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Teltow-Fläming Warum Massai und Gretchen ausreißen konnten
Lokales Teltow-Fläming Warum Massai und Gretchen ausreißen konnten
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08:46 07.07.2016
„Massai“ und „Gretchen“ sind am Mittwoch aus ihrem Gehege ausgebüxt. Hier sitzt „Massai“ wieder ganz brav in seinem Gehege. Quelle: Julian Stähle
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Baruth

Große Aufregung im Wildpark Johannismühle in Baruth: Dort ist es am Mittwochmorgen zwei Löwen gelungen, aus ihrem Gehege auszubrechen. Die Ursache dafür war menschliches Versagen, wie sich später herausstellen sollte. Ein Mitarbeiter des Wildparks hat laut Auskunft des neuen Wildpark-Eigentümers Jörg Stubbe eine Tür zwischen dem ersten und dem zweiten Sicherheitsbereich nicht richtig zugemacht. Dadurch seien die beiden Löwen in die zweite Sicherheitszone geraten, wo sie dann durch gezielte Schüsse betäubt wurden.

Der Wildpark wurde abgesperrt. Quelle: Julian Stähle

Das Sicherheitskonzept mit mehreren Zäunen und Absperrungen habe funktioniert, betont Stubbe. „Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Besucher.“

Zu den Besuchern gehörte auch Guntram Theer aus Senzig, der mit seiner Frau, seinem Sohn und den beiden Enkeln (4 und 6 Jahre alt) am Mittwochvormittag den Wildpark besuchte. „Wir sind durch die Kasse, haben dann die große Runde gemacht und wollten gerade nach links zu den Wildschweinen, als wir in etwa zehn Metern Entfernung Auge in Auge der Löwin gegenüberstanden“, berichtet er der MAZ. Getrennt seien sie nur noch durch einen Wildschutzzaun gewesen, gegen den die Wildkatze vergebens gesprungen sei, während der männliche Löwe etwas trottelig herumgestanden habe.

Wildpark-Chef Jörg Stubbe als Krisenmanager am Telefon. Quelle: Hartmut F. Reck

„Der wusste wohl gar nicht, wie ihm geschah“, erzählt Guntram Theer, der auch beobachtete, wie ein anderer Besucher per Handy die Parkverwaltung anrief. Kurz darauf sei ein Tierpfleger ins Gehege gekommen und habe auf die Löwen eingeredet, was das Weibchen aber nicht weiter beeindruckte. Nach Angaben der Polizei hat der weibliche Löwe auch die zweite Sicherheitszone überwinden können, während der männliche Löwe in der ersten blieb.

Der Wildpark

70 000 Besucher kommen jährlich in den Wildpark Johannismühle. Das Areal umfasst 100 Hektar, der größte Teil ist eine Freifläche für Hirsche und Mufflons.

500 Tiere aus 50 verschiedenen Arten leben dort, darunter Wölfe, Löwen, Braunbären, Auerochsen, Wildpferde, Rotwild, Damwild sowie viele Greifvögel.

12 Mitarbeiter sind in dem Zoo beschäftigt. Eigentümer ist Jörg Stubbe, der den Park in diesem Jahr von Gründer Frithjof Banisch gekauft hat, der die Einrichtung 1997 gegründet hatte. Geschäftsführer ist Julian Dorsch.

Der Wildpark ist kein klassischer Zoo, sondern nimmt vor allem Tiere auf, die im Zirkus keinen Platz mehr haben.

Noch während das Löwenpärchen seine weitere Umgebung erkundete, wurden die Besucher von Wildparkmitarbeitern zügig zum Ausgang geleitet. Innerhalb kürzester Zeit seien Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erschienen, berichtete Guntram Theer.

Die wichtigste handelnde Person war aber die Golßener Tierärztin Corinna Vogel, die mithilfe eines Luftdruckgewehrs nach Angaben von Jörg Stubbe beide Löwen betäubt hat. Doch auch darüber gibt es widersprüchliche Berichte. So ist laut Polizei nur die Löwin betäubt worden, während der Löwe von den Tierpflegern in sein Gehege zurückgedrängt werden konnte.

„Massai“ trottete in sein Gehege zurück. Quelle: Hartmut F. Reck

Als die MAZ den Ort des Geschehens nach der Entwarnung durch Polizei und Wildparkverwaltung besuchen durfte, lag die Löwin schlafend in ihrem Käfig, in den man sie zurückgetragen hatte, während der Löwe im Freigehege zwar wach, aber gelangweilt den Beobachtern den Rücken zukehrte.

Für Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch war dieser Vorfall „eine interessante Übung“, wenn auch unter realistischen Bedingungen. Seine Mitarbeiter hätten sich professionell verhalten. Auch für ihn hat sich das Sicherheitskonzept des Wildparks bewährt. Nun werde aber im Nachgang darüber beraten, was künftig noch besser gemacht werden könne.

„Gretchen“ wurde betäubt. Quelle: Julian Stähle

Wildpark-Besitzer Jörg Stubbe glaubt nicht, dass es den beiden Wildkatzen hätte gelingen können, das Gelände zu verlassen, zumal sie genügend Nahrung in unmittelbarer Nähe gefunden hätten. Denn neben den beiden Löwen leben noch 500 weitere Tiere aus etwa 50 verschiedenen Arten in Johannismühle. Neben Polarwölfen gibt es zwei Grauwölfe sowie Auerochsen, nachgezüchtete Koniks, eine osteuropäische Ponyrasse, mongolische Wildpferde, Luchse, Bären, Rot- und Muffelwild, Schwarzwild sowie diverse Greifvogelarten.

„Massai“ und „Gretchen“, wie die beiden ehemaligen Zirkuslöwen gerufen werden, sind seit 2006 in Johannismühle. Sie bekommen hier im Wildpark ihr Gnadenbrot. „Hier haben sie erstmals Natur erlebt“, sagt Stubbe, dessen Wildpark sich darauf vorbereitet, mit einem zusätzlichen Gehege zwei weitere Zirkuslöwen zu übernehmen für den Fall, dass ein Gesetz es verbietet, dass solche Tiere noch im Zirkus auftreten dürfen.

Die Polizei bei der Spurensicherung. Quelle: Julian Stähle

Kaum waren „Massai“ und „Gretchen“ wieder hinter Schloss und Riegel, ging der normale Wildparkbetrieb weiter. Gerade angekommene Besucher hatten schon im Radio gehört, was vorgefallen war, und freuten sich, dass sie gleich hereingelassen wurden. Andere, die vorher gekommen waren, hatten weniger Glück. So die 10. Klasse einer Förderschule aus Spremberg. „Erst wurde die Flugschau wegen des Regens vorzeitig abgebrochen“, berichtete Lehrerin Silvia Pfeiffer, „und dann wurden wir evakuiert.“ Sie fuhren zum Mittagessen nach Glashütte und Baruth­. Als sie wieder in Johannismühle ankamen, war der Spuk endlich vorbei.

Von Hartmut F. Reck

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