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Teltow-Fläming Was tun, wenn sonntags der Nachbar nervt?
Lokales Teltow-Fläming Was tun, wenn sonntags der Nachbar nervt?
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06:10 29.11.2016
Nachts wird die Polizei gerufen, wenn das Ordnungsamt nicht erreichbar ist.
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Jüterbog

Der Nachbar nervt am Sonntagnachmittag mit der Kreissäge, ein fremdes Auto versperrt die Grundstücksausfahrt und im Haus gegenüber verschafft sich der Hausherr mit Gewalt Gehör. Wem solches oder ähnliches widerfährt, der weiß oft nicht, an wen er sich wenden kann. Besonders abends, nachts oder am Wochenende, wenn im Ordnungsamt der Gemeinde niemand ans Telefon geht, ist die Unsicherheit groß. Darf man deshalb gleich die Polizei auf den Plan rufen?

Man darf die Polizei rufen

„Man darf“, sagt Marko Köhler, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Führungs- und Revierdienstes im Landkreis Teltow-Fläming. „Im Rahmen der so genannten Eil-Zuständigkeit sind wir auch dann für den Bürger der richtige Ansprechpartner, wenn wir zwar nicht die originär zuständige Behörde sind, diese aber gerade nicht erreichbar ist“, erläutert der 43-Jährige, der viele Jahre selbst in der Jüterboger Region im Streifendienst unterwegs war.

Marko Köhler Quelle: Uwe Klemens

Ordnungsamt wird informiert

„Nehmen wir das Beispiel ruhestörender Lärm. Sofern gerade kein wichtigerer Einsatz ansteht, fahren unsere Kollegen dorthin und versuchen, angemessen auf die Situation zu reagieren, also den Ruhestörer davon abzuhalten, weiterhin zu stören“, sagt Köhler. „Bei Uneinsichtigen ist es auch schon vorgekommen, dass wir die Anlage mitgenommen haben. Im Gegensatz zu früher, wo nach erfolgter Klärung der Einsatz beendet war und nur in schwerwiegenden Fällen durch die Bußgeldstelle der Polizei geahndet wurde, wird heute jeder dieser Einsätze dokumentiert und an das zuständige Ordnungsamt weitergeleitet, wo man dann über eventuelle, weitere Sanktionen entscheidet.“ Schneller als bei dem beschriebenen Beispiel reagiert die Polizei bei Nachbarschaftsstreitigkeiten und häuslicher Gewalt, wo ebenfalls eingeschritten und später an das zuständige Amt weitergeleitet wird.

Dauerproblem: Herrenlose Tiere

Ein gemeinsames Dauerproblem von Polizei und Ordnungsbehörde sind herrenlos aufgefundene Tiere. „Zuständig dafür, das Tier an ein Tierheim weiterzuleiten, ist immer das Ordnungsamt“, erläutert Marko Köhler. „Außerhalb von dessen Bürozeit sind wieder wir der richtige Ansprechpartner und können den Kontakt zwischen Finder, Tierheim oder, bei verletzten Tieren, dem Veterinär herstellen. Von jedem Polizeistandort haben wir Zugriff auf die entsprechenden Daten. Aufnehmen oder im Streifenwagen transportieren dürfen wir Tiere aber nicht.“

200 Polizisten sind im Landkreis im Einsatz

Mehr als 200 Polizisten sorgen im Kreis Teltow-Fläming für Sicherheit. Gut die Hälfte davon ist im Wach- und Streifendienst, etwa 50 Beamte sind als Revierpolizisten unterwegs.

Hinzu kommen 50 Kriminalisten. Der Führungsdienst zählt zehn Mitarbeiter.

Mindestens einmal jährlich finden Beratungen mit den 14 Ordnungsämtern der Gemeinden und dem Ordnungsamt des Landkreises statt.

„Ruhender Verkehr“ sorgt für viel Ärger

Auch der so genannte „ruhende Verkehr“ ist ein weites Feld, das immer wieder für Ärger sorgt, von der Polizei jedoch nur in schwerwiegenden Fällen bearbeitet wird, etwa wenn Gefahr im Verzug ist. „Der Klassiker ist die zugeparkte Feuerwehrstellfläche“, sagt Köhler. Bei der zugeparkten, privaten Grundstücksausfahrt muss der Bürger selber agieren. Einfach den Abschleppdienst beauftragen, kann für den Auftraggeber teuer werden, denn Gerichte prüfen, ob es nicht eine preiswertere Alternative, zum Beispiel ein Taxi, gegeben hätte.

Das Gros der gemeinsamen Probleme von Polizei und Ordnungsamt kommt in turnusmäßig durchgeführten, gemeinsamen Besprechungen auf den Tisch, um die Kommunikation zu verbessern und Vorgehensweisen abzusprechen. „Das klappt überall im Landkreis recht unbürokratisch“, freut sich Marko Köhler.

Von Uwe Klemens

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