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Warnstreik im Industriepark Ludwigsfelde

Tarifkonflikt in der Metallindustrie Warnstreik im Industriepark Ludwigsfelde

Etwa 500 Beschäftigte der Metallindustrie gingen am Dienstag in Ludwigsfelde auf die Straße, um für mehr Geld in der Tasche zu streiken: fünf Prozent mehr Lohn und eine deutliche Anpassung der Azubi-Entlohnung. Betroffen waren das Mercedes-Werk und Firma Gestamp. Die Forderungen richteten sich auch andere Großbetriebe in der Region.

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Der neue Ludwigsfelder IG-Metall-Chef Tobias Kunzmann (vorn) bei den Streikenden im Industriepark Ludwigsfelde.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Zu einem zweistündigen Warnstreik der IG Metall im Industriepark Ludwigsfelde marschierten am Dienstag etwa 500 Beschäftigte von Mercedes und Gestamp an die Rudolf-Diesel-Straße. Damit wollten sie die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn und nach mindestens einer Lohnangleichung ans Sachsen-Niveau für Auszubildende in Brandenburg in der aktuellen Tarifrunde unterstreichen.

Der neue Ludwigsfelder IG-Metall-Vorsitzende Tobias Kunzmann sagte in seiner ersten Streikrede an diesem Ort: „Die Zeit der Argumente ist vorbei.“ Angesichts „unverschämter“ Arbeitgeber-Angebote liefen Vorbereitungen für größere Aktionen. Die Fünf-Prozent-Forderung sei berechtigt. Die Aussichten hätten sich vor dem Hintergrund aktueller Konzern-Rekorde keineswegs eingetrübt, so Kunzmann weiter: „Bei der MTU gab es ein Rekordjahr, der Gewinn ist um 33 Prozent gestiegen auf 91,5 Millionen Euro. Die Auslastung ist gut.“ Das Gestamp-Umformwerk arbeite an der Kapazitätsgrenze.

Große Protestrunde

Große Protestrunde.

Quelle: Jutta Abromeit

Auch Mercedes Benz in der Daimler AG hat ein Rekordjahr hinter sich, sagte Kunzmann: „Der Gewinn ist um 36 Prozent gestiegen. Von den 8,6 Milliarden Euro haben 3,5 Milliarden die Aktionäre bekommen. So viel wie noch nie.“ Die Ludwigsfelder Mercedes-Werker hätten zwar einen Rekord-Bonus bekommen, aber nur 53 Prozent vom Westbonus. Er habe es nicht gut gefunden, dass sich Autowerker über 52 Stunden Arbeit in der Woche beschwerten. Das sei doch Anlass, wieder über Arbeitszeit und die drei Stunden Differenz Ost-West zu reden. Immer wieder rief der hiesige IG-Metall-Chef: „Arbeitgeber  – ihr wollt Streit – wir sind bereit!“

Kunzmanns Vorgänger Hermann von Schuckmann empfahl Beschäftigten bei seinem persönlichen Streik-Abschied, keine Angst vor dem Arbeitgeber, sondern Mut zu haben. Wenn 2008 in drei Schichten 240 Transporter gefertigt wurden und heute in zwei Schichten mehr als 200 vom Band rollen, seien die Forderungen keineswegs vermessen. Denn die Produktion in Ludwigsfelde sei damit heute deutlich billiger geworden und Lohnkosten mit dieser Steigerung überkompensiert, sagte von Schuckmann.

Gestamp-Betriebsratsvorsitzender Mathias Martens

Gestamp-Betriebsratsvorsitzender Mathias Martens .

Quelle: Jutta Abromeit

Für die Gestamp-Beschäftigten erinnerte Betriebsratsvorsitzender Mathias Martens daran, wie es dort zum separaten Tarif kam: „Wenn wir schon weit und breit der am besten organisierte Betrieb sind, dann wollten wir das auch nutzen.“ 140 Gestamp-Metaller hatten sich im Gartenlokal „Petersilie“ getroffen und über ihr Vorgehen verständigt. „Am Ende stehen unsere Forderungen auf Punkt und Komma im Ergänzungsvertrag“, sagte Martens, „bei uns sind fast alle gewerblich Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert.“ Am Mikrofon forderte er: „Wir brauchen motivierte, keine verarmten Beschäftigten.“

Von Jutta Abromeit

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