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Wandern für einen Radweg

Nuthe-Urstromtal Wandern für einen Radweg

Drei Damen aus Berkenbrück wanderten am Mittwoch zur Gemeindeverwaltung nach Ruhlsdorf. Dort wollten sie hören, was aus ihren 2000 Unterschriften geworden ist, die sie für den Radweg entlang der L 73 gesammelt hatten. Leider mussten sie von Bürgermeisterin Monika Nestler erfahren, dass ihn der Landesbetrieb Straßenwesen von der Bedarfsliste gestrichen hat.

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In Wanderschuhen kamen Eleonore Pfeiffer, Dagmar Maier und Ingrid Schwarzer zu Bürgermeisterin Monika Nestler und Ute Krüger (v.r.) von der Bauverwaltung.

Quelle: FOTO: Hartmut F. Reck

Ruhlsdorf. Man nennt sie „die Wanderfrauen“, weil die drei Frauen aus Berkenbrück sich dreimal in der Woche zum Wandern treffen. Gern würden sie bei entsprechendem Wetter wie am Mittwoch auch mit dem Rad fahren, aber das ist – egal in welche Richtung, ob nach Luckenwalde oder nach Hennickendorf und Dobbrikow – einfach zu gefährlich. Denn es gibt dort immer noch keinen Radweg und auch durch den Wald sind die Wege für Fahrräder meistens ungeeignet.

So marschierten sie also am Mittwoch früh mit ihren Wanderschuhen auf dem Ruhlsdorfer Weg von Berkenbrück durch den Wald nach Ruhlsdorf. Ihr Ziel: die Gemeindeverwaltung Nuthe-Urtstomtal, wo sie einen Termin mit Bürgermeisterin Monika Nestler (Linke) und Ute Krüger von der Bauverwaltung hatten. Der Grund: Sie wollten einfach mal wissen, was denn aus ihrer Unterschriftenaktion geworden ist.

Auch Thema im Bauausschuss und im Regionalausschuss

Genau das war auch am Abend zuvor Thema im Bauausschuss der Gemeindevertretung. „Sachstand zur Neubewertung der Radwegebedarfslisten an Landesstraßen“ hieß der Tagesordnungspunkt. Wie die MAZ bereits aus dem Regionalausschuss des Kreistags berichtet hatte, steht dieser Radweg entlang der Landesstraße 73 überhaupt nicht mehr auf der Prioritätenliste.

Die Empörung ist groß

Die Empörung darüber war in beiden Ausschüssen groß und bei den drei Frauen auch: „Wir kriegen irgendwie immer was auf die Mütze“, ärgerte sich Dagmar Maier, die mit ihren Wanderfreundinnen Ingrid Schwarzer und Eleonore Pfeiffer seit etwa einem Jahr versucht, endlich etwas Bewegung in die Sache zu bringen. Ende vergangenen Jahres initiierten sie gemeinsam mit Annette Hoffmann aus Dobbrikow eine Unterschriftensammlung, die von 2000 Menschen unterzeichnet wurde. Die Listen lieferten sie bei Bürgermeisterin Nestler ab, die sie an die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider (SPD), an den Landkreis Teltow-Fläming und an die Fraktionsvorsitzenden im brandenburgischen Landtag weiterleitete.

Alles schon mal vorgebracht

„Wir haben am 8. Februar an die Ministerin geschrieben“, berichtete Monika Nestler, „aber haben bis heute keine Antwort bekommen.“ Man habe „hintenrum“ erfahren, dass sie gesagt habe, dass man eben eine Stellungnahme schreiben soll, an der nichts vorbeiführe. „Wir schreiben schon seit 20 Jahren Stellungnahmen dazu“, ärgert sich Ute Krüger, „ich weiß gar nicht, was wir da noch schreiben sollen, was wir nicht schon längst vorgebracht haben.“ Außer vielleicht die Alternativlosigkeit dieses Radwegs, weil es einfach keine anderen Strecken gibt, auf denen ein Radweg angelegt werden könnte.

Alte Zahlen für neue Planung

Das ist die eine Hoffnung, an die sich die Gemeinde klammert. Das andere Argument, das doch für eine Wiederaufnahme in die Radwegebedarfsliste spricht, sind die alten Zahlen des Verkehrsaufkommens, die sozusagen als Ausschlusskriterium genutzt wurden. Die stammen von 2005 und 2010. „Wir kann man damit noch planen?“, fragt sich Monika Nestler. Deshalb veranlasse die Gemeinde jetzt neue Zählungen.

So machten sich die drei Frauen wieder auf den Rückweg nach Berkenbrück. Durch den Wald. Enttäuscht aber nicht hoffnungslos. „Wir denken über andere Aktionsformen nach“, sagte Ingrid Schwarzer am Nachmittag.

Von Hartmut F. Reck

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