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Teltow-Fläming Welcome-Team beginnt Flüchtlingshilfe
Lokales Teltow-Fläming Welcome-Team beginnt Flüchtlingshilfe
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00:34 19.09.2015
Drei Flüchtlinge aus Pakistan und Afghanistan beim ersten Treffen des Welcome-Teams Niedergörsdorf. Quelle: Martina Burghardt
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Altes Lager

Bereits zur Ankunft der ersten Flüchtlinge im Übergangswohnheim Altes Lager in der vergangenen Woche hatten sich ehrenamtliche Helfer zusammengefunden. Inzwischen fanden Treffen mit mehr als 20 Interessierten statt. Ihr Ziel ist es, dort weiterzuhelfen, wo die staatliche Unterstützung endet.

Die Niedergörsdorfer Pfarrerin Ines Fürstenau-Ellerbrock und ihr Kollege Henry Kliewer von der Christlichen Glaubensgemeinschaft sowie Ortsvorsteher Klaus Pollmann (Linke) gehörten zu den Ersten, die mit den Flüchtlingen bei deren Ankunft Kontakt hatten. Das Welcome-Team, so die spontan gewählte Bezeichnung, widmete sich bei seiner Zusammenkunft vor allem der Frage, wer wie helfen kann und an welcher Stelle das überhaupt nötig ist. „Der Sinn ist die Schaffung einer Willkommenskultur“, sagte Ines Fürstenau-Ellerbrock, „bei aller Hilfsbereitschaft wollen wir die Menschen, die zu uns kommen, nicht entmündigen. Das hat auch etwas mit Würde zu tun.“

Das Welcome-Team aus Altes Lager kann auf Erfahrungen anderer Initiativen in der Region zurückgreifen. Der runde Tisch Asyl in Jüterbog ist bereits seit mehr als einem Jahr aktiv, seit dort die ersten Flüchtlinge in das Wohnheim Waldauer Weg einzogen. In dem zum Übergangsheim umfunktionierte Wohnhaus Altes Lager, in dem 18 Wohnungen zur Verfügung stehen, werden bis zu 60 Flüchtlinge aufgenommen.

Bislang sind keine Familien angekommen. Auf die Personenauswahl hat der Landkreis Teltow-Fläming, der für die Heime zuständig ist, keinen Einfluss. Die Inte­grationsbeauftragte des Kreises, Christiane Witt, wies beim ersten Welcome-Team-Treffen Ende voriger Woche darauf hin, dass sie bei der Vernetzung der einzelnen Initiativen behilflich sein kann. Heimleiter Christian Lähnemann sowie Jens Dörschmann vom Internationalen Bund, der das Heim betreibt, konnten ebenfalls Hinweise geben, welche Unterstützung sinnvoll wäre. Sie hatten außerdem drei Flüchtlinge aus Pakistan und Afghanistan mitgebracht, für die Pfarrer Kliewer übersetzte.

Gebraucht werden nun Winterkleidung für Männer, warmen Decken, Bettwäsche, funktionstüchtige Fernseher (auch zum Lernen der deutschen Sprache), Sportgeräte und Fahrräder. Die Kleiderkammer des Diakonischen Werkes im „Jump“ Altes Lager nimmt Spenden an. Fragen dazu beantwortet auch der Heimleiter. Spendenkonten sind bei der Kirche und beim Diakonischen Werk eingerichtet. Das Welcome-Team wird sich in Zukunft jedoch nicht nur um Sachspenden kümmern, sondern um Hilfe bei der Verständigung, wenn nötig um Begleitung zu Behörden, das Organisieren von Beschäftigung, Verkehrsteilnehmerschulungen. Man habe eine „Mittler-Rolle“, hieß es.

Ines Fürstenau-Ellerbrock berichtete von Dingen, die bei der Ankunft der Asylbewerber schief gelaufen sind. Die Flüchtlinge kamen mit dem Zug in Niedergörsdorf an, ohne den Weg von dort nach Altes Lager zu kennen. Erste Hilfe sei in Sachen Grundversorgung und Fahrten zur Ausländerbehörde nach Luckenwalde geleistet worden. „Es ist aber einfach auch eine Situation, in der schlicht das aktive Engagement der Zivilgesellschaft gefragt ist“, sagte die Pfarrerin, die Verständnis für die Belastung der Angestellten hat.

Nachgedacht wird darüber, dort einen regelmäßigen Spielenachmittag wie in Jüterbog anzubieten. „Dabei lernt man die Sprache am besten“, so die Erfahrung von Edeltraut Liese, die sich sowohl beim runden Tisch Asyl als auch im Welcome-Team engagiert.

Info: Das nächste Treffen des Welcome-Teams findet am 23. September um 18.30 Uhr bei der Christlichen Glaubensgemeinschaft Altes Lager, Birkenweg 7, statt. Mitstreiter willkommen.

Von Martina Burghardt

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