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Teltow-Fläming Warum sich in Nonnendorf niemand traut
Lokales Teltow-Fläming Warum sich in Nonnendorf niemand traut
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06:00 10.03.2016
Ohne das Engagement des ehemaligen Ortsvorstehers gäbe es in Nonnendorf immer noch keine neue Bushaltestelle. Quelle: Josefine Sack
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Nonnendorf

Mehr als 15 Jahre war Hans-Peter Kukel Ortsvorsteher in Nonnendorf. 2014 hat er sein Amt niedergelegt – „aus Resignation“, wie der 65-Jährige sagt. Seitdem gibt es in Nonnendorf keinen Ortssprecher mehr, der die knapp 250 Einwohner gegenüber der Gemeinde Niederer Fläming vertritt.

„Ich verdenke es keinem“, sagt Kukel und ergänzt: „Die Leute wissen, was für ein Aufwand das ist und wie viel Ärger man hat.“ Kukel weiß wovon er spricht, denn Ärger hatte er in seiner Zeit als ehrenamtlicher Ortsvorsteher in den letzten Amtsjahren genug. Besonders den Bau der umstrittenen Biogasanlage entlang der Bundesstraße 102 kurz vor dem Ortseingang nahmen ihm die Nonnendorfer 2014 übel. Mit der Anlage, so die Befürchtung vieler Dorfbewohner, würden künftig 40-Tonner durch das Dorf donnern. „Dabei wurde extra eine Umgehungsstraße zur Anlage gebaut“, erinnert sich Kukel. Doch sachliche Argumente halfen nichts. Die Anlage wurde gebaut und das Dorf fühlte sich von ihm verraten – obwohl Kukel seinerzeit nicht einmal für das Projekt gestimmt hatte.

„Die Leute meckern, tun aber nichts“, kritisiert der frühere Ortsvorsteher Hans-Peter Kukel. 2014 hat er sein Amt deshalb niedergelegt. Quelle: Josefine Sack

„Ich lebe jetzt viel ruhiger“, sagt der Rentner rückblickend. Gern hätte er sich noch weiter für die Dorfbewohner eingesetzt, aber zuletzt habe die Aufgabe „einfach keinen Spaß mehr gemacht“, begründet er seinen Rückzug. Dass sich in Zukunft wieder jemand findet, der den Ortsvorstand übernimmt, bezweifelt Kukel: „Die Leute hier im Ort meckern, tun aber nichts“, kritisiert er. Auch die Nonnendorfer Friseurin und Kosmetikerin, Jessika Rziha, glaubt nicht daran, dass die vakante Stelle zeitnah neu besetzt werden kann: „Hier hat keiner den Mut, das zu machen, aus Angst, dass die anderen nur meckern“, vermutet sie. Viele Bewohner in Nonnendorf seien Zugezogene. Den jungen Leuten, die arbeiten und eine Familie haben, fehle zudem die Zeit, so Rziha. „Der Zusammenhalt war früher besser“, gibt sie zu. Für die Zukunft wünscht sich die Friseurin daher wieder einen festen Ansprechpartner im Dorf. Denn ohne einen Ortsvorsteher seien Probleme, egal ob mit der Gemeinde oder innerhalb der Dorfgemeinschaft, nur schwer zu lösen, befürchtet Rziha.

„Der Ortsvorsteher ist ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Ortsteil und der Gemeindeverwaltung“, bestätigt Gemeindebürgermeister David Kaluza (parteilos). In Niederer Fläming fehlen aktuell zwei Ortsvorsteher: „Mit Werbig gibt es Gespräche, wir hoffen, bald eine Lösung zu finden“, so Kaluza. Und in Nonnendorf? „Die Nonnendorfer sind nicht besonders kommunikativ, das ist bedauerlich“, sagt er. Über die Zusammenarbeit würde man sich in der Gemeinde freuen – es müsste sich nur jemand trauen in Nonnendorf.

Von Josefine Sack

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