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Warum ein Schwein zum Trauzeugen wurde

Trebbin Warum ein Schwein zum Trauzeugen wurde

Sie bezeichnen sich selbst als ein bisschen verrückt und genauso sollte ihre Hochzeit werden. Ein Ehepaar aus Teltow-Fläming hat sich für ihren großen Tag etwas außergewöhnliches ausgedacht. Dass sie an einem für sie besonderen Ort heirateten und der Bräutigam den Anzug seines Großvaters auftrug, war nicht das verrückteste.

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Trebbins Standesbeamtin Anke Kalies mit dem Brautpaar Tobias und Sabrina sowie dem Trauzeugen Albert (auf Tobias’ Arm).

Quelle: Margrit Hahn

Trebbin. „Albert ist das erste Schwein, das es geschafft hat, an einer Eheschließung teilzunehmen“, sagt Trebbins Standesbeamtin Anke Kalies. Und während sie dem Brautpaar die besten Wünsche mit auf den Weg gibt, grunzt das schwarze Minischwein in seiner Box. Sabrina Krüger und Tobias Grandke sind beide tierlieb und ein bisschen verrückt, wie sie selbst sagen. Deshalb sollte Albert als Glücksschwein auch unbedingt bei ihrer Hochzeit dabei sein.

Gleich lässt das Brautpaar die Tauben fliegen

Gleich lässt das Brautpaar die Tauben fliegen.

Quelle: Margrit Hahn

Der Hochzeitstermin war gut überlegt. Genau 60 Jahren nachdem sich die Großeltern von Sabrina Krüger in Trebbin das Ja-Wort gaben, wollte die 31-Jährige ihren Freund Tobias heiraten. Und damit nicht genug. Der Bräutigam trug den maßgeschneiderten Hochzeitsanzug des inzwischen verstorbenen Großvaters. „Nur die Hose musste etwas umgeändert werden.“ Am liebsten hätte Sabrina Krüger das lange Hochzeitskleid ihrer Großmutter Margarita getragen. Doch diese hatte es nach der Hochzeit abgeschnitten und mit einem schwarzen Samt-Bolero bei Tanzveranstaltungen und zu besonderen Anlässen getragen. Sabrina Krüger hat ein besonders inniges Verhältnis zu ihrer Großmutter. „Sie ist schon als Kind gern zu uns gekommen“, sagt Margarita Krüger aus Stücken. Sie freut sich, dass ihre Enkelin am gleichen Tag wie sie geheiratet hat. „Sie hat unseren Tag zu ihrem gemacht“, so die stolze Großmutter.

Liebe auf den ersten Blick

Sabrina und Tobias Krüger (er hat den Namen seiner Frau angenommen) haben sich beim Weihnachtsmarkt in Trebbin direkt vor dem Rathaus kennen gelernt. „Als ich ihn das erste Mal sah, habe ich ihm über das Gesicht gestrichen und gesagt: Dich heiratet ich“, berichtet die Braut. Inzwischen wohnt die Familie, zu der die siebenjährige Lilu gehört, in Lynow. Die gelernte Heilerziehungspflegerin und der Betreiber einer Sicherheitsfirma haben in Lynow neben Albert noch andere Vierbeiner. Doch das Minischwein, das im Juli auf die Welt kam, hat es ihnen besonders angetan. Schon die Suche nach einem geeigneten Namen ist ihnen schwergefallen. Alberts Mutter „Valentina das Microschwein“ hat sogar eine eigene Internetseite. „Es grunzt eigentlich immer. Und Albert fährt gern Auto“, stellt Tobias Krüger fest und lacht. Sicherheitshalber muss er dafür aber in die Box.

Das Paar lässt zwei weiße Tauben fliegen

Das Paar lässt zwei weiße Tauben fliegen. Aber erst gibt es einen Kuss.

Quelle: Margrit Hahn

Auf das Schwein gekommen

Abends beim Fernsehen liegt er bei Sabrina Krüger auf dem Schoß. Ihm ist die Sendung völlig egal, Hauptsache der Kasten flimmert. Morgens darf Albert sogar zu ihnen ins Bett. Ein bis zweimal in der Woche ist Badetag. Und als wäre ein tierischer Gast bei der Eheschließung nicht genug, hatte der Brautvater auch noch weiße Tauben bestellt, die das Paar nach der Zeremonie fliegen ließ.

Trauzeugen sind seit Mitte 1998 gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben. Es können jedoch bis zu zwei benannt werden. Die katholische Kirche setzt jedoch zwei Zeugen voraus

Von Margrit Hahn

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