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Teltow-Fläming Warnstreik im Klenk-Werk in Baruth
Lokales Teltow-Fläming Warnstreik im Klenk-Werk in Baruth
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00:35 17.07.2015
Die Mitarbeiter des Klenk-Werks in Baruth demonstrierten gestern für höhere Löhne. Quelle: Andreas Staindl
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Baruth

Drei Stunden lang lief die Produktion in der Klenk Holz AG in Baruth am Dienstag auf Sparflamme. Von 12 bis 15 Uhr ging fast nichts mehr. Fahrer der Holztransporter vor dem Tor mussten sich in Geduld üben. Die IG Metall hatte zum Warnstreik aufgerufen. Fast hundert Mitarbeiter aus den drei Schichten – etwa 50 Prozent der Gesamtbelegschaft – haben sich beteiligt. „Eine sehr gute Resonanz“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Oliver Wenske. „Ich bin stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

Mit Trillerpfeifen machten die Sägewerker ihrem Ärger Luft. Sie fordern einen Entgelttarifvertrag, einen Manteltarifvertrag sowie eine Entlohnung wie im Stammwerk im schwäbischen Oberrot. „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, erwartet Markus Plagmann. Der Verhandlungsführer der IG Metall nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht: „Sie hatten uns einen Manteltarifvertrag bis zum 31. Juli dieses Jahres versprochen. Passiert ist nichts. Unsere Geduld hat ein Ende.“ Durchschnittlich 13,63 Euro verdienen die Beschäftigten bei Klenk in Baruth, wie Anton Gorisek von der IG Metall sagt – 10,50 Euro sind es in den untersten Lohngruppen. „Unser Ziel sind durchschnittlich 16,15 Euro, so viel wie in Oberrot“, so Gorisek. Ihm zufolge verhandelt die Gewerkschaft seit einem Jahr mit der Führung des Unternehmens über einen Haustarifvertrag. Es geht um Entgeltgruppen, um Urlaubsregelungen und Urlaubsgeld oder um Zuschläge. „Bis jetzt haben wir vom Arbeitgeber noch keine Antwort“, sagte Gorisek. Etwas Bewegung gab es ihm zufolge allerdings Anfang März dieses Jahres: 50 Cent mehr auf den Stundenlohn der Sägewerker.

Dass im Gewerbegebiet Bernhardsmüh in Baruth gestreikt wird, war bisher die Ausnahme. Der bisher letzte Streik liegt inzwischen zehn Jahre zurück. Beschäftigte des Laminatherstellers Pfleiderer hatten damals ihre Forderungen aufgemacht – mit Erfolg. „Wir haben damals 23 Prozent Einkommenserhöhung erreicht“, erzählte Anton Gorisek. „Eine solche Erhöhung würden wir auch für die Klenk-Mitarbeiter begrüßen.“ Er warnt den Arbeitgeber, die Verhandlungen weiter zu verzögern. „Wir geben nicht auf. Auch bei Pfleiderer hat der Streik gewirkt. Mit dem Warnstreik jetzt auch bei Klenk setzen wir ein erstes Zeichen, damit sich der Arbeitgeber endlich bewegt.“ Der Gewerkschafter machte deutlich: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Baruth haben seit Jahren richtig malocht. Sie wollen jetzt ihren Anteil am finanziellen Erfolg des Unternehmens.“

Markus Plagmann von der IG Metall kündigte an: „Sollte es in dieser Woche kein Angebot geben oder es nicht akzeptabel sein, stehen wir in der nächsten Woche wieder vor dem Tor. Dann aber mit noch mehr Leuten und eine Stunde länger. Die Arbeitgeber können uns hinhalten, aber nicht stoppen.“ Wie der Verhandlungsführer weiter sagte, haben Mitarbeiter aus anderen Unternehmen der Holzbranche im Land Brandenburg ihre Solidarität mit den Baruther Sägewerkern schon angekündigt. „Sie sind beim nächsten Streik dabei“, sagte Markus Plagemann.

Von der Klenk AG gab es gestern keine Stellungnahme zu den Forderungen der IG Metall.

Von Andreas Staindl

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