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Teltow-Fläming Weihnachten auf Arabisch
Lokales Teltow-Fläming Weihnachten auf Arabisch
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00:24 16.12.2015
Die Flüchtlinge haben für die Weihnachtsfeier gebacken. Quelle: Foto: Gudrun Ott
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Klausdorf

Sie kommen aus dem Irak, dem Iran, aus Syrien, Albanien, Afghanistan und aus Tschetschenien. Sie alle sind Flüchtlinge und ihr vorläufiges Zuhause ist in Rehagen und in Wünsdorf. Die evangelische Kirche hatte sie am Sonnabend zu einer kleinen Weihnachtsfeier ins Gemeindezentrum Klausdorf eingeladen.

In der Ecke stand ein Tannenbaum, an den jeder Flüchtling und jeder der ehrenamtlichen Helfer eine Christbaumkugel hängen konnte, auf die er zuvor seinen ganz persönlichen Weihnachtwunsch geschrieben hatte. Eine Familie aus Albanien stützte ihren kranken Sohn. Vater und Mutter wünschen sich Gesundheit für ihr Kind. Sie hoffen, die deutschen Ärzte können ihm helfen, denn sie wollen schnell zurück in ihre Heimat.

Besnik möchte, dass der Krieg endlich aufhört, ein anderer vermisst seine Familie. Ein Dach über dem Kopf haben, hierbleiben dürfen und ein glückliches Jahr erleben, diese Wünsche standen auf vielen Kugeln. Ein junger Mann hatte auf seine Kugel lächelnd „Girlfriend“ geschrieben. Ein kleines Mädchen wünschte sich Schokolade. Glück, schrieb ein junger Afghane in unbeholfenen Buchstaben und schaute zwischendurch hilfesuchend zu Wolf-Rüdiger Heinz. Der pensionierte Deutschlehrer gehört zu den Ehrenamtlichen, die unter anderem auch die unbegleiteten, allein eingereisten jungen Flüchtlinge unterrichten. „Deutsch ist keine leichte Sprache, aber alle sind mit Eifer dabei, sie zu lernen“, erzählte er. Den Flüchtlingen von Rehagen wird fünfmal pro Woche Deutschunterricht angeboten, die Wünsdorfer Jugendlichen werden viermal in der Woche unterrichtet. Aber es werden noch weitere ehrenamtliche Lehrer gebraucht.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Die Arbeit mit den Flüchtlingen sei derzeit das größte Problem, erklärte Pfarrer Andreas Hemmerling. „Es gibt Menschen unter ihnen, die sind keine getauften Christen und doch sehe ich sie jeden Sonntag beim Gottesdienst bei uns in der Kirche.“ Es sei wohl die Hoffnung, aufgenommen zu werden und irgendwann dazuzugehören, mutmaßte ein Helfer. Längst nicht alle Christen wissen, dass Muslimen die Weihnachtsgeschichte nicht fremd ist und auch im Koran eine Weihnachtsgeschichte steht. Auch im Koran erscheint ein Engel. Er verkündet die Geburt des „reinen Sohns“. Die Schwangere hat ihn allein in der Wüste unter einer Palme geboren. Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, sich der Gemeinsamkeiten von Christen und Muslimen zu erinnern. Und so lesen Superintendentin Katharina Furian, Andrea Grant und Mohammed aus Syrien gemeinsam die Weihnachtsgeschichte: In deutscher, englischer und arabischer Sprache.

Unter dem Weihnachtsbaum lagen 75 hübsch eingewickelte Geschenke: Spenden für die Flüchtlinge. Jedes Geschenk solle um die 15 Euro kosten, so war die Vorgabe, sagte der Pfarrer. Andrea Grant erzählte, auch Rolls-Royce habe sich an der Aktion beteiligt und Fleece-Jacken, Mützen und T-Shirts gespendet. Die Flüchtlinge haben fürs gemeinsame Fest gebacken, die Unterhaltung wurde mit ein paar Brocken Englisch und Deutsch, ansonsten mit Händen und Füßen geführt. Die letzte Kugel hängte Gundula Breetz an die Weihnachtstanne. Die Zossenerin ist in der Flüchtlingshilfe engagiert und hat das Wort Menschlichkeit aufgeschrieben.

Von Gudrun Ott

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