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Teltow-Fläming Weißer Schaum und Angst vor Krebs
Lokales Teltow-Fläming Weißer Schaum und Angst vor Krebs
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02:21 25.05.2018
Horst Steinicke hat den weißen Schaum, der schon mehrmals aus seiner Dachrinne kam, fotografiert. Der Ludwigsfelder fühlt sich mit dem Problem allein gelassen.  Quelle: Fotos: Abromeit, Privat
Ludwigsfelde

Das Kerosin startender und landender Flugzeuge lässt den Ludwigsfelder Horst Steinicke kaum noch ruhig schlafen. Mehrmals in den zurückliegenden zwölf Monaten fand er an seinem Haus in der Eigenheimsiedlung weißen Schaum, dessen Herkunft er sich nicht erklären konnte.

Der promovierte Technologe geht der Sache auf den Grund. Denn nach dem Auftauchen des Schaums gingen Rasenflächen, alte Heckenpflanzen und Tomaten ein. „Immer fängt es mit braunen Stellen an“, so der 79-Jährige. Alle Recherchen führten ihn zu Treibstoffrückständen. Deshalb gab er auf eigene Kosten ein hunderte Euro teures Gutachten in Auftrag. Mit dem Ergebnis sieht er seine Befürchtung bestätigt.

Bei Regen werden Schadstoffe ausgewaschen und sichtbar

Er sagt: „Das von Flugzeugtriebwerken teils unverbrannte, ölhaltige Kerosingemisch schwebt zerstäubt in der Luft und wird von Menschen, Tieren und Pflanzen unauffällig aufgenommen.“ Bei Regen würden diese Tröpfchen ausgewaschen und schlagen sich auf Dächern und Gärten, auf Wegen und in Pools nieder. „Dabei bildet sich weißer Schaum, der teils großflächig sichtbar wird, aber nach zehn bis 20 Minuten versickert“, sagt Horst Steinicke.

Den Ludwigsfelder Dr. Horst Steinicke beunruhigt Kerosinbelastung - bereits mehrmals fand er weißen Schaum am Auslauf seiner Dachrinne, Tomaten, Rassen und Hecke gingen bzw. gehen an betroffenen Stellen ein. Deshalb gab er auf eigene Kosten ein mehrere hundert Euro teures Gutachten in Auftrag. Damit sieht er seine Befürchtung bestätigt.   Quelle: Jutta Abromeit

Er spricht von einem Umweltskandal, der sich noch verstärken werde, wenn in Schönefeld noch mehr Flugzeuge starten und landen. „Meine und weitere 130 000 Einwendungen im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau Schönefelds zum BER wurden bei der Genehmigung vom Tisch gewischt mit der Festestellung, dass keine oder nur geringe unschädliche Belastungen für Menschen und Umwelt zu erwarten sind“, so  Steinicke.

Er gibt seine Unterlagen überregionalen Medien wie Nachrichtenmagazinen, Zeitungen und Fernsehsendern, doch nirgends findet er Gehör. Auch Hans-Reiner Aethner, Vorsteher des Wasserzweckverbandes Region Ludwigsfelde (Warl) sagt: „Hätte ich Befürchtungen irgendeiner Art, dann hätte ich längst Alarm geschlagen.“ Doch nirgends, weder optisch noch in der Analytik, seien Einträge in der Kläranlage aufgetaucht, die auf ein solches Problem hinwiesen, so Aethner.

Kerosin-Nachweis ist äußerst schwierig

Auch bei Bürgermeister Andreas Igel (SPD) war Steinicke bereits, doch bisher ohne die erhoffte Resonanz. Igel erklärt: „Tatsächlich können das Rückstände von Verbrennungsmotoren sein. Aber dafür kommen ebenso gut Rasenmäher von Nachbarn in Frage.“ Es fehle einfach der Nachweis, dass es sich wirklich um den Flugzeugtreibstoff Kerosin handelt, so der Bürgermeister. „Dieser Nachweis ist äußerst schwierig, weil die Rückstände sofort zerfallen. Eine Probe müsste umgehend gekühlt und im Labor untersucht werden“, so Igel.

Das weiß auch Steinicke. Ihm geht es um die giftigen feinen Stäube und Niederschläge, die krebserregend sind und deren Spuren er überall in der Nachbarschaft sieht. Steinicke saß für die Bürgerinitiative für ein lebenswertes Ludwigsfelde jahrelang im Stadtrat, ebenso Michael Neumann und Günter Leschke.

Alle drei gehören zum Vorstand des gleichnamigen Vereins. Sie sind am Dienstagabend im Rathaus zum Gespräch beim Bürgermeister. Davon erhoffen sie sich Hilfe im Kampf gegen Kerosinrückstände, die Ludwigsfelder Wohngebiete angeblich belasten.

Von Jutta Abromeit

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