schippe kümmern sich Brunhilde und Dieter Thinius sowie Melitta und Wilfried Stade um Ordnung rund ums Kriegerdenkmal und vor der Kirche.

Von Uwe Klemens

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