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Teltow-Fläming Webhaus bekommt eine Mitmach-Werkstatt
Lokales Teltow-Fläming Webhaus bekommt eine Mitmach-Werkstatt
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05:56 08.03.2017
Das üppige Mansardgeschoss des Webhauses in Kloster Zinna ist seit zwei Jahrzehnten ungenutzt – das soll sich bald ändern. Quelle: Peter Degener
Kloster Zinna

Seit 20 Jahren befindet sich das Obergeschoss des Webhauses in Kloster Zinna in einem traurigen Zustand. Doch laut Haushaltsplan der Stadt Jüterbog sind nun Mittel vorgesehen, um das lange ungenutzte Geschoss zu sanieren und zu einer Probierwerkstatt für Schüler auszubauen. „Wir komplettieren den Ausbau des Webhauses mit einem Schulungsraum, Sanitäranlagen und einem Lagerraum. Gleichzeitig schaffen einen zweiten Fluchtweg und erledigen andere Brandschutzmaßnahmen. Außerdem schließen wir die energetische Sanierung des Gebäudes ab“, fasst Jüterbogs Bauamtsleiterin Kira Wenngatz zusammen.

Zwei Drittel der Investitionssumme aus der Städtebauförderung

Insgesamt 280 000 Euro sind nach einer Kostenschätzung der Stadt für Planung und Umsetzung nötig. Der kommunale Anteil beträgt ein Drittel dieser Summe. Die übrigen zwei Drittel werden über Städtebauförderung finanziert. Der Auftrag für die Detailplanung werde gerade ausgeschrieben. „Wir werden in diesem Jahr noch bis zur Baugenehmigung kommen und, wenn es schnell läuft, auch noch 2017 mit dem Bau beginnen“, sagt Wenngatz. Das Projekt wird voraussichtlich die letzte Maßnahme in dem Sanierungsgebiet sein, das die Webersiedlung des Ortes umfasst. Das Klostermuseum und Gut Kaltenhausen sind in einem weiteren Sanierungsgebiet zusammengefasst.

Seit 1998 keine Arbeiten am Obergeschoss

„Die Idee, das Obergeschoss auf diese Art zu nutzen ist schon viele Jahre alt. Damit würde der Gedanke des ,Lernorts Zinna’ umgesetzt werden“, sagt Norbert Jannek, Leiter der städtischen Museen. Unter dem Dreiklang „Kirche, Kloster, Webhaus“ böte Kloster Zinna drei sehr unterschiedliche touristische Ziele. „Jetzt gibt es die Chance, dass das etwas wird“, freut sich Jannek. Denn die Klosterkirche ist fast fertiggestellt und das Klostermuseum ist mitten in der neuen Ausstellungs- und Bauplanung. Beim Webhaus hatte sich seit 1998 nichts im Obergeschoss getan.

Zuletzt gab es in den 1990er Jahren Pläne, dort Wohnungen einzurichten. Die gesamte Etage wurde entkernt, die Öfen und selbst die Leitungen für Strom und Wasser sind dabei entfernt worden. Dann wurde Kloster Zinna ein Ortsteil von Jüterbog. Die Stadt übernahm die Immobilie und verzichtete aus finanziellen Gründen auf den Ausbau der Wohnungen. Glücklicherweise war das Dach erneuert worden, sodass es nie zu Problemen mit Feuchtigkeitsschäden kam.

Bunte Tapete aus den Tagen als Kita

Seitdem hat man aber im Obergeschoss nichts mehr angefasst. Die üppige Mansarde steht größtenteils leer. Einige Webstühle und andere Exponate wie ein historisches Bett befinden sich in den Räumen. An den Wänden hängt noch immer die bunt bedruckte Tapete aus den Tagen als Kindertagesstätte. Weil es keinerlei Dämmung gibt, fallen für den Betrieb des Museums und Cafés im Erdgeschoss zudem enorme Heizkosten an.

Dort wirkt seit sieben Jahren Elvira Göritz. Sie ist eigentlich Betreiberin des Museumscafés, führt die Gastronomie aber „im Sinne des Museums“, wie Jannek sagt. Ohne städtisches Personal macht sie thematische Führungen und lockt damit etwa 5000 Besucher jährlich ins Webhaus, die neben einem Kaffee auch Interesse an der Ausstellung haben. „Es ist sehr beengt im Erdgeschoss. Wenn ein Teil der Ausstellung nach oben verlagert ist, wird der Museumsbereich vom Gastronomiebereich besser getrennt sein“, sagt Jannek, „denn gerade seit Elvira Göritz das Webhaus führt, ist dort sehr viel Publikum.“

Webhaus-Gastronomin Elvira Göritz. Quelle: Peter Degener

Göritz freut sich sehr über den Ausbau. „Dort soll eine Probierwerkstatt rund um die Herstellung von Stoffen eingerichtet werden. Das wird ein Mitmach-Museum, bei dem Schüler lernen, wie der Weg vom Flachs zum Faden und schließlich bis zum fertigen Stoff verläuft. Der Webstuhl steht ganz am Ende dieser Kette“, sagt sie. Dazu werden originale Werkzeuge aufgearbeitet, mit denen Besucher die Handwerkstechniken ausprobieren können. Einer der neuen Räume könnte zudem als Weberstube eingerichtet werden, um darzustellen, wie die Weber früher gelebt haben.

Von Peter Degener

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