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Teltow-Fläming MAZ testet Onlinerechner: Was Pendeln kostet
Lokales Teltow-Fläming MAZ testet Onlinerechner: Was Pendeln kostet
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00:21 08.02.2018
Pendler kehren aus dem Norden nach Jüterbog zurück. Quelle: Peter Degener
Dahmeland-Fläming

Die Region Dahmeland-Fläming war zwar immer schon eine Pendler-Region, aber die Zahlen derer, die zur Arbeit in die Hauptstadt auspendeln, steigt stetig weiter an. Rund 38 000 Menschen machen sich derzeit jeden Morgen auf den Weg nach Berlin. Allein auf die vergangenen zehn Jahre gesehen bedeutet das ein Plus von mehr als 25 Prozent.

Angesichts der Bevölkerungsentwicklung ist das auch eine logische Tendenz. Während das Wohnen in Berlin stetig teurer wird, weil immer mehr Menschen in die Metropole drängen und dadurch die Mieten und Kaufpreise explodieren, treten immer mehr Leute die Gegenbewegung an und verlassen die Hauptstadt wieder in Richtung Umland. Oder sie suchen gleich von vornherein dort, weil es sich auf dem Land ruhiger und günstiger leben lässt. Die Frage ist nur: um wie viel günstiger?

Service für Menschen, die umziehen und pendeln wollen

Das lässt sich jetzt mit einem Instrument feststellen, dass der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) seit dieser Woche auf seiner Internetseite anbietet. Es handelt sich dabei um einen Wohn- und Mobilitätskostenrechner, kurz WoMoKo. Dieser Rechner sei auf die Initiative der Länder Berlin und Brandenburg entwickelt worden, sagt VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Und er soll ein Service für Menschen sein, die unsicher sind, ob sie nach Berlin oder Brandenburg ziehen wollen, nach Ludwigsfelde oder doch lieber nach Nuthe-Urstromtal, und die ihre Entscheidung auch vom Budget abhängig machen wollen. Anhand des gewünschten Wohnortes und der Arbeitsorte ermittelt der Rechner, wie hoch die zu erwartenden Wohnkosten sind, aber auch die Zeiten für den Arbeitsweg mit Bahn, Auto und Fahrrad sowie für alle Varianten auch die anfallenden Fahrtkosten.

Die MAZ hat mit dem Rechner einige Grundkonstellationen durchgerechnet. Die Ergebnisse sind erstaunlich und zeigen vor allem eines: Wer sparen will oder sparen muss, der sollte die Fahrtkosten im Auge behalten.

Für ein fiktives Ehepaar, von dem einer in Berlin-Adlershof und der andere in Berlin-Kreuzberg arbeitet, spielt es beispielsweise laut WoMoKo unterm Strich kaum eine Rolle, ob ihre 100-Quadratmeter-Wohnung in Königs Wusterhausen, Blankenfelde-Mahlow oder Luckenwalde liegt – mal ganz davon abgesehen, ob sich dort aktuell 100-Quadratmeter-Wohnungen finden lassen. In Blankenfelde-Mahlow und Königs Wusterhausen sind die Wohnkosten hoch, in Luckenwalde liegen sie deutlich darunter. Aber solange mindestens einer der beiden Partner täglich mit dem Auto zur Arbeit fährt, gleichen sich diese Unterschiede locker wieder aus.

Aufwand und Kosten in übersichtlichen Zahlen

Am Ende zahlt die Familie in Blankenfelde-Mahlow laut Rechner sogar 40 Euro weniger als die in Luckenwalde, weil sich dort die Mobilitätskosten so sehr summieren, dass am Ende des Monats mehr Geld in Auto und Bahn als in Wohnung und Nebenkosten fließt. Und sie hat mehr Freizeit, weil sie nicht so lange fahren muss. Das mag teilweise offensichtlich sein, der Rechner unterlegt es aber mit übersichtlichen Zahlen.

Der Rechner geht dabei erst einmal von Standardwerten aus: Neuwagen, Durchschnittsmiete, 75 000 Euro Eigenkapital beim Hauskauf. Die Daten können aber angepasst werden, so dass sie den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Auffällig ist bei ersten Test in jedem Fall: die Kosten für Mobilität sind nicht zu unterschätzen. Sobald ein Wagen im Spiel war, betrugen sie immer mindestens zwei Drittel der Wohnkosten, oft mehr.

Mit dieses Phänomen können sich jetzt viele Neupendler schon mal beschäftigen, besonders jene, die mit einem Umzug in die Städte und Gemeinden der zweiten Reihe liegäugeln. Denn egal, ob man in Luckenwalde, Jüterbog, Wünsdorf oder Lübben wohnt: Die Baupreise dort mögen vergleichsweise niedrig sein, zudem verfügen alle diese Orte über eine Bahnanbindung. Aber wer weiterhin in Berlin arbeiten will, der verbringt, auch das zeigt der Rechner, große Teile des Tages in Verkehrsmitteln – und kommt ohne Auto trotzdem kaum aus.

Signifikant günstiger wird es tatsächlich nur, wenn man ganz aufs Auto verzichtet und auf den ÖPNV umsteigt. „Das zu zeigen, war nicht das erklärte Ziel, aber es freut den Verkehrsverbund, wenn jemand zu der Erkenntnis kommt“, sagt Elke Krokowski.

Am meisten sparen lässt sich am Auto

Wenn besagte Testfamilie etwa ins hochpreisige Großziethen zieht, die Arbeitswege aber nur mit Bahn und Fahrrad zurücklegt, dann lebt es sich für sie dort günstiger als an jedem anderen Ort der Region Dahmeland-Fläming mit Auto.

Vor dem gleichen Problem stehen freilich auch diejenigen, die in Berlin leben und täglich ins Umland einpendeln. Auch davon verzeichnet die Region rund 21 000 Menschen, ihre Zahl steigt sogar noch rasanter als die der Auspendler. Und da die Wohnkosten in Berlin noch höher sind als im Speckgürtel, kann das Sparen an der Mobilität dort um so wichtiger sein.

Am besten kommen finanziell und zeitlich all diejenigen weg, die in Baruth, Jüterbog oder Luckenwalde wohnen und dort auch arbeiten. Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs der Region gibt es auch davon immer mehr Menschen – und vielleicht ist das auch eine zentrale Botschaft des WoMoKo: Eine Arbeit nahe am Wohnort bedeutet ein Plus an Lebensqualität. Es kann sich glücklich schätzen, wer das hat.

Von Oliver Fischer

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