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Warnstreiks bei Klenk und Classen

Tarifpolitik Warnstreiks bei Klenk und Classen

Mitarbeiter der Firmen Klenk Holz AG und Classen Industries GmbH haben am Donnerstag im Holzkompetenzzentrum in Baruth gestreikt. Dazu aufgerufen hatte die Industriegewerkschaft (IG) Metall.

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Die Streikversammlung in Baruth.

Quelle: Foto: Andreas Staindl

Baruth. Im Holzkompetenzzentrum in Baruth wurde am Donnerstag gestreikt. Mitarbeiter der Firmen Klenk Holz AG und Classen Industries GmbH haben für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall hatte dazu aufgerufen. „Der größte Teil der Belegschaft ist hier“, sagt Hermann von Schuckmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Ludwigsfelde, der auch für Baruth zuständig ist. „Ich bin mit der Resonanz zufrieden.“

Die Forderungen an beide Firmen sind ähnlich. Für die Classen-Mitarbeiter werden ein Tarifabschluss und ein Manteltarifvertrag und die Einführung eines Entgelttarifvertrags gefordert. Von Klenk erwartet man zusätzlich, dass die Entgelte an die des Werks in Oberrot (Baden Württemberg) angepasst werden. Außerdem sollen die Tarifverhandlungen wieder aufgenommen werden. „Seit eineinhalb Jahren spielt der Arbeitgeber jetzt sein Spielchen“, kritisiert Anton Gorisek von der IG Metall. „Seitdem wir sein minimales Angebot abgelehnt hatten, redet er nicht mehr mit uns; er hat die Verhandlungen abgebrochen.“ Gorisek nimmt die Klenk-Führung ins Visier: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden belogen und eingeschüchtert. Ein Stundenlohn von zehn Euro ist eine Sauerei und muss geändert werden.“

Die Classen-Führung hält sich ihm zufolge nicht an Absprachen. Trotz beiderseitiger Erklärung, einen Tarifvertrag zu vereinbaren, setze der Arbeitgeber den Betriebsrat unter Druck; er wolle eine betriebliche Regelung erzwingen.

Der Warnstreik soll die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückzwingen. „Wir bekommen nichts geschenkt“, sagt Schuckmann, „wir müssen gemeinsam kämpfen. Vor eineinhalb Jahren wurden bei Klenk Tarifverhandlungen begonnen, doch die Säge klemmt. Der Abbruch der Verhandlungen ist eine Provokation. Das lassen wir uns nicht gefallen.“ Der Bevollmächtigte kündigt an: „Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, legen wir mit weiteren Streikmaßnahmen nach. Wir sind kampfbereit.“ Er fordert: „Wir müssen raus aus der Angststarre.“

Für die Klenk Holz AG war es am Donnerstag der zweite Warnstreik innerhalb von eineinhalb Jahren, für die Classen Industries GmbH der erste Warnstreik. IG Metall-Mitglieder anderer Unternehmen im Holzkompetenzzentrum sowie aus dem Kreis Teltow-Fläming beteiligten sich. Auch die Fahrer der zahlreich vorbeifahrenden Lkw haben mit den Streikenden sympathisiert. Das Hupkonzert wurde freudig wahrgenommen. Der Warnstreik war der Auftakt und ein Signal an die Arbeitgeber, wie Hermann von Schuckmann sagt: „In beiden Betrieben gibt es eine kampfbereite Belegschaft.“

Weder der Werkleiter von Klenk, Bernd Ebert, noch der Geschäftsführer von Classen, Carsten Buhlmann, waren am Donnerstag für eine Stellungnahme erreichbar.

Von Andreas Staindl

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