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Teltow-Fläming Immer weniger alte Diesel auf den Straßen
Lokales Teltow-Fläming Immer weniger alte Diesel auf den Straßen
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17:26 26.07.2018
Obwohl in der Region keine Fahrverbote wegen Schadstoffausstoß drohen, sind immer weniger alte Diesel-Autos unterwegs. Quelle: dpa
Dahmeland-Fläming

Die drohenden oder bereits umgesetzten Diesel-Fahrverbote in einigen deutschen Großstädten machen sich nun auch in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald bemerkbar. Im Vergleich zu 2017 sind in der Region in diesem Jahr deutlich weniger Diesel-Autos unterwegs, die den Schadstoffklassen Euro-4 und niedriger entsprechen. Das belegen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes vom 1. Januar 2018.

Diesel-Verbot in Stuttgart

In Stuttgart werden beispielsweise ab 2019 mit wenigen Ausnahmen alle Diesel-Fahrzeuge der Euro-4-Norm und niedriger auf den Straßen verboten. Ein solches Verbot würde im Landkreis Teltow-Fläming aktuell 11.558 Autos betreffen. Das sind allerdings rund neun Prozent weniger als noch im Jahr 2017. In Dahme-Spreewald sieht es ähnlich aus, dort wären 11.690 Diesel von einem Verbot nach Stuttgarter Vorbild betroffen, ebenfalls neun Prozent weniger als im Vorjahr.

Diesel werden abgemeldet

Die Auto-Besitzer haben offenbar bereits reagiert und verabschieden sich nach und nach von den alten Dieseln. „Aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion ist diese Entwicklung nicht verwunderlich“, sagt Jörg Kirst, Gruppenleiter Technik beim ADAC Berlin/Brandenburg. Zwar würden jedes Jahr immer einige alte Diesel-Autos mit niedrigen Schadstoffklassen abgemeldet, der Trend habe sich allerdings inzwischen deutlich zugespitzt. Kirst geht davon aus, dass in den nächsten Jahren noch mehr alte Diesel abgemeldet werden.

Euro-5-Norm noch nicht betroffen

Selbst die Zahl der Diesel-Pkw mit Euro-5-Norm hat 2018 in Teltow-Fläming um ein Prozent und in Dahme-Spreewald sogar um zwei Prozent abgenommen. Von einem Fahrverbot wie in Stuttgart sind die Euro-5-Diesel bislang allerdings nicht betroffen.

Jörg Kirst warnt deshalb vor einer Hysterie um Fahrverbote: „Natürlich sollte man sich nicht leichtfertig irgendeinen Diesel kaufen. Es wird verschiedene Szenarien geben, so dass man jetzt besser die Füße still halten sollte.“ Bei einem Neukauf rät Kirst unbedingt zur Schadstoffklasse Euro-6d-Temp, die auch in Zukunft zu den verhältnismäßig sauberen Dieseln gehören wird.

Mehr Euro-6-Diesel

Tatsächlich sind die Zahlen der angemeldeten Diesel mit Euro-6-Norm in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald stark gestiegen: In Teltow-Fläming von 4135 im Jahr 2017 auf 6342 in diesem Jahr und in Dahme-Spreewald von 3684 auf 6008. „Je mehr Euro-6d-Temp-Fahrzeuge auf den Straßen fahren, desto besser ist das für die Emissionen“, sagt Kirst. Vor allem für Pendler und Menschen, die beruflich auf ein Auto angewiesen sind, seien Diesel-Fahrzeuge nach wie vor eine gute Wahl. Der geringere Verbrauch und die Spritpreise im Vergleich zum Benziner lohnen sich in aller Regel wirtschaftlich, so Kirst.

Keine Verbote in der Region

Auf MAZ-Nachfrage bestätigte das Brandenburgische Ministerium für Umwelt, dass sowohl in Teltow-Fläming als auch in Dahme-Spreewald stets die gesetzlichen Luftqualitätsziele erreicht worden sind. Auch weiterhin sei nicht mit Grenzwertüberschreitungen zu rechnen. Autofahrer können also aufatmen, in ganz Brandenburg sind laut Ministerium auch in Zukunft keine Verkehrsbeschränkungen für Diesel-Pkw zu erwarten.

Maßnahmen in Berlin

Anders sieht das in Berlin aus. Dort gilt bereits seit April auf Teilen der Leipziger Straße (B1) ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde aus Gründen der Luftreinhaltung. Langsames Fahren soll den Ausstoß von Schadstoffen um bis zu zehn Prozent verringern. Über weitere Maßnahmen auch auf anderen Straßen in Berlin wird derzeit noch diskutiert.

Benziner nicht in der Diskussion

Über Benzin-Autos gibt es im Moment weniger Diskussionen, dabei sind viel mehr Benziner als Diesel-Fahrzeuge zugelassen. In Teltow-Fläming stehen aktuell 29.799 Diesel 69.867 Benzinern und anderen Antriebsarten gegenüber. In Dahme-Spreewald sind es 29.059 Diesel und 70.781 Benziner und andere. Der Feinstaub, der durch die meisten Benzin-Motoren ausgestoßen wird, ist jedoch nicht minder gefährlich wie die Stickoxide, die beim Diesel aus dem Auspuff kommen.

Die Partikel, die von Diesel-Motoren ausgestoßen werden, sind krebserregend. Es gilt die Faustregel: Je älter das Auto, desto problematischer ist der Schadstoffausstoß. Oldtimer sind allerdings von den Emissionsgrenzen ausgenommen.

Von Jonas Nayda

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