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Wandern mit Nächst Neuendorfer Ortschronist

Geschichte Wandern mit Nächst Neuendorfer Ortschronist

Der Nächst Neuendorfer Ortschronist Klaus Voeckler hat am Sonnabend 40 Teilnehmer einer Wanderung zu den geschichtlich bedeutsamen Orten in Nächst Neuendorf geführt. Unter anderem zeigte er ihnen, wo 1943 ein britischer Bomber abstürzte. Die Motoren wurden erst in den 90er Jahren geborgen.

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Klaus Voeckler (rechts), profunder Kenner der Ortsgeschichte.

Quelle: Ott

Nächst Neuendorf. In aller Herrgottsfrühe scharten sich am Sonnabend an die 40 Interessierte um Klaus Voeckler, um etwas über die Nächst Neuendorfer Ortsgeschichte zu erfahren. Eingeladen zu dieser sechsten kulturhistorischen Frühwanderung, sie ist aus der Vogelstimmenwanderung hervorgegangen, hatte der Heimatverein „Alter Krug“ Zossen. Dessen Vorsitzende Karola Andrae begrüßte die Wanderfreunde.

„Hört die Nachtigall, sie singt so herrlich“ - Klaus Voeckler hielt auf dem früheren Grundstück des Baumschulenbesitzers Friedrich Grunwald inne und erinnerte an die sehr beliebten Vogelstimmenwanderungen. Grunwald baute sich als 26-Jähriger um 1900 hier in der Nähe des Zossener Bahnhofs eine Existenz auf. Seine Fliederzucht wurde deutschlandweit berühmt. Wo heute Thomas Schacke seine Pferdekoppel hat, standen einst Gewächshäuser. Voeckler erzählte vom Drama, das sich im Champion-Keller, von dem noch die Reste zu sehen sind, abspielte.

Harte Geschichten aus den letzten Kriegstagen

Dort wollte sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges eine Mutter mit ihren drei Kindern erschießen. Im Keller hatten bereits mehrere Frauen Unterschlupf gefunden, die ebenfalls aus Angst vor der heranrückenden Roten Armee aus dem Leben scheiden wollten. Sie baten um die Pistole und erschossen sich vor den Augen der Kinder. Als dann die Mutter die Waffe an sich nahm, konnte sie gerade noch ihre älteste Tochter erschießen. Dann versagte die Pistole. Die Mutter und die zwei verbliebenen Kinder mussten leben.

Klaus Voeckler schreibt darüber in seinem Buch „Nicht nur Sumpf und Sand“, das am 25. Juni zum diesjährigen Dorffest erscheint. Auch über den am 23. August 1943 über Lichterfelde schwer getroffenen Lancaster Bomber berichtete Voeckler. „Die britische Maschine flog brennend noch über Horstfelde und stürzte unweit der Champion-Keller in die sumpfigen Wiesen.“ Voeckler war damals dreieinhalb Jahre alt und hat vage Erinnerungen an dieses Ereignis. Erst 1999 hat man alle vier Motoren aus dem Boden geholt.

Sommergewitter zerstörte Eiche

Die gut zweistündige Wanderung durch den Ort Nächst Neuendorf führte vorbei an den nicht mehr vorhandenen zahlreichen Gärtnereien, an Grundstücken und Häusern, die Geschichte schrieben. Dazu gehört etwa die vom Käsefabrikanten, vom Gendarmen, der einen Mord aufklärte, oder auch die Story vom geschickten Ausbrecher aus dem Spritzenhaus. Auf dem Rastplatz der Jäger fuhr bei einem Sommergewitter 1975 der Blitz mit solch einer Wucht in eine Eiche, dass einzelne Teile bis dreißig Meter weit in die Wiesen hineingeschleudert wurden.

Genau an diesem Ort endete die Wanderung am Sonnabend mit einem Frühstück. Der 78-jährige Ortschronist erwies sich als sehr unterhaltsamer Erzähler, der es verstand, Ereignisse spannend und mit einer gehörigen Portion Humor wiederzugeben.

Von Gudrun Ott

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