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„Weißes Haus“ wechselt Besitzer

Neu-Eigentümer Dolphin Trust erkundet, ob Geldgeber wegen Erstaufnahmestelle abspringen „Weißes Haus“ wechselt Besitzer

Der Traum von russischen Geldgebern, die mehr als 15 Millionen Euro in das „Weiße Haus“ investieren, ist geplatzt. Mit diesen Versprechungen war die Rivag Erste GmbH vor mehr als einem Jahr in die Öffentlichkeit gegangen. Mittlerweile hat die Rivag das ehemalige Stabsgebäude der russischen Streitkräfte an den Hannoveraner Immobilien-Konzern Dolphin Trust verkauft.

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Wachwechsel im „Weißen Haus“ an der Wünsdorfer Hauptallee. Neuer Eigentümer ist der Immobilien-Konzern Dolphin Trust.

Quelle: Frank Pechhold

Wünsdorf. Das „Weiße Haus“ in Wünsdorf hat erneut seinen Besitzer gewechselt. Erst vor einem Jahr erwarb die Rivag Erste GmbH das Gebäude von der Entwicklungsgesellschaft Wünsdorf/Zehrensdorf (EWZ). Damals kündigte die Rivag millionenschwere Investitionen russischer Geldgeber an. Nun wurde das Objekt an den Hannoveraner Immobilien-Konzern Dolphin Trust weiterveräußert.

Möglicherweise habe die Rivag das Gebäude nur als Spekulationsobjekt erworben, so Dolphin-Trust-Pressesprecher André Klein gegenüber MAZ. Danach sah es anfangs nicht aus. Noch im April 2014 sagte Rivag-Mitarbeiter Anatol Roschnotovski der MAZ, dass weit mehr als 15 Millionen Euro von überwiegend russischen Privatanlegern in den Ausbau der großen Dreiflügelanlage und des Umfeldes fließen sollten. Weiter war von rund 140, vorwiegend „hochwertigen Wohnbereichen” mit Größen zwischen 43 und 107 Quadratmetern die Rede. Die ersten 25 bis 35 Wohnungen in dem einstigen Stabsgebäude der russischen Streitkräfte sollten sogar schon 2015 bezugsfertig sein. Ob das alles nur ein großer Bausanierungs-Bluff war, bleibt offen. Bei der Rivag hieß es gestern dazu nur, dass man von Dolphin Trust ein gutes Kaufangebot erhalten und angenommen habe. Damit besitzt Dolphin Trust in Wünsdorf nun das „Weiße Haus“ und ein weiteres Gebäude mit insgesamt 11 000 Quadratmetern Wohn- und 2900 Quadratmetern Gewerbefläche.

Über den Kaufpreis für das „Weiße Haus“ hüllt man sich bei Dolphin Trust in Schweigen. Er dürfte in die Millionen gehen. MAZ-Informationen zufolge zahlte der neue Eigentümer Anfang Juni Altanschließerbeiträge in Höhe von mehreren 100 000 Euro an den Wasserzweckverband KMS.

Weil bereits viel Geld geflossen ist, hat Dolphin Trust ein großes Interesse daran, das „Weiße Haus“ gewinnbringend zu vermarkten. „Wir haben uns das Gebäude genau angesehen und rechnen mit einem Investitionsbedarf von mindestens 20 Millionen Euro“, sagte Pressesprecher André Klein.

Was genau mit dem denkmalgeschützten Objekt geschieht, steht noch nicht fest. Eigentlich sollen Eigentumswohnungen entstehen. Knackpunkt ist die Tatsache, dass das Land Brandenburg neben dem „Weißen Haus“ im jetzigen Verwaltungskomplex B eine Erstaufnahmestelle für 1200 Asylbewerber einrichten wird. Nur knapp 30 Meter Luftlinie trennen beide Gebäude. „Wegen dieser neuen Umstände sind wir gerade dabei, uns einen Standpunkt zu erarbeiten“, so Klein. Beispielsweise prüfe man, ob die potenziellen Darlehensgeber noch bereit seien , Geld in Wohnungen neben einer Erstaufnahmestelle zu investieren. „Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir ein anderes Nutzungskonzept erarbeiten“, sagte Klein.

Weder bei dem Verkauf des „Weißen Hauses“ an die Rivag noch dem Weiterverkauf an Dolphin Trust „war abzusehen, dass in unmittelbarer Nähe die Erstaufnahmestelle entstehen soll“, sagt EWZ-Geschäftsführerin Birgit Flügge. Deshalb verstehe sie, dass der Investor sein Konzept überdenke. Flügge zufolge gelte auch für Dolphin Trust die im Kaufvertrag mit der Rivag vereinbarte Klausel, innerhalb von drei Jahren eine bestimmte Summe in das Gebäude zu investieren. Andernfalls könnte der Kaufvertrag rückabgewickelt werden. „Wenn diese Frist ergebnislos verstrichen ist, dann redet man erst einmal miteinander“, sagt Flügge. Falls der Investor am Ende aussteigt, erhält er seinen Kaufpreis und die EWZ das „Weiße Haus“ zurück.

Von Frank Pechhold

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