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Wegen Sanierung ein Schuljahr ohne Pausenklingel

Ludwigsfelde Wegen Sanierung ein Schuljahr ohne Pausenklingel

Die Fontane-Grundschüler in Ludwigsfelde suchten gestern Morgen alle ihre neuen Räume, nicht nur die ABC-Schützen: Weil ihr Gebäude im Dichterviertel saniert wird, zogen die Schule in den Ferien ans andere Ende der Stadt. Dort lernen die Grundschüler als Gäste im Gebäude der Daimler-Oberschüler. Die Klingel hören sie in diesem Schuljahr nur noch zu Unterrichtsbeginn.

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Merle (3.Klasse) und Matties (5.) Hofmann vor ihrer neuen Schule an der Ludwigsfelder Liebknechtstraße; dort wurden sie gestern von Eltern und dem Brüderchen abgeholt.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Alle Kinder der Fontane-Grundschule Ludwigsfelde suchten gestern zum Start ins neue Schuljahr ihre Unterrichtsräume, nicht nur die Abc-Schützen: Wegen der Sanierung ihres denkmalgeschützten Hauses im Dichterviertel lernen alle 333 Grundschüler für ein Jahr am anderen Ende der Stadt. Das heißt: Alle 15 Klassen sind für die kommenden zehn Monate Gast im Doppelschulhaus an der Karl-Liebknecht-Straße.

Hintergrund

Verlässliche Halbtagsgrundschulen: Gebrüder-Grimm-Grundschule an der Thälmannstraße und Kleeblatt-Grundschule am Saefkowring.

Außerdem: Fontane-Grundschule, Gottlieb-Daimler-Oberschule als Ganztagsschule, Marie-Curie-Gymnasium (Kreis TF) mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung.

Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung: an der Allendestraße; „Schule am Wald“ Groß Schulzendorf.

Das Oberstufenzentrum TF ist im Ludwigsfelder Birkengrund mit den Abteilungen 1 und 4 präsent.

Wegen des Umzugs waren für Schulleiterin Andrea Ludwig die Sommerferien diesmal schon vor der üblichen Vorbereitungswoche für Lehrer zu Ende. Gestern Morgen half sie wie ihre Kollegen Schülern, die richtigen Räume zu finden. Und in bisschen erstaunte es die Chefin, wie reibungslos alles lief: „Es gab zwar vor Unterrichtsbeginn bei einigen Eltern noch skeptische Blicke. Aber der Umzug in den Ferien hat wirklich super geklappt. Alle Möbel und Unterrichtsmaterialien waren pünktlich hier, alle Räume sind ausgestattet.“

Eltern mit einbezogen

Am meisten freut die Schulleiterin, dass sich die Stadt der Lehrermeinung angeschlossen und sich für diese Variante während der 14-monatigen Komplettsanierung entschieden hatte. „Ob Container oder Unterricht auf einer Baustelle  – alles andere als diese Lösung wäre problematischer gewesen“, sagt sie. Die Eltern seien langfristig einbezogen worden. „Für Kinder, die mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, konnten Eltern kostenfrei den Schulbus in Anspruch nehmen“, so Ludwig. Und es gibt für die Fontane-Schüler jetzt noch etwas Ungewohntes: Sie werden im neuen Schuljahr keine Pausenklingel hören. „Darauf hatten wir uns mit der benachbarten Daimler-Oberschule verständigt, weil wir unterschiedliche Unterrichtszeiten haben“, erklärt die Schulleiterin. Die Grundschüler lernen in 45-Minuten-Stunden, bei den Oberschülern nebenan im Haus gibt es Blockunterricht. Nur morgens klingelt es für alle Schüler zweimal: um 7.20 Uhr zur Vorbereitung, um 7.30 Uhr zum Unterrichtsbeginn.

Für Oberschulleiter Volker Große ist das nicht ungewöhnlich: „Als unsere Schule damals saniert wurde, hatten wir keine Klingel und keine Türen. Dagegen ist das jetzt ein Klacks“, sagt er. Der Hausmeister habe die Uhren in allen Unterrichtsräumen noch einmal abgeglichen, damit sie exakt gleich gehen.

Fest vorbereitet

Inzwischen ist die vierte Stunde vorbei und auf dem Schulhof wird es höllisch laut: Musik tönt aus großen Boxen, überall herrscht fröhlicher Trubel. Volker Große freut sich beim Anblick vieler Schülergruppen, die sich auf Holzbänken zusammenfinden. Er erklärt: „Wir probieren zum ersten Mal, mit einem Sommer- und Kennenlernfest ins Schuljahr zu starten.“ Nach den ersten drei Stunden mit den organisatorischen Notwendigkeiten wurde in der vierten Stunde das Fest vorbereitet: „Die vielen neuen Schüler sollen sich kennenlernen. Und wir dachten, es ist gut, dass sich alle in lockerer Runde auch über die Ferienerlebnisse austauschen können.“

Währenddessen wartet Ehepaar Hofmann aus dem Ortsteil Gröben vor dem Schulgebäude. Für die bisherigen Regensburger ist alles neu   – Job, Wohnung, drittes  Kind... Sie zogen in den Ferien nach Ludwigsfelde. Am ersten Schultag gestern holen sie ihre beiden Großen ab: Merle geht nun in die 3.Klasse, Matties in die 5. Beide begrüßen das zehn Monate alte Brüderchen. Sie wissen, dass sie im nächsten Jahr wieder in eine neue Schule kommen: in die sanierte FontaneSchule jenseits der Autobahn.

Von Jutta Abromeit

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