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Warnstreik jetzt auch bei Rolls-Royce

Arbeitskampf Warnstreik jetzt auch bei Rolls-Royce

Nach ihren Kollegen bei Mercedes, Gestamp und Schaeffler sind am Mittwoch auch Beschäftigte von Rolls-Royce in den Warnstreik getreten. Die Beschäftigten fordern fünf Prozent mehr Geld. Eine höhere Vergütung fordern auch die Auszubildenden. Wer nicht bei seinen Eltern wohne, könne sich die Ausbildung nicht leisten, hieß es.

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Beschäftigte vor dem Rolls-Royce-Werk in Dahlewitz.

Quelle: Ott

Dahlewitz. Nachdem am Dienstag in Ludwigsfelde etwa 500 Mitarbeiter von Mercedes und Gestamp in einen zweistündigen Warnstreik getreten waren, meldeten sich am Mittwoch auch Arbeitnehmer von Rolls-Royce in Dahlewitz lautstark zu Wort. Dem Ruf der IG-Metall zu einem Warnstreik waren mehr als 300 Beschäftigte gefolgt. Das Unternehmen hat am Standort Dahlewitz allerdings 2600 Mitarbeiter, nur elf Prozent gehören der Gewerkschaft an.

Mehr Solidarität forderte Gewerkschaftssekretär Andreas Kahnert von denen, die dem Warnstreik ferngeblieben waren. Kämpferisch gab sich der Betriebsratsvorsitzende Guido Höhn. „Ihr wollt Streit – wir sind bereit!“, rief er in Richtung der Chefetage. Gefordert werden fünf Prozent Erhöhung des Entgelts, die Arbeitgeber bieten 2,1 Prozent. Ebenfalls nicht einverstanden ist man damit, dass der Kantinenzuschuss am Standort in diesem Jahr um die Hälfte gekürzt wurde und im nächsten Jahr ganz wegfallen soll.

Auch die Auszubildenden fordern mehr Geld

Für die Berliner und Brandenburger Azubis trat Christian Joachim ans Mikrofon. Der junge Triebwerksmechaniker hat bei Rolls-Royce vor zwei Jahren ausgelernt und bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als eine Provokation. Joachim setzt sich als Jugendvertreter der Azubis dafür ein, dass die Ausbildungsvergütung an den Facharbeiterlohn gekoppelt wird. „Wir haben die schlechteste Ausbildungsvergütung der Bundesrepublik“, sagte er und lehnte das Angebot der Arbeitgeber von 0,5 Prozent Lohnerhöhung und die Einmalzahlung von 0,3 Prozent vehement ab. „Wir haben 38 Azubis und immer mehr Abwanderungen zu verzeichnen. Wer nicht bei seinen Eltern wohnt, kann sich die Ausbildung nämlich gar nicht leisten“, beklagte der Berliner. Der neue Ludwigsfelder IG-Metall-Chef Tobias Kunzmann betonte: „Wir müssen Tarifverträge vor den Werkstoren erstreiten, solange es keine faire Beteiligung von Arbeitnehmern an den Erfolgen der Unternehmen gibt.“ Und Kirk Jenczelewski, freigestelltes Betriebsratsmitglied, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Unternehmen Rolls-Royce versuche, die Ertragssituation zu verschleiern und die Höhe der Einnahmen unter den Teppich zu kehren. „Mit der Tarifrunde stehen wir leider erst am Anfang“, bedauerte Kahnert, der auch die Veranstaltung moderierte. „Aber ohne Arbeitskampfmaßnahme ist eine Tarifrunde kollektives Betteln“, merkte Kunzmanns Vorgänger Hermann von Schuckmann an.

IGM will Rückkehr zu paritätischer Finanzierung der Krankenversicherung

Eine weitere Forderung der Gewerkschaft ist die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung, das heißt, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen je die Hälfte der Beiträge. Jetzt aber ist der Arbeitgeberanteil eingefroren, alle Steigerungen treffen nur die Arbeitnehmer. Unterschriftenlisten für Land- und Bundestag lagen am Mittwoch aus. „Wir verlangen eine Gesetzesänderung“, so Guido Höhn.

Von Gudrun Ott

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