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Weitere Windräder sind tabu!

Öko-Energie in Luckenwalde Weitere Windräder sind tabu!

Erneuerbaren Energien will sich die Stadt Luckenwalde (Teltow-Fläming) nicht verschließen. Doch auf weitere Windräder möchte man künftig verzichten. Warum? Es gäbe einfach keine geeigneten Flächen! Stattdessen setzt die Stadt nun auf ein anderes Konzept.

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Solche Windparkts passen nicht nach Luckenwalde.

Quelle: dpa

Luckenwalde. In Luckenwalde und den Ortsteilen Kolzenburg und Frankenfelde wird es außer dem vorhandenen Windrad im Brandweg keine weiteren Windenergieanlagen mehr geben; praktisch können dafür keine Flächen ausgewiesen werden. Das ist das Ergebnis eines „Konzeptes für die Berücksichtigung der Nutzung erneuerbaren Energien“. Dieses soll als städtebauliches Konzept beim Aufstellen der Bauleitpläne berücksichtigt werden. Darüber informierte Ekkehard Buß vom Stadtplanungsamt am Dienstag den Ortsbeirat und interessierte Einwohner von Kolzenburg.

Die nächstgelegenen Windeignungsgebiete befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Jüterbog (Windpark Heidehof) sowie auf dem Gebiet der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, nordöstlich von Woltersdorf (Nuthe-Birkhorst). Luckenwalde und Jüterbog hatten vor Jahren einen gemeinsamen Teilflächennutzungsplan für Windenergie aufgestellt und dafür Konzentrationsflächen im Bereich Jüterbog ausgewiesen. Doch diese Pläne entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen der Rechtsprechung.

Energieerzeugung in Luckenwalde

13 Prozent des verbrauchten Stroms in der Stadt Luckenwalde werden aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt.

432 Megawattstunden Strom werden pro Quadratkilometer Fläche aus erneuerbaren Energien erzeugt. Damit nimmt Luckenwalde in der Region einen Mittelplatz ein. Die gesamte Gemeindefläche beträgt 47 Quadratkilometer.

250 Megawattstunden Strom werden pro Quadratkilometer aus Solarenergie gewonnen. Damit liegt die Stadt Luckenwalde im Landkreis Teltow-Fläming und im Land Brandenburg ganz vorn. Der Durchschnitt im Landkreis beträgt knapp 44 Megawattstunden Solarstrom pro Quadratkilometer. Die Stadt Trebbin auf Platz 2 im Landkreis liegt bei 116 Megawattstunden Solarstrom pro Quadratkilometer.

Heute müssen laut Buß schlüssige Gesamtkonzepte für den Außenbereich einer Gemeinde vorgelegt werden; geeignete und bereitgestellte Windrad-Flächen müssen in einem gesunden Verhältnis stehen. „Eine Flächenvorsorge für Windkraftanlagen ist Pflicht“, sagte Buß, „vorsätzliche Verhinderungsplanungen sind unzulässig.“

Deshalb musste die Stadt in einem Konzept sogenannte harte und weiche Tabu-Zonen abgrenzen. Zu den harten Tabu-Kriterien zählen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, tierökologische Abstandskriterien oder gesetzlich geschützte Biotope. Weiche Tabu-Faktoren sind beispielsweise der Abstand zu Siedlungsbereichen, Hochspannungsleitungen oder Hubschrauberlandeplätze (wie am Krankenhaus).

Nach Aufrechnung aller Ausschlusskriterien wurde für Luckenwalde schnell klar: Es gibt praktisch keine freien Flächen, die für Windräder geeignet wären. „Theoretisch gibt es zwei kleine Flächen“, sagte Buß, „eine südlich von Kolzenburg und eine nördlich vom Klärwerk zwischen Berkenbrücker Chaussee und B101.“ Doch die bei Kolzenburg hat weniger als 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung und die am Klärwerk ist mit 650 Quadratmetern viel zu klein. Um dennoch erneuerbaren Energien genügend Raum zu bieten, sollen Flächen für die Solarwirtschaft entwickelt und gesichert werden. Dazu gehören die Berkenbrücker Chaussee, das neue Solarfeld am Zapfholzweg sowie das geplante Solarfeld am Heinrichstift. Photovoltaikanlagen auf bestehenden Gebäuden sollen unterstützt werden.

Auf einen Wermutstropfen musste Buß dennoch verweisen: Für die Genehmigung weiterer acht Windräder im Windpark Heidehof III hatte nicht nur Jüterbog das Einvernehmen verweigert, sondern auch Luckenwalde, weil eines der Räder in die Gemeindegrenze Luckenwalde ragt. Das Landesumweltamt habe sie dennoch genehmigt. Die Genehmigungsunterlagen liegen ab Donnerstag bis zum 4. November unter anderem im Stadtplanungsamt aus; gegen sie kann Widerspruch eingelegt werden.

Von Elinor Wenke

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