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Wenn Mädchen sich wehren

Jugendarbeit im Luckenwalde Wenn Mädchen sich wehren

Im Luckenwalder Kinder- und Jugendtreff Klab am Beelitzer Tor lernen Mädchen und junge Frauen, wie sie sich bei Bedrohungen und in Belästigungssituationen verhalten sollten. Am Wochenende ging der diesjährige Frühjahrskurs mit einem durchweg positiven Fazit zu Ende.

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Lilly (14), Maria (17) und Angelina (12, v. l.) aus Luckenwalde versuchen sich im Kinder- und Jugendtreff Klab in verschiedenen Selbstverteidigungspraktiken.

Quelle: Iris Krüger

Luckenwalde. „Halt! Bleiben Sie stehen! Lassen Sie mich in Ruhe!“ Laute Schreie tönen durch die Räume des Klab in Luckenwalde. Dann folgen heftige Schläge und Tritte – jedoch nicht gegen eine Person, sondern auf die Pratzen und den Boxsack, der von der Wand hängt. Auf den Matten wird ausprobiert, wie man auch im Liegen aktiv werden kann. Mit Fußtritten und Fauststößen soll der potenzielle Angreifer vertrieben werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Denn Mädchen schreien normalerweise nicht auf der Straße herum, sondern sind dazu erzogen, leise, nett und höflich zu sein. Und schlagen sollen sich Mädchen sowieso nicht, sagt man. Doch schreien und schlagen sollen sie, wenn sie sich vor einem Gegner schützen müssen. Doch wie, ohne es jemals vorher gelernt zu haben?

Grundlagen der Selbstbehauptung und der Selbstverteidigung

Im Luckenwalder Kinder- und Jugendtreff Klab am Beelitzer Tor 10 haben Mädchen und junge Frauen seit dem Oktober 2010 die Möglichkeit, zu trainieren, wie sie sich bei Bedrohungen und Belästigungssituationen verhalten sollen. Bei dem mehrwöchigen Kurs werden zunächst die Grundlagen der Selbstbehauptung und der Selbstverteidigung vermittelt – verbal, wie auch mit physischen Mitteln. Dazu zählen körperliche Übungen ebenso wie Rollenspiele, in denen die Teilnehmerinnen dazu befähigt werden, sich zur Wehr zu setzen. Auch auf die Körpersprache, die dem Gegenüber mehr erzählen kann als man denkt, wird während dieses Unterrichts eingegangen.

Ziel dieses Kurses ist, sich selbst behaupten zu können, sich der eigenen Grenzen bewusst zu werden und diese deutlich zu signalisieren. Die Teilnehmerinnen erfahren, dass gesundes Selbstwertgefühl und gestärktes Durchsetzungsvermögen das Fundament einer erfolgreichen Selbstverteidigung sind.

Kurs dauert zehn Wochen

Am Sonntag ging der diesjährige Frühjahrskurs im Jugendreff zu Ende. Dazu sagte Britt Rose, deren Tochter unter den Teilnehmerinnen war: „Ich denke, dass es meiner Tochter sehr gut getan hat. Sie geht normalerweise nicht gern allein auf die Straße, abends schon gar nicht. Durch den Kurs hat sie erfahren, dass es auch für junge Frauen viele Möglichkeiten gibt, sich zu behaupten. Doch alle Techniken, die man dort erlernt, sollten für eine längere Zeit trainiert werden, damit man sie auch anwenden kann“.

Das Angebot im Jugendclub dauert in der Regel zehn Wochen und ist lediglich als „Schnupperkurs“ gedacht. Daher nutzten einige Teilnehmerinnen – wie jetzt auch Lina Rose – die Chance und meldeten sich bei regionalen Kampfkunstschulen an.

Von Iris Krüger

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