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Wegen Sprengstoffexplosion vor Gericht

Luckenwalde Wegen Sprengstoffexplosion vor Gericht

Wegen „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ saß Steve S. aus Luckenwalde am Mittwoch auf der Anklagebank. Im Juli des Vorjahres hatte er einen Polen-Böller auf einem Auto gezündet. Die verhängte Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

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Das Amtsgericht in Luckenwalde.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Auch wenn Steve S. aus Luckenwalde die Folgen seiner Tat nach eigenem Bekunden so nicht gewollt hatte, musste er sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Luckenwalde dafür verantworten. Ein Kavaliersdelikt war die Sachbeschädigung an einem Fahrzeug nicht, ganz im Gegenteil: Der Tatvorwurf „Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ wird laut Gesetz als Verbrechen gewertet und muss mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr geahndet werden.

Der arbeitslose Steve S. hatte am 10. Juli 2016 in Luckenwalde einen Sprengkörper auf die Kühlerhaube eines Pkw im Bereich der Frontscheibe gelegt und anschließend angezündet. Durch die Explosion wurden die Frontscheibe, die Scheibenwischer, die Lüftungsabdeckungen zwischen Motorhaube und Frontscheibe sowie der linke Außenspiegel beschädigt. Der Sachschaden wird mit mehr als 3600 Euro angegeben.

Von den Kumpels angestachelt

Der 31-jährige Angeklagte zeigte sich geständig. Er war in der besagten Nacht mit zwei Kumpels unterwegs, hatte viel Alkohol getrunken und sei deprimiert gewesen, weil seine Freundin sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Von seinen Kumpels sei er dazu angestachelt worden, dem späteren Geschädigten „einen Denkzettel zu verpassen“. Steve S. hatte sich dazu hinreißen lassen und zündete den Sprengkörper. „Nach dem lauten Knall war ich sehr erschrocken“, sagte S. „Ich wusste nicht, dass es ein Polen-Böller war und dass der so viel Schaden anrichtet. Der Böller war nicht größer als mein Zeigefinger.“

Weder Staatsanwalt noch Richterin konnte er damit beeindrucken. „Ob es ein Polen-Böller ist, sieht man doch“, sagte Richterin Stephanie Haensel. „Was wollten Sie denn sonst mit dem Sprengkörper erreichen?“, fragte der Staatsanwalt, „was soll sonst passieren, wenn man einen Feuerwerkskörper auf einem Auto zündet?“ Die Antwort blieb S. schuldig.

Erstmals wegen eines Verbrechens auf der Anklagebank

Eine weiße Weste hat der Angeklagte nicht. Verantworten musste er sich in der Vergangenheit unter anderem schon wegen Sachbeschädigung, Erschleichens von Leistungen, Körperverletzung mit Beleidigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Weil er aber wegen des Verbrechensvorwurfs zum ersten Mal angeklagt war, forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Zudem sollte er 100 Arbeitsstunden ableisten. „Damit Sie merken, was es heißt, wenn man fremdes Eigentum beschädigt“, so der Staatsanwalt.

Die Richterin wandte sich and den Angeklagten: „Dass Sie nicht wussten, was Sie mit Ihrem Handeln anrichten, können Sie Ihrer Oma erzählen.“ Außerdem sei er für sein Tun selbst verantwortlich, auch wenn er von anderen angestiftet werde. Der Forderung der Anklage schloss sie sich in wesentlichen Punkten an. Steve S. wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt, die zur Bewährung mit einer Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt wird. Außerdem hat er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Von Elinor Wenke

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