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Teltow-Fläming Warum ein altes Pflegeheim immer mehr verrottet
Lokales Teltow-Fläming Warum ein altes Pflegeheim immer mehr verrottet
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18:47 13.10.2016
Völlig verwüstet ist der einstige Festsaal. Quelle: Frank Pechhold
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Saalow

Vor zwölf Jahren wurde das Pflegeheim „Saalower Berg“ geschlossen. Seitdem steht es leer. Investoren für die dem Landkreis Teltow-Fläming gehörende, 192 391 Quadratmeter große Liegenschaft sind nicht in Sicht. Das geht aus einem Schreiben hervor, mit dem Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) auf eine an den Kreis gerichtete Petition geantwortet hat.

Einreicher der Petition ist der Dabendorfer Jan-Erik Hansen. Er will erreichen, dass der Kreis ein Konzept zur Nachnutzung des Areals entwickelt. Weiter geht es ihm darum, dass eine Entscheidung über einen möglichen Abriss oder eine Weiternutzung der Immobilien getroffen wird. Hansen zufolge befänden sich in den Gebäuden noch schriftliche Unterlagen wie Protokolle, die man sichern und archivieren müsse.

Verrammelte Tür. Quelle: Frank Pechhold

„Schriftliche Unterlagen befinden sich nicht in den Gebäuden“, widerspricht Landrätin Wehlan in diesem Punkt Hansen. Allerdings wären die seitens des Kreises und der Gemeinde Am Mellensee unternommenen Bemühungen, Investoren zu gewinnen, ergebnislos geblieben. Laut Wehlan stelle das Grundstück wegen seiner Lage, Größe und Altbebauung für potenzielle Erwerber ein „kaum endgültig abschätzbares Risiko“ dar.

Einst 800 Bewohner im Altenheim

In der einst vom DRK betriebenen Einrichtung wurden zum Schluss 800 Bewohner betreut: Behinderte, Altersrentner sowie Erwachsene, die geistig auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes stehen geblieben waren. Das Pflegeheim „Saalower Berg“ wurde am 3. September 2004 feierlich geschlossen und gleich nebenan ein neues Pflegeheim eröffnet.

Gescheiterte Verkaufsversuche

Nach der Übergabe an den Kreis gab es immer wieder Versuche, das Areal neu zu nutzen. Eine Idee bestand darin, im Hauptgebäude die Verwaltung der Gemeinde Am Mellensee unterzubringen. Andere Pläne sahen eine geschlossene Therapieeinrichtung für Suchtkranke vor. Auch betreutes, altersgerechtes Wohnen und eine Pflegeeinrichtung mit therapeutischem Golfplatz für Schlaganfall-Patienten waren im Gespräch. Zuletzt zog sich ein Investor zurück, der die Miniaturwelt „Deutschland-Park“ errichten wollte.

Das Grundstück ist verwildert. Quelle: Frank Pechhold

Laut Flächennutzungsplan der Gemeinde wären Einrichtungen für Bildung, Gesundheit und Soziales möglich. Knackpunkt sind die von Randalierern heimgesuchten Gebäude auf dem von Wachschützern kontrollierten Grundstück. Einrichtungen wie Apotheke, Friseur, Kinderkrippe, Kino und Physiotherapie mit Bewegungsbecken sowie der für 400 Gäste ausgelegte Festsaal mit Empore und Bühne bieten ein Bild der Verwüstung.

Kreis kann einen Abriss nicht stemmen

Verkaufsfördernd wäre es, wenn der Kreis die wertlosen Gebäude abreißen lassen würde. Diese Aufgabe sei derzeit nicht zu bewältigen, so Landrätin Wehlan in der Petitionsantwort. „Der Abbruch der alten Häuser würde über eine Million Euro kosten“, sagt ihr für Liegenschaften zuständiger Mitarbeiter Hans-Gerd Heinrich.

Von Frank Pechhold

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